Annabelle gunzelmann Das "Containern" ist vielen geläufig. Es beschreibt das Mitnehmen von essbaren Lebensmitteln aus dem Müll von Supermärkten - den Contai...
Annabelle gunzelmann
Das "Containern" ist vielen geläufig. Es beschreibt das Mitnehmen von essbaren Lebensmitteln aus dem Müll von Supermärkten - den Containern. Die meisten Menschen, die "Containern" gehen, wollen ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen.
Gezielt Reste essen
Nun setzt sich der Trend fort, nämlich im "Bändern". Die "Bänderer", wie sich die Studenten nennen, warten in der Universitätsmensa in der Nähe des Abstellbands für dreckiges Geschirr. Sie wollen gezielt die Reste essen. Diese würden sonst in den Müll wandern.
Gibt es solche "Bänderer" auch in der Bamberger Unimensa? Die befragten Bamberger Studenten haben noch nichts von diesem Trend gehört oder das "Bändern" gar in der Mensa beobachtet. Auch Paul Hummer von der Studierendenvertretung Uni
Bamberg berichtet: "Mir persönlich ist der Trend des ,Bänderns' bislang nicht aufgefallen." Es ist hier kein Massenaufkommen.
"Als Trend kann man diese Einzelfälle nicht bezeichnen", erklärt der Geschäftsführer des Studentenwerks Würzburg, Michael Ullrich. Er ist auch für die Mensa der Otto-Friedrich-Universität Bamberg zuständig. Ihm seien im Bereich des Studentenwerks Würzburg, das heißt Bamberg, Würzburg, Schweinfurt und Aschaffenburg, keine Fälle bekannt. "Wenn es bei uns so etwas geben würde, hätte ich im Prinzip nichts dagegen, wenn die Personen sich ordentlich verhalten und unsere Kunden nicht belästigen", sagt der Geschäftsführer.
Er würde es auch akzeptieren, wenn es aus Überzeugung - dem Protest gegen die Wegwerf-Gesellschaft - gemacht werde. Bei Geldmangel gäbe es für bedürftige Studierende eine Sozialberatung und auch Freitisch-Marken.
Warum eigentlich?
Allerdings geht es beim "Bändern" nicht ums Geldsparen. Mit dieser Aktion soll vielmehr Kritik an der Gesellschaft geübt werden. Es ist eine Äußerung gegen die Lebensmittelverschwendung. Das "Bändern" ist vor allem durch die Universität in Freiburg bekannt geworden. Die Mensa verbietet dort aus hygienischen und rechtlichen Gründen, dass Essen von den Geschirrbändern genommen wird. In Bamberg wird das vorerst wohl zu keinem Problem der Unimensa werden.