In der aktuellen Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“, die Kevin Radler vom Landratsamt Bad Kissingen druckfrisch zur Veranstaltung mitbrachte, wird empfohlen, für zehn Tage einen Notvorrat anzulegen – dazu zählen Wasser, Lebensmittel, Erste Hilfe, Feuerlöscher, Kerzen, Batterien, Radio, Medikamente – sowie wichtige Dokumente griffbereit zu halten (in einer Art Handgepäck). Zudem können ein Vorrat an Kraftstoff (Diesel oder Benzin), Müllsäcke, Desinfektionsmittel oder Hygieneartikel hilfreich sein. Auch Kinder, Angehörige, Nachbarn, Freunde und gegebenenfalls Haustiere sollten bedacht werden.
Roth warnte davor, Social Media als einzige Informationsquelle zu nutzen. Durch Künstliche Intelligenz ließen sich ebenso schnell falsche wie sinnvolle Nachrichten verbreiten. Der Referent appellierte, die Medienkompetenz zu stärken, denn Nachrichten würden sich über WhatsApp, Instagram, Tiktok oder Signal sehr schnell verbreiten – auch Gegner könnten diese Kanäle für die operative Kriegsführung nutzen.
Um eine widerstandsfähige Gesellschaft aufzubauen, braucht es viele Ehrenamtliche, so Roth. Besonders die Jugendfeuerwehr leistet hier einen wichtigen Beitrag. Warn-Apps wie Nina, Katwarn und Biwapp basieren auf Apps, während Cell Broadcast seit 2023 den Empfang von Warnungen auch ohne vorherige Installation ermöglicht.
Nach wie vor informieren Feuerwehren vielerorts mit Lautsprecherwagen die Bevölkerung. Die Flutkatastrophe im Ahrtal habe jedoch gezeigt, dass Sirenen nicht überall funktionierten, weshalb vielerorts nachgebessert wurde.
Roth berichtete von Zahlen des Kreisfeuerwehrverbands Bad Kissingen und stellte fest, dass der Landkreis gut aufgestellt sei. Besonders hob er den eigenen Küchentrupp hervor, der eine Versorgung von 200 bis 500 Menschen sicherstellen könne – das sei außergewöhnlich. Freiwillige Helferinnen und Helfer aus Feuerwehren, Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz oder dem Technischen Hilfswerk müssen eingebunden und koordiniert werden.
Bei Großschadenslagen kann es nötig sein, dass Verletzte zunächst von Bürgerinnen und Bürgern erstversorgt werden müssen. Daher können Auffrischungen in Erster Hilfe die Lage vor Ort verbessern. Eine Dekontamination gegen atomare, biologische oder chemische Gefahren ist in Oberthulba möglich, weitere Spezialausrüstungen sind bei Feuerwehren in Maßbach und Poppenlauer vorhanden.
Georg Oel, ehemaliger Oberst beim Landeskommando Thüringen, erklärte, dass bei einem Angriff im Osten die Durchfahrt der Fahrzeuge drei bis vier Monate dauern würde und damit Internet und Eisenbahn stark ausgelastet wären. Angesichts der aktuellen Ressourcenknappheit der Bundeswehr müsse die „zivile Seite die Bundeswehr unterstützen“. In Richtung Publikum sagte er: „Es muss ankommen, dass wenn es hier losgeht, sind wir (er meint die Bundeswehr) nicht mehr da.“
Ein anwesender Feuerwehrmann appellierte, man solle nicht „schwarzmalen“. Nach 25 Jahren der Freundschaft mit Russland brauche man jedoch Zeit, um Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen wiederaufzubauen. red