Beim GSV Bad Kissingen stellten sich rund 30 Hunde mit ihren Menschen einem Rally-Obedience-Turnier
„Ich fühle mich fast schon heimisch“, sagte die Wertungsrichterin Sabine Böhm kurz nach ihrer Anreise aus Nürnberg auf dem Hundeplatz im Heiligenfeld. Hier fand das jüngste Hundesportturnier des Gebrauchs- und Schutzhundeverein (GSV) Bad Kissingen Stadt und Land e.V. mit der bewährten Richterin statt. Rally-Obedience stand auf dem Programm. Dabei durchlaufen Mensch und Hund je nach Klasse einen Schilderparcours mit verschiedenen Aufgaben von Sitz, Platz, Steh bis zu Slaloms, Hindernissen und dem Befolgen von Kommandos auf Distanz. Auch dieses Mal hatte Böhm wieder ein paar schöne Parcours mitgebracht. „Lauft am besten einfach durch und lobt eure Hunde, auch wenn es scheiße war“, gab sie den Startern mit einem Lächeln mit auf den Weg.
Die Bedingungen für einen gelungenen Tag hätten besser kaum sein können. „Das Wetter ist bombe, das habe ich auch so bestellt“, freute sich Trainerin Ulrike Höhn, die sich neben sieben weiteren Vereinsmitgliedern ebenfalls dem Wettkampf stellte. Es herrschten angenehme 20 bis maximal 24 Grad mit frischem Wind während der Läufe. Zudem fand das Turnier mit rund 30 Teilnehmern in familiärer Runde statt, die meisten Starter kannten sich von vorangegangenen Veranstaltungen. „Das ist das kleinste Turnier, das wir je hatten. Nutzt diesen kleinen, persönlichen Rahmen und tauscht euch aus“, empfahl Steffen Schubert, der Vorsitzende des Vereins, kurz vor dem Start. Dieser Rat wurde später am Rand des Hundeplatzes beim Zuschauen sowie bei Kaffee, Kuchen und der Pizza rege befolgt.
Nur fünf Wochen Training
Gestartet wurde pünktlich um 10 Uhr mit dem Briefing für die Beginner, die Einsteigerklasse der Sportart. Hierbei wurden noch einmal kurz die wichtigsten Dinge geklärt, zum Beispiel, welche Halsbänder erlaubt sind, wie man ein Schild wiederholt und wie man im und am Ende des Parcours seinen Hund belohnen darf. Es folgten die Begehung des Parcours und die ersten Läufe, wobei besonders die Leistungen der einzigen Teilnehmerin in der Jugendklasse herausstachen. Die zehnjährige Yana Linkin startete recht spontan nach nur fünf Wochen Training sowohl mit ihrer Französischen Bulldogge Bucky als auch mit dem Border Collie Fox ihrer Trainerin Ulrike Höhn und schloss beide Läufe mit einem „Sehr gut“ ab.
Nach dem noch recht entspannten Start der ersten Beginner wurde es jedoch zunehmend unruhiger rund um den Platz, auf dem die Hundesportler mit ihren Vierbeinern versuchten, konzentriert die gestellten Schilder abzuarbeiten.
Sowohl vor als auch hinter dem Platz wurden mit schwerem Gerät die Wiesen gemäht, während am Himmel darüber Rotmilane ihr Revier gegenüber zahlreichen weiteren Vögeln verteidigten, Pferde am Platz vorbeigeführt wurden und Störche auf den frisch abgemähten Wiesen nach Futter suchten. So manch ein Zuschauer wusste nicht, ob er lieber dem Geschehen im Parcours oder dem rundherum folgen sollte, und unter den erschwerten Bedingungen ließ sich auch so mancher Vierbeiner ablenken.