In Machtilshausen hält die Musikvereinigung an der Tradition fest
„Wir machen weiter!“ – dieses Motto war beim SaaleMusicum 2026 in Machtilshausen nicht nur auf den Ankündigungen zu lesen, sondern während des gesamten Abends zu spüren. Bei sommerlichen, aber erträglichen Temperaturen kamen zahlreiche Besucherinnen und Besucher in den „Schreinerschhof“, um gemeinsam Live-Musik, Geselligkeit und fränkisches Sommerflair in historischem Ambiente zu genießen.
Dass die Musikvereinigung Machtilshausen auch in diesem Jahr wieder zum SaaleMusicum eingeladen hatte, war keineswegs selbstverständlich. Nachdem die überörtliche Organisation durch die Bayerische Musikakademie bereits im vergangenen Jahr weggefallen war, stand die traditionsreiche Veranstaltungsreihe vor einer ungewissen Zukunft. Während es im Landkreis Bad Kissingen inzwischen keine weiteren Veranstaltungen mehr gibt, fanden im benachbarten Landkreis Rhön-Grabfeld in diesem Jahr lediglich noch zwei SaaleMusicum-Abende in Hollstadt und Stockheim statt.
Festhalten an einer Idee
Die Musikvereinigung Machtilshausen wollte das Ende dieser über viele Jahre gewachsenen Tradition jedoch nicht einfach hinnehmen. Deshalb entschied der Verein: Das SaaleMusicum in Machtilshausen soll weiterleben. Damit ist die Veranstaltung heute nicht nur ein musikalischer Sommerabend, sondern auch ein Zeichen dafür, was möglich ist, wenn ein Verein, viele ehrenamtliche Helfer und ein ganzes Dorf gemeinsam an einer guten Idee festhalten.
Vorsitzender Martin Schmelz begrüßte die Gäste sowie Bürgermeister Heinrich Starrach, die anwesenden Gemeinderäte und den ehemaligen Bürgermeister Ludwig Neeb. Sein besonderer Willkommensgruß galt allen Freundinnen und Freunden des SaaleMusicums, die mit ihrem Besuch zeigten, dass ihnen diese Veranstaltung weiterhin am Herzen liegt. In seiner Begrüßung erinnerte Schmelz auch an die ursprüngliche Idee des SaaleMusicums und an die besondere Verbindung zur Fränkischen Saale. Gerade in einem heißen und trockenen Sommer werde deutlich, welche Bedeutung das Wasser für die Menschen und die Natur habe. Wasser sei Leben, müsse geschützt werden und sauberes Trinkwasser sollte für jeden Menschen selbstverständlich sein.
Den musikalischen Auftakt gestaltete die Musikvereinigung Machtilshausen mit dem Marsch „Lasst euch grüßen“.
Kinder erobern die Herzen
Anschließend gehörte der „Schreinerschhof“ den Kindern der Kinderoase Machtilshausen unter der Leitung von Kindergartenleiterin Michaela Warmuth. Schon nach wenigen Augenblicken hatten die Kinder die Herzen des Publikums erobert. Mit ihren Liedern, Bewegungen und Gedichten sorgten sie für viele lächelnde Gesichter und großen Applaus.
Beim Lied „Im Kindergarten“ wurde augenzwinkernd daran erinnert, dass auch ein Bürgermeister einmal klein angefangen hat. Das Lied erzählte humorvoll davon, wo ein Bürgermeister einst im Sand spielte, sich im Matsch wohlfühlte und dass im Kindergarten letztlich alle einmal als kleine Leute anfangen.
Mit dem „Rucksacktag“ nahmen die Kinder die Besucher mit auf einen Ausflug in die Natur. Becherlupe, Verpflegung und natürlich auch das Klopapier durften dabei im Rucksack nicht fehlen. Eine kleine Raupe, die sich später in einen Schmetterling verwandelt, stand im Mittelpunkt einer weiteren Strophe. Mit dem Gedicht über die Tiere im Wald und dem Lied „Imse wimse Spinne“ rundeten die Kinder ihren liebevoll vorbereiteten Auftritt ab. Das Publikum dankte ihnen mit lang anhaltendem Applaus.
Danach zeigte der musikalische Nachwuchs sein Können. Magdalena Böckle am Tenorsaxophon und ihre Freundin Valerie Bubholz an der Trompete spielten gemeinsam „Old MacDonald Had a Farm“ und „Oh When the Saints Go Marching In“. Mit viel Spielfreude und sichtbarer Begeisterung meisterten die beiden jungen Musikerinnen ihren Auftritt.
Auch Jan Zier bewies an der Trompete, dass sich die Musikvereinigung um ihren Nachwuchs keine Sorgen machen muss. Mit einem schwungvollen Irish-Folk-Medley begeisterte er die Zuhörerinnen und Zuhörer.
Die Musikvereinigung Machtilshausen setzte das abwechslungsreiche Programm mit bekannten Polkas, Märschen und fränkischen Melodien fort. Natürlich durfte auch das Kreuzberglied nicht fehlen. Dabei waren die Gäste ausdrücklich zum Mitsingen eingeladen. Auch beim Frankenliedmarsch stimmten viele Besucher kräftig mit ein.
Das nächste Fest
Bürgermeister Starrach zeigte sich in seinem Grußwort erfreut darüber, dass dieses besondere Musikereignis weiterhin jährlich mitten in Machtilshausen stattfindet. Musik verbinde Menschen, berühre die Herzen und mache die Heimat lebendig. Gerade beim SaaleMusicum werde deutlich, wie vielfältig und lebendig das kulturelle Leben in der Marktgemeinde Elfershausen sei. Martin Schmelz nutzte den Abend zudem, um auf das Jakobusfest am Sonntag, 26. Juli, hinzuweisen. Anlässlich des Festes zu Ehren des Machtilshausener Kirchenpatrons Jakobus des Älteren werden auch Führungen durch das historische Schreinersch-Haus angeboten.
Zum Abschluss des offiziellen Programms sollte gemeinsam das Machtilshausener Lied gesungen werden. Doch gerade in diesem Moment setzte Regen ein. Die Musikerinnen und Musiker mussten ihre Instrumente schnell in Sicherheit bringen, sodass eine musikalische Begleitung nicht mehr möglich war. Kurzerhand wurde das Machtilshausener Lied gemeinsam a cappella gesungen.