Einblicke in Handwerk und Kultur der fränkischen Heimat: der CSU-Arbeitskreis Schule, Bildung und Sport Bad Kissingen besuchte das Stadtmuseum Herrenmühle in Hammelburg.
Die historische Getreidemühle, deren Dauerausstellung vor einigen Jahren umfassend und teils interaktiv neugestaltet wurde, begeisterte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihrem facettenreichen Konzept rund um das Leitmotiv Brot und Wein.
Ein ganz besonderes Lob sprachen die Mitglieder des Arbeitskreises der Museumsführerin Elisabeth Albert aus. Mit ihrer empathischen, herzlichen und eindrucksvollen Art leitete sie die Gruppe durch die drei sanierten Geschosse und erweckte die traditionelle Arbeitswelt der Müllerei, die Entstehung des Brotes sowie die jahrhundertealte Weinkultur in Frankens ältester Weinstadt zum Leben. Für ein unvergessliches und emotionales Highlight des Rundgangs sorgte zudem ihr Ehemann Konrad: In ausgewählten, passenden Situationen griff er zum Akkordeon und untermalte die Führung mit stimmungsvollen Liedern. „Diese gelungene Kombination aus fundierter Wissensvermittlung, persönlichem Engagement und musikalischer Umrahmung zeigt auf, wie lebendig und berührend Heimatgeschichte vermittelt werden kann“, so der Vorsitzende des Arbeitskreises. Besonderes lokales Kolorit erhielt die Führung durch die Erlebnisschilderungen des Arbeitskreismitgliedes Elisabeth Wende. Aus ihrer elterlichen Mühle, der Herbertmühle in Untererthal, sind in der Herrenmühle heute zwei große Mahlwerke ausgestellt. Frau Wende konnte der Gruppe packende Einblicke in die Historie dieser Mühle geben. Tief beeindruckt zeigten sich die Teilnehmenden von ihrer Familiengeschichte: Ihre Mutter musste dort bereits im Alter von 16 Jahren aufgrund von Todesfällen die volle Verantwortung für den Mühlenbetrieb übernehmen und hat diese harte Arbeit gut bewältigt. Die Gruppe war beeindruckt. Auch volkstümliche Sprüche und rechtshistorische Regeln wurden aus diesem Berufsumfeld verdeutlicht, etwa „der isst wie ein Scheunendrescher“, zeigt die kräftezehrende Arbeit. Der Liedtext „...bei Tag und Nacht ist der Müller stets wach“, weist auf den Umstand, dass die Mühle rund um die Uhr läuft, eine Glocke am Bett weckte die Gesellen für das Nachfüllen der Trichter.
Besondere Erkenntnisse gewann die bildungspolitische Gruppe darüber, wie moderne Ausstellungen als außerschulische Lernorte genutzt werden können. „Großer Dank an die Stadt Hammelburg für diese Leistung“, brachte Dieter Galm das Empfinden aller zum Ausdruck. Die zeitgemäße Aufbereitung der Exponate – von historischen Werkzeugen bis hin zu digitalen Mitmachstationen – bot reichhaltige Anknüpfungspunkte für den abschließenden Austausch bei Hammelburger Dätscher und Hammelburger Wein.
„Das Museum Herrenmühle zeigt eindrucksvoll, wie ein historischer Ort durch ein innovatives Konzept und engagierte Menschen zu einem lebendigen Kulturort für Jung und Alt wird“, resümierte der Leiter des Arbeitskreises Dr. Edmund Wilhelm nach dem Rundgang mit seinem Dank an Elisabeth und Konrad Albert sowie Elisabeth Wende für die Beiträge.
Mit vielen neuen Impulsen und bleibenden Eindrücken aus der Saale-Stadt endete der informative Nachmittag. „Ich werde wiederkommen“ hörte man manchen aus der Gruppe. Edmund Wilhelm