Was wäre, wenn wir nicht in einem funktionierenden Rechtsstaat mit sozialer Absicherung aufwachsen würden oder uns die Gesellschaft wegen einer körperlichen Behinderung ausstoßen würde?
Mit solchen Fragen setzten sich die 9. und 10. Klassen des Frobenius-Gymnasiums Hammelburg im Rahmen der interaktiven Ausstellung „missio for life“ des internationalen Hilfswerks missio München auseinander. Kernstück der Ausstellung war neben Exponaten und Schautafeln ein interaktiver Lernparcours.
Er ermöglichte den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Lebenswirklichkeit von gleichaltrigen Jugendlichen, die Opfer großer, sozialer Ungerechtigkeit wurden.
Drei Stationen mit drei Lebensgeschichten waren anhand von Tablets und VR-Brillen aktiv zu erleben: Renu aus Indien, Mercedes von den Philippinen und Geoffrey aus Tansania.
Ihre Geschichten stehen exemplarisch für Frauenrechte und Gleichberechtigung im Kontext von arrangierten Ehen und Mitgiftmord in Indien, Menschenhandel auf den Philippinen sowie Ausgrenzung in Tansania aufgrund einer Behinderung: Die fünfzehnjährige Mercedes beispielsweise wird in ein Bordell verschleppt und gezwungen, sich zu prostituieren.
Obwohl die Themen inhaltlich schwer zu verarbeiten sind, waren die Schülerinnen und Schüler von der Konzeption der Ausstellung begeistert. Spielerisch lernten sie die jeweilige Lebenswirklichkeit der drei Protagonisten kennen und setzten sich auf diese Weise damit auseinander. Zudem wurden sie von Mitarbeitern von missio München pädagogisch während des Lernparcours begleitet.
Sie stellten Zusammenhänge her und verbanden die Erfahrungen der Protagonisten mit der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler.