Digitale Barrieren, fehlende Toiletten und der Wunsch nach mehr Freizeitmöglichkeiten

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Seit Dezember 2024 steht Martina Greubel, Beauftragte des Stadtrates für die Seniorinnen und Senioren der Großen Kreisstadt Bad Kissingen, im Rahmen einer monatlichen Sprechstunde als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Diese regelmäßigen Gespräche haben ihr nicht nur wertvolle Einblicke in die Lebenswirklichkeit älterer Menschen unserer Stadt gegeben, sondern auch gezeigt, wie vielfältig ihre Anliegen, Sorgen und Wünsche sind. Viele Themen wiederholten sich von Monat zu Monat – ein Zeichen dafür, wie sehr sie bewegen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Besonders häufig meldeten sich Bürgerinnen und Bürger aufgrund der veränderten Tarifstruktur seit dem 1. Januar 2025. Die Abschaffung günstigerer Fahrscheine für Stadtbusse sowie die Tatsache, dass Vergünstigungen des NVM nur noch online beantragt werden können, stellen für viele ältere Menschen große Hürden dar. Nicht alle verfügen über digitale Geräte, und viele fühlen sich mit den Onlineformularen überfordert.

Auch fehlende Sitzmöglichkeiten – sowohl auf dem Parkfriedhof als auch an bestimmten Bushaltestellen – wurden immer wieder angesprochen. Diese scheinbar kleinen Dinge haben eine große Wirkung auf die Mobilität und Lebensqualität älterer Menschen.

Wohnen, Einsamkeit und Pflege

Ebenfalls ein wiederkehrendes Thema war die schwierige Wohnungssituation. Seniorinnen und Senioren mit geringer Rente, die auf eine Aufstockung angewiesen sind, finden zunehmend kaum bezahlbaren Wohnraum. Darüber hinaus beschäftigen viele die Fragen: Was geschieht, wenn ich schwer erkranke? Wohin kann ich mich wenden, wenn keine Angehörigen oder Freunde da sind?

Hier konnte Martina Greubel an den Pflegestützpunkt verweisen, dessen Kontaktdaten oft erbeten wurden. Auch der Wunsch nach Orientierung rund um Pflege, Vorsorge und rechtliche Fragen wurde sehr deutlich. Gerade die Angebote der „Guten Pflege“ bieten regelmäßig, wiederkehrende Informationsnachmittage an.

Öffnungszeiten der Toiletten

Viele Beschwerden richteten sich auf fehlende oder zu kurz geöffnete öffentliche Toiletten. Menschen mit Behinderung benötigen längere Öffnungszeiten, besonders im Sommer wurden fehlende WC-Angebote – etwa am Tattersallparkplatz – deutlich kritisiert. Auch die fehlende Toilette am Bahnhof sowie der weite Weg zur nächsten Möglichkeit am Tenniscafé sorgten für Unmut. Letzteres gehört der Vergangenheit an.

Im Bereich Verkehr wurden wiederholt die zu kurzen Grünphasen an Fußgängerampeln erwähnt, etwa beim Burkardus Wohnpark oder an der Faberkreuzung.

Ebenso wurden Raserei sowie der Wunsch nach Geschwindigkeitsmessungen vorgebracht. Auch Anwohnerparkausweise und durch Mülltonnen versperrte Gehwege oder Bewuchs gehörten zu den regelmäßig genannten Themen. In vielen Fällen konnte Information an die Verwaltung gegeben werden, die die Lösung umsetzte, heißt es in der Pressemitteilung.

Leerstände in der Stadt

Viele Seniorinnen und Senioren äußerten Unverständnis über langjährige Leerstände im Stadtgebiet – etwa Apoland, Rixen, Fronius und Fürstenhof. Ebenso oft kam der Wunsch nach mehr Freizeitmöglichkeiten: einer Minigolfanlage, dem lange vermissten Hallenbad oder vergünstigten Mehrfachtickets für ältere Menschen. Der Ärger über Rad- und Rollerfahrer in der Fußgängerzone wurde ebenfalls häufig geäußert. Die Nutzung des Kurgartencafés durch die LachfAlten wurde begrüßt, jedoch könnten diese Angebote noch mehr Seniorinnen und Senioren nutzen, damit es weiter angeboten werden kann.

Weitere Anliegen betrafen Entfernungsangaben auf Beschilderungen, den Wunsch nach Line-Dance-Angeboten, mehr Bänke mit Rückenlehnen in der Innenstadt oder Sorgen über Baumfällungen im Zuge von Baumaßnahmen. Auch der Verdacht eines möglichen Kerosinablasses über Wohngebieten fand Erwähnung.

Frühere Gesundheitstage

Viele erinnerten zudem an die früheren Gesundheitstage, die zentral in der Wandelhalle und rund um die Tourist-Information stattfanden – und wünschten sich diese Form zurück.

In jeder Sprechstunde wurde deutlich, wie wichtig ein offenes Ohr ist – nicht nur für konkrete Fragen und Hilfen, sondern auch für Sorgen, Wut, Hinweise und Lob. Die Sprechstunde wird es aktuell noch im März und April geben, da die neue Wahlperiode im Mai 2026 beginnen wird und Greubel erneut zur Wahl steht.

Ein besonderer Dank gilt Gudrun Kreider, die die Stadtratsbeauftragte vertreten hat. Ihr Dank gilt ebenso dem Oberbürgermeister, der die Räumlichkeiten für die Sprechstunde ermöglicht, sowie dem Referat von Philipp Pfülb.

Wahl des neuen Seniorenbeirates

Um die Jahresmitte wird der Seniorenbeirat neu gewählt. Wenn Interesse an einer Mitarbeit im Seniorenbeirat besteht, freut sich Hermann Dresbach, der Vorstand des Seniorenbeirats, über einen Nachricht. Die E-Mail lautet senioren-kg@t-online.de red