Adam und Eva lassen sich verführen. Sie fangen das Böse ein wie ein Virus, das sich nunmehr in ihnen ausbreitet. Sie richten ihren Blick nicht mehr auf Gott, um ihm für das paradiesische Leben zu danken und ihn zu loben. Sondern ihre Augen kleben an der verbotenen Frucht. „Wie lecker die aussieht! Was für ein Erlebnis wäre es, davon zu naschen! Vielleicht meint es Gott gar nicht gut mit uns!“ Die beiden sind dem Bösen ausgeliefert. Es hat von ihnen Besitz ergriffen. Und tatsächlich: Sie essen von der verbotenen Frucht. Sie brechen mit Gott.
„Stimmt diese Geschichte?“ – fragt ein Konfirmand. Er will wissen, ob diese Geschichte tatsächlich so passiert ist. Doch darauf gehe ich nicht ein, sondern antworte: „Adam und Eva, das sind wir. Adam und Eva, das ist die Menschheit. Die Geschichte stimmt!“
Anstatt Gott zu danken und auf ihn zu hören, misstrauen wir ihm. Wir leben in einer Welt, die meint, Gott nicht mehr zu brauchen. Doch anstelle des erhofften Glücks stellt sich Mangel ein. So wie bei Adam und Eva, die plötzlich erkannten, dass sie nackt waren.
Was sollen wir nun tun? Wir könnten versuchen, uns vor Gott zu verstecken oder ihn aus unserem Leben auszublenden. Aber das würde genauso wenig funktionieren wie damals bei Adam und Eva. Gott würde uns finden und zur Rede stellen.
Die sieben Wochen vor Ostern eröffnen uns einen anderen Weg: Gott wieder neu suchen. Auf den schauen, der dem Bösen widerstand, der die Schuld der Welt trug, und der Umkehr ermöglicht: Jesus Christus. Und dann – erneuert durch ihn – zu Ostern das Leben feiern.
Ihr Robert Augustin,
Pfarrer der evang.-luth.
Kirchengemeinde Hammelburg