In der Pfarrkirche in Friesen wurden die Abiturienten des Frankenwald-Gymnasiums (FWG) feierlich verabschiedet. Sieben der 40 Absolventen hatten einen Notendurchschnitt bis 1,5. Die Absolventen erhielten von Schulleiter Harald Weichert, seinem Stellvertreter Matthias Schneider sowie Oberstufenkoordinator Hermann Werner ihre Abschlusszeugnisse. Die Jahrgangsbesten mit einem Notendurchschnitt bis 1,5 wurden gesondert ausgezeichnet. Den Traum-Notendurchschnitt von 1,0 schaffte Silas Robitschko.

"Außergewöhnlich" - Unter diesem Motto stand die ökumenische, von den Abiturienten mitgestaltete Andacht in der Pfarrkirche St. Georg. Zelebriert wurde diese von Pastoralreferent Matthias Simon. Den Abiturienten gab er vor allem drei Dinge mit auf den Weg: Eigene Unzulänglichkeiten einzugestehen und sich helfen zu lassen sei kein Zeichen von Schwäche, sondern vielmehr von Stärke. Jeder brauche einen Engel, der einem "Lebensnotwendiges" bringe - und jeder könne auch selbst ein Engel für andere sein. Und schließlich: Gott begegnet uns vielleicht so, wie wir es nicht erwarten.

Erinnerungen an den Lockdown

Coronabedingt bildete das Gotteshaus den würdevollen Rahmen für die anschließende Abschiedsfeier. Stellvertretender Schulleiter Matthias Schneider erinnerte an den Freitag, den 13. März, - den Tag, an dem die vorübergehende Schulschließung angeordnet worden war; begleitet von Ratlosigkeit und sogar Tränen seitens der Abiturienten. "Ihr habt diese große Herausforderung gemeistert - und das mit einem noch besseren Schnitt als im Vorjahr", würdigte er. Die Bezeichnung "Abiturjahrgang Corona" stelle dabei keinesfalls einen Makel dar, sondern eine Auszeichnung; erlange doch das Reifezeugnis unter derartigen Umständen eine ganz besondere Bedeutung.

"Ihr habt das großartig gemacht", lobte Landrat Klaus Löffler. Die ganze Schulfamilie habe Außergewöhnliches geleistet, damit die jungen Leute ihr Abitur machen und dies nunmehr auch feiern konnten. Das Verständnis der Absolventen beispielsweise bei der Untersagung der Traktorfahrt durch Kronach zeuge von Reife.

Die Absolventen dürften vorsichtig optimistisch sein, meinte Schulleiter Harald Weichert mit Blick auf die Zukunft. So suchten die Firmen auch weiterhin junge qualifizierte Menschen. Zudem hätten viele von ihnen am FWG immer wieder bewiesen, etwas auf die Beine stellen zu können. Trotz und gerade wegen Corona wünsche er ihnen ganz viele persönliche Chancen: "Ergreift diese mutig und ohne zu zögern, doch immer im Bewusstsein dafür, wie wertvoll das Gewöhnliche und wie wichtig das Miteinander ist."

"Wir waren in der Tat ein außergewöhnlicher Jahrgang - und wir werden Geschichte schreiben", bekundeten die Absolventinnen Lena Brettel und Lea Schütz in ihrer Abschiedsrede. Die Lehrer hätten zwar manchmal mit ihnen geschimpft, aber gleichzeitig auch eingeräumt, dass es sich bei ihnen um einen - aus menschlicher Sicht - sehr sympathischen Jahrgang handle. "Bleibt Euch selbst treu, habt Träume, seid spontan, genießt Euer Leben und schafft Euch Erinnerungen, denn die kann euch keiner mehr nehmen", gaben sie ihren Mitschülern mit auf den Weg. hs