Die Fraktionen von ÖDP, Bündnis 90 / Die Grünen und Christian Hänsch von den Linken beantragten den Beschluss von Klimazielen für den Landkreis Bad Kissingen. Forderung war, den Landkreis bis 2030 klimaneutral zu stellen. Erreicht werden solle dies durch Senkung des Energieverbrauchs und Ausbau neuer Erzeugungskapazitäten, heißt es in einer Pressemitteilung der ÖDP-Fraktion im Kreistag Bad Kissingen. Zentrale Maßnahme sei eine zeitnahe Planung für Standorte für Windkraftanlagen und Freiflächen-Photovoltaik (PV) sowie die Unterstützung der Kommunen und Allianzen bei der Umsetzung. Unstrittige, zielführende und vom Landkreis direkt umsetzbare Maßnahmen sollten unverzüglich angegangen werden.

Stromautarkie

Dazu zähle die bilanzielle Stromautarkie in den eigenen Immobilien bis 2023, bis 2030 die echte Autarkie durch Aufbau von Speicherkapazitäten. Weiterhin die Umstellung aller Heizsysteme in diesen Gebäuden auf klimaneutrale Systeme und die Umstellung des kreiseigenen Fuhrparks auf nichtfossile Antriebe, soweit dazu markttaugliche Alternativen zur Verfügung stehen. Bei Baumaßnahmen des Kreises solle eine Maximierung der Flächen für die solare Nutzung geprüft und umgesetzt werden.

Kritische Situation bekräftigt

Waldemar Bug, Fraktionssprecher der ÖDP, bekräftigte in seinem Eingangsstatement nochmals die kritische Situation, in der sich die Menschheit befindet. "Die Lösung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, und die Politik muss auf allen Ebenen Beispiel geben und die Menschen mitnehmen", so Bug.

Landrat Thomas Bold (CSU) argumentierte laut der Pressemitteilung, dass der Landkreis vieles bereits erreicht habe und ihm in der energetischen Versorgung die Hände gebunden seien, "das dürfen die Kommunen, nicht aber die Kreise", so Bold, zudem komme das Stromnetz in der Kreisstadt an seine Kapazitätsgrenze, wenn der Kreis Elektromobilität weiter ausbaue. Roland Limpert, Fraktionssprecher der PWG, merkte an, dass schon alles getan werde.

Blick in die Zukunft

Die Dringlichkeit des Handelns und die Vorgaben für das zukünftige Energiemanagement im Landkreis Bad Kissingen, verdeutlichte Volker Partsch, Fraktionssprecher der Grünen, in seiner Stellungnahme. Außer den antragstellenden Fraktionen lehnten die anderen schließlich den Antrag mit neun zu drei ab.

Um die Klimakatastrophe abzuwenden, seien aber auch im Landkreis Bad Kissingen noch gewaltige Leistungen zu erbringen. So müssten in den nächsten zehn Jahren 48 weitere Windkraftanlagen entstehen, die PV-Dachanlagen vervierfacht und die Freiflächenanlagen verzehnfacht werden. Gemäß der Studie der Energy Watch Group vom März 2020 sei weiterhin ein Vielfaches an Kraft-/Wärmekopplungsanlagen auf Bioenergiebasis notwendig. Um die volatilen regenerativen Energieträger auch in sonnenlosen Flautenzeiten verfügbar zu haben, sei zudem ein Netz von Speichern (Batterie, Wärme, Wasserstoff) aufzubauen. red