"Das ist doch eine schöne Aussichtsplattform", hörte man aus dem Gemurmel der zum Ortstermin geladenen Gemeinderäte heraus, bevor Erster Bürgermeister Sascha Günther (CSU) die Ratssitzung an der Baustelle "Feuerwehrhaus" eröffnete. Doch gerade in diesem an den Baugrund angeböschten Plateau, bestand das Ärgernis, weswegen man sich im Süden von Gerach auf der Anhöhe am Reckendorfer Weg eingefunden hatte.

Die Erde war nämlich über das Grundstück des zukünftigen Kindergartenneubaus eingeebnet worden. Dort war ursprünglich eine vier Meter tiefe Kante geplant gewesen. Das zuständige Ingenieurbüro hatte im Vorfeld auf die Problematik des vorhandenen Aushubes aufmerksam gemacht, wobei man den damaligen Bürgermeister Gerhard Ellner (SPD) zuversichtlich beruhigte: "Mach mer so, kostet nix." Dafür, dass diese Anböschung allerdings gegen die nordwestliche Grundstücksgrenze erfolgte, und nicht wie eigentlich vorgesehen, gegen Süden, musste noch ein Schuldiger gesucht werden.

Und es stellte sich vor allem die Frage: Wer wird für die Umlagerung aufkommen? Gemeinderat und Zweiter Feuerwehrkommandant Stefan Gröger machte auch darauf aufmerksam, dass das zurückgebaute und abgeböschte Terrain noch zusätzlich abgestützt werden müsste, zum Beispiel könne man mit L-Steinen die Kante an dem Absatz sichern.

Gleichzeitig nutzten die Gemeinderäte vor Ort die Gelegenheit, um sich einen vorhandenen Entwässerungsgraben anzusehen, der bereits seit der April-Sitzung die Gemüter des Gremiums beschäftigte. Anscheinend war der Graben sowohl bei der Kindergarten- wie auch bei der Feuerwehrheimplanung von den Fachleuten übersehen worden. Während der Bauarbeiten am Neubaugebiet "Reckendorfer Weg" waren wohl einige alte Drainageröhren unterbrochen worden, und so hatte man festgestellt, dass das Wasser vom Hang früher in diesen Graben eingeleitet worden war. Wenn nun die Parkplätze des Kindergartens direkt an den Reckendorfer Weg angelegt werden, müsste dieser offene Graben an der Zufahrt der Feuerwehr zusätzlich über die ganze Länge verrohrt werden.

Die Kostenfrage

In der Laimbachtalhalle wurde die Sitzung schließlich fortgesetzt. Bürgermeister Günther berichtete dort zunächst von der Schadensaufnahme im Jugendtreff am 8. Mai, die im Beisein von Jugendbeauftragter Anja Hartmann und Jugendleiter Jannick Hartmann erfolgt war. Diese Schäden sollten jetzt aufgenommen und zügig abgearbeitet werden.

Zum Vorsitzenden der VG Baunach war in der Gemeinschaftsversammlung der Baunacher Bürgermeister Tobias Roppelt gewählt worden, so berichtete das Gemeindeoberhaupt. Dessen Stellvertreter sei nun Bürgermeister Ronny Beck aus der Gemeinde Lauter.

Sodann wurde der rasche Fortschritt im Innenausbau des neuen Feuerwehrheims gelobt, den fleißige Mitglieder der FFW Gerach erledigen. Hierfür wurden den ehrenamtlichen Helfern als Spende eine Brotzeit und Getränke ausgegeben.

Schließlich kam die Rede wieder auf die Verrohrung des eben besichtigten Entwässerungsgrabens. Das Planungsbüro Stubenrauch, Königsberg, hatte eine grobe Berechnung aufgestellt und den Aufwand mit fast 73 000 Euro Kosten angesetzt. Eine Summe in dieser Höhe war im Haushalt 2020 nicht vorgesehen. Da bereits für das aktuelle Jahr 260 000 Euro Mehrausgaben anstünden, müssten diese durch einen Verzicht auf andere Investitionen gedeckt werden, hieß es.

Um allerdings zu einer Entscheidung zu kommen, fehlten weitere Planungsdetails. So wurde mehrfach die Frage gestellt, wie denn die Parkplatzanlage am Kindergarten aussehe, und ob nicht in dieser Planung bereits eine Verrohrung vorgesehen sei. Bezüglich der Oberflächengestaltung des Parkplatzes stellte sich für Gemeinderat Torsten Stegner (UWG) die Frage, ob er gepflastert oder asphaltiert sei, und ob man bei einer geänderten Gestaltung eventuell Einsparungen bewirken könne.

Beim Feuerwehrheim, so erklärte Gemeinderat Stefan Gröger (UWG), habe man sich für Pflastern entschieden, da es bei einem Absinken des Untergrunds leichter sei, die Pflastersteine herauszunehmen und höher zu setzen, als eine mögliche Schadstelle neu zu asphaltieren. Um schließlich alle Fragen beantworten zu können, sollten zunächst die gesamten Pläne vorgelegt und von den jeweiligen Planungsbüros Mitarbeiter geladen werden, um entsprechende Stellungnahmen abzugeben. Erst dann könne man beschließen, wie mit den anstehenden Kosten verfahren zu sei.