Es sind Corona-Zeiten, aber den Vierbeinern ist das egal. Sie sausen pfeilschnell über das Terrain. Etwa der spanische Windhund Galgo, gerufen Dorie, gefolgt von einer Dogge, einem Schäferhund-Mischling, einem Pinscher, einem Landseer oder Ridgeback. Luise, Bobby, Emil, Malou und Pina fühlen sich auf dem großzügigen Übungsgelände richtig wohl, spielen und toben miteinander.

"Hundepower auf 4 Pfoten", eine Einrichtung mit insgesamt 5000 Quadratmetern Größe zwischen Neuenmarkt und Wirsberg gleich neben der Kreisstraße gelegen, ist ein Dorado für Hunde mit einer Schule und einer Wohngemeinschaft für Tages- und Übernachtungsgäste. Chefin Christine Ströhlein ist derzeit ein bisschen frustriert, weil alles auf Sparflamme läuft. "Die Hundeschule ist ganz geschlossen, aber Tagesgäste haben wir noch. Sonst bei Volltour kommen zum Training schon mal 50 bis 60 Vierbeiner, in der Wohngemeinschaft können wir bis zu 20 Hunde aufnehmen, jetzt ist halt alles anders."

Eines möchte sie besonders hervorheben: "Bei uns sind unsere Zöglinge nicht isoliert, sondern in einer großen Gruppe der unterschiedlichsten Rassen, Größen und des Alters zusammen." Das sei sozusagen ein Alleinstellungsmerkmal. Dadurch würden sie sich besser kennenlernen, vonein­ander lernen und Vorbehalte ablegen.

"Job erfüllt mich"

Das Unternehmen betreibt die gebürtige Kulmbacherin seit 2014 hauptberuflich, fünf Teilzeitbeschäftigte helfen ihr bei der Arbeit. "Ich bin mit meinem Job sehr zufrieden, er erfüllt mich", verrät die 53-Jährige. "Mit dem Außenbereich, dem Innengelände als Schule, der WG, der Trainingshalle und dem Ruheraum, bieten wir für unsere Lieblinge gute Voraussetzungen." Es sei in etwa so, als würden Eltern ihre Kleinen im Kindergarten abgeben.

Auch spielerisch könnten sich die Hunde weiter entwickeln, es gebe dafür Tunnels, Sprungreifen, Stege, eine Kletterwand und Longierkreise. "Wir machen das schon professionell", lacht Christine Ströhlein - und als Beweis führt Windhund Dorie den Känguru-Sprung vor.

Pension steht oft leer

Die Pandemie treffe sie schon hart. Die Pension stehe oft leer, klagt sie, weil die Leute nicht reisen dürften und auch in den Ferien zu Hause blieben, sich also selbst um die Hunde kümmern könnten. Aber groß jammern wolle sie nicht: "Ein bisschen was geht doch, wir kommen einigermaßen über die Runden."

Auch dank des Online-Trainings, das speziell für Mehrhunde-Halter im deutschsprachigen Europa angeboten wird. Aber insgesamt gesehen sei die Situation für die Branche schon sehr schwierig, deshalb sei sie froh, dass man sich so breit aufgestellt habe. "Hätten wir nur eine reine Hundeschule, wäre das existenzbedrohend", sagt sie. Ihre Kunden für den Standort Neuenmarkt kommen hauptsächlich aus den Landkreisen Kulmbach und Bayreuth, vereinzelt auch aus Lichtenfels und Kronach.

Wenn alles wieder normal laufe, freue sie sich ebenso auf die Übernachtungsgäste aus dem Nürnberger Land. "Hoffentlich bald", so der Wunsch von Christine Ströhlein.