Die Farbe der Dachziegel war zum wiederholten Mal Grund für eine längere Diskussion im Neudrossenfelder Gemeinderat. Diesmal ging es um ein Projekt in Neuenreuth. Erlaubt sind dort Ziegel in Rot und Anthrazit, glänzendes Aluminium hingegen hatte der Vorhabenträger ausdrücklich ausgeschlossen. Die Räte berieten dennoch darüber, ob glänzende Ziegel grundsätzlich verwendet werden dürften. Bürgermeister Harald Hübner (CSU) sah keinen Hinderungsgrund und bat, den Wünschen des Investors zu entsprechen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei im Baugebiet "An den Rotmainauen" sollen drei Mehrfamilienhäuser entstehen. Das Projekt "Wohnanlage Itzgrund" soll in drei Abschnitten realisiert werden. Der Neudrossenfelder Gemeinderat beschloss eine formelle Änderung des Bebauungsplans, um den Weg hierfür freizumachen.

Genügend Stellplätze?

Bis zu drei Vollgeschosse hoch könnten die Mehrfamilienwohnhäuser werden. Die aktuellen Grobplanungen des Investors sehen allerdings einen zweigeschossigen Bau mit aufgesetztem Staffelgeschoss vor.

Jochen Bergmann (FW) wandte ein, dass die Gebäude eingegrünt werden sollten, um sie von der bisherigen Bungalowbebauung abzugrenzen und um eine etwaige Lärmbelästigung auszuschließen.

Marion Weidner (CSU) gab zu bedenken, dass für insgesamt 21 Wohneinheiten in der Grobplanung nur 26 Stellplätze vorgesehen sind. "Man muss doch mit zwei Autos pro Familie rechnen, das sollten wir noch einmal überdenken, zumal von den 26 Stellflächen noch zwei Behindertenparkplätze sind", so Weidner.

Dem pflichtete Björn Sommerer (FuG) bei. "Wir sollten schauen, dass von vornherein zwei Parkplätze pro Wohneinheit geplant werden, sonst haben wir Chaos", sagte er.

Franz Klatt (SPD) brachte die Idee ins Gespräch, dass unter den Häusern Parkplätze angelegt werden könnten. Doch Bürgermeister Harald Hübner (CSU) winkte ab. Denn der gesamte Untergrund sei aufgeschüttet und befinde sich zudem im Überschwemmungsgebiet. Mit einer Überflutung solcher unterirdischen Parkplätze müsse gerechnet werden. Aus diesem Grund plane man auch keine Unterkellerung.

Drei "Riesen-Klötze"

Georg Waldmann (FuG) sprach von "Riesen-Klötzen" und stellte die Frage in den Raum, ob das Gebiet "In den Rotmainauen" überhaupt für eine Bebauung mit Mehrfamilienhäusern gemacht sei.

Am Ende votierten dann aber alle Gemeinderäte für die Änderung des Bebauungsplans "An den Rotmainauen".

Keine Diskussion gab es bezüglich der Einbeziehungssatzung "Vordere Gemeinde VI". Auch der vorhabenbezogene Bebauungsplan Neuenreuth wurde als Satzung auf den Weg gebracht.

Noch nicht beschlossen ist das Vorhaben Naturerlebnis Fohlenhof. Erst in einer der nächsten Sitzungen wird der endgültige Satzungsentwurf vorgelegt werden können, aktuell sind noch Abstimmungen mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landratsamt Kulmbach nötig.

Der Gemeinderat stimmte den Befreiungen hinsichtlich des Länge-Breite-Verhältnisses und der Fenster- und Türenformen bei einem Antrag auf Neubau einer Lkw-Garage in Neudrossenfeld zu. Allerdings muss die Eindeckung hier in Rot erfolgen.

Gleich zwei Interessenten gibt es für das Grundstück gegenüber der Kirche in Langenstadt. Ein bestehendes Bauernhaus soll abgerissen werden. Ein Bebauungsplan liegt für das Gebiet nicht vor. So teilten die Räte beiden Interessenten mit, dass sämtliche Vorgaben der örtlichen Gestaltsatzung eingehalten werden müssten.

Ein Interessent hatte bereits im Vorfeld betont, dass er dies tun wolle, der andere hatte Entwürfe eines Bungalows geschickt und eine Bauvoranfrage mit einer Vielzahl von Befreiungen geschickt. Diese Befreiungen gewährte das Gremium allerdings nicht.