Die Arbeitslosigkeit hat sich im Landkreis Haßberge von September auf Oktober 2019 um 38 Personen auf 1303 Erwerbslose verringert. Diese Zahl gab die Agentur für Arbeit in ihrem Monatsbericht für den zu Ende gehenden Oktober bekannt.

Ein weiterer Vergleich: Die aktuell 1303 Erwerbslosen sind 192 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug jetzt im Oktober 2,6 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 2,2 Prozent.

Der Bestand an verfügbaren Arbeitsplätzen ist im Oktober 2019 um 27 auf 733 offene Stellen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es derzeit 109 Arbeitsstellen weniger.

Im zweiten Halbjahr zeigte sich der Arbeitsmarkt trotz konjunktureller Schwächephase einiger Branchen robust, wie die Arbeitsagentur weiterhin beschreibt. "Hervorzuheben ist insbesondere der Rückgang bei den Jüngeren unter 25 Jahren. Nach der Sommerpause geht die Jugendarbeitslosigkeit in der Regel immer wieder deutlich zurück. Viele Jugendliche, die nach der Ausbildung nicht übernommen wurden, konnten jetzt im Oktober einen Arbeitsplatz bei einem anderen Arbeitgeber finden", teilt Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit in Schweinfurt, mit.

Die Behörde in Schweinfurt ist zuständig für die gesamte Region Main-Rhön. Das sind die vier Landkreise Schweinfurt, Bad Kissingen, Haßberge und Rhön-Grabfeld sowie die Stadt Schweinfurt. Im Kreis Haßberge betreibt die Agentur für Arbeit eine Geschäftsstelle in der Kreisstadt Haßfurt.

Mehr Kurzarbeit

Die Zahl der Betriebe, die für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet hatten, verdoppelte sich in der ganzen Region im Vergleich zum Vormonat. Seit September stieg die Anzahl der Betriebe von 29 auf 56 im Oktober und die der betroffenen Personen um 992 auf 1657 Arbeitnehmer. Vor einem Jahr lagen die Zahlen auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Im Oktober 2018 hatten 14 Betriebe für 129 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. "Auf Grund der konjunkturellen Schwächephase einiger Branchen am Arbeitsmarkt sichern sich Unternehmen ihre Arbeitskräfte durch Kurzarbeit. Wegen der internationalen wirtschaftlichen Unsicherheiten steigt der Bedarf der Unternehmen an Beratungen zum Thema Kurzarbeit deutlich an. Der Schwerpunkt liegt auf den Branchen Automobil- und deren Zulieferindustrie sowie dem Maschinenbau", führt Thomas Stelzer aus.

Saisonal üblich stieg die Nachfrage der Arbeitgeber nach Arbeitskräften im Oktober wieder leicht an. "In der Summe bleibt die Arbeitskräftenachfrage hoch. Die Unternehmen können ihren Bedarf an Fachkräften oft nur mit Verzögerungen decken. Gut ein dreiviertel Jahr dauert es im Durchschnitt, bis eine Stelle besetzt wird. Noch vor einem Jahr war die Suche in der Regel einen Monat kürzer", so Stelzer. Besonders groß war der Personalbedarf im Gesundheits- und Sozialwesen. Hier waren 711 offene Stellen in der Region zu besetzen. Der Bereich des Handels sowie der Instandhaltung und der Reparatur von Kraftfahrzeugen verzeichnete ebenso eine große Nachfrage an Arbeitskräften mit 540 offenen Stellen. 502 der zu besetzenden Stellen waren dem verarbeitenden Gewerbe zuzurechnen. Auch in der Baubranche hatten Bewerber gute Chancen. Hier gab es 488 freie Arbeitsstellen. "19 Prozent des Stellenbestandes über alle Branchen verteilt betrafen Stellengesuche für Helfer, 65 Prozent für Fachkräfte und 16 Prozent für Spezialisten oder Experten", so Stelzer. ks