Bauvorhaben scheinen es in Hemhofen derzeit schwer zu haben. Nachdem unlängst das Projekt "Wäldla" am Widerstand von Bürgern und Anwohnern gescheitert ist, wurde nun auch zu einem Vorhaben in der Siebenbürgenstraße im Ortsteil Zeckern ein Antrag in der jüngsten Gemeinderatssitzung eingebracht.

Darin heißt es: "Die geplanten dreigeschossigen Wohngebäude mit jeweils bis zu zwölf Wohneinheiten und Flachdächern würden den typischen Charakter des Ortsbildes zerstören und die Wohnqualität des bestehenden Umfeldes reduzieren." In einer E-Mail an den Gemeinderat wird das Vorhaben zudem als umgebungsfremd und erdrückend kritisiert. Die von 242 Bürgern unterstützte Initiative will eine Änderung der Planungen im Austausch mit den Anwohnern erreichen. Erste Gespräche mit Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU), dem Bauamt der Gemeinde sowie dem Investor waren erfolglos, weswegen man nun den Weg über den Gemeinderat suchte, erklärt Anwohner Timo Nolte.

Dort wurde die Angelegenheit durchaus kontrovers diskutiert. Für Gerd Brandmähl-Estor (SPD) passt das Vorhaben jedenfalls nicht in die bestehende Struktur und bedeutet eine zu enge Verdichtung. Auch Hansjürgen Müller, Alexander Heilmann (beide FW) und Tanja Wulff (Grüne) teilten diese Bedenken. Thomas Koch (FW) wollte hingegen die Planung beibehalten. Durch das Flachdach seien die Gebäude in der Höhe ja sogar niedriger als bei vergleichbaren Häusern mit Satteldach. Auch spreche nichts gegen einen eher "modernen Kubus" neben älterer Bebauung.

Bürgermeister Nagel verwies darauf, dass sich der Gemeinderat schon länger mit den Planungen befasst habe und es zuvor keine Widerstände aus dem Gremium gegeben habe. Auch vom Landratsamt seien keine Einwände vorgebracht worden. Im schlechtesten Fall müsste bei einer Änderung Schadensersatz gezahlt werden.

Wohnraum wird geschaffen

Der Grüne Lutz Bräutigam betonte, dass man ja genau solche Innenverdichtung anstrebe, da Wohnraum knapp ist. "Der Bebauungsplan in der Umgebung ist eh wie Kraut und Rüben." Zukünftig werde es zudem wohl mehr Reihenhäuser und ähnliche Bebauungsformen geben, da sich immer weniger Menschen ein großzügiges Grundstück mit Garten leisten könnten.

Die Anwohner sehen dennoch Möglichkeiten für eine Lösung, die für alle Beteiligten einen gangbaren Weg darstellt. Man will sich keineswegs gegen eine sinnvolle Innenverdichtung wehren und empfindet die Schaffung von Wohnraum sinnvoll. Die Initiative schlägt eine Reduzierung der Gebäudegröße oder eine Reihenhaus-Variante ohne die aktuell geplante Tiefgarage vor. Grundsätzlich würde man es zudem begrüßen, wenn die Gemeinde das Grundstück selbst entwickeln würde anstatt teure Eigentumswohnungen durch einen Investor zu schaffen.

Investor plant keine Änderung

Bei der H+H Invest aus Bayreuth sieht man jedoch durch den bisher genehmigten Bebauungsplan keine Veranlassung für Änderungen. Auch die Gemeindeverwaltung teilt diese Ansicht. Die neue dreigeschossige Bebauung füge sich nach allen Kriterien in die Eigenart der näheren Umgebung problemlos ein und es werde der gesellschaftlich geforderte Wohnraum geschaffen. Die vorgebrachten Bedenken seien zudem bereits im Rahmen der öffentlichen Beteiligung berücksichtigt worden und eine Planänderung durch den Bürgerantrag nicht zu veranlassen.

Letztendlich folgten auch die Gemeinderäte mit zwölf zu sechs Stimmen dieser Argumentation. Ob damit allerdings in dieser Sache schon das letzte Wort gesprochen wurde, bleibt offen. Im Bürgerantrag hieß es jedenfalls unter anderem, man hoffe, dass nicht noch weitere Schritte nötig werden.