Auf der A 3 hat sich am Sonntagmorgen im Baustellenbereich kurz vor dem Autobahnkreuz Fürth/Erlangen ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Ein 34-jähriger Mann ist mit seinem Kleintransporter auf der Flucht vor einer Polizeistreife verunglückt. Sein 63-jähriger Beifahrer erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen.

Wie ein Polizeisprecher mitteilt, hatte die Unfallfahrt des Beschuldigten ihren Anfang gegen 7.30 Uhr im unterfränkischen Landkreis Kitzingen genommen. Dort war der 34-Jährige mit einem Opel Kleintransporter auf der A 3 in Fahrtrichtung Nürnberg unterwegs. Zwischen den Anschlussstellen Wiesentheid und Geiselwind fuhr er zunächst einem vorausfahrenden Audi gleich zweimal kurzaufeinanderfolgend in das Heck. Einem weiteren Auto, das vor dem Audi unterwegs war, fuhr der Kleintransporter kurz darauf ebenfalls an die Heckstoßstange.

Während die beiden angefahrenen Fahrzeuge nach den Anstößen jeweils auf die rechte Spur zogen, setzte der Opel Vivaro seine Fahrt auf der linken Fahrspur unbeirrt fort. Im weiteren Verlauf seiner Irrfahrt steuerte der 34-Jährige den Transporter auch durch die Rastanlage Aurach-Süd und überfuhr dort eine Warnbake. Bis zu diesem Zeitpunkt kam durch die Fahrmanöver des 34-Jährigen niemand zu Schaden.

Kollision mit Sandhaufen

Im Zuge der bereits eingeleiteten Fahndung nach dem Unfallfahrzeug entdeckte eine Streife der Verkehrspolizei Erlangen den gesuchten Opel Vivaro gegen 8 Uhr auf Höhe der Anschlussstelle Erlangen-Frauenaurach und nahm die Verfolgung des Fahrzeugs auf. Allerdings missachtete der 34-jährige Fahrer die Anhaltesignale der Polizeistreife und setzte seine Fahrt mit erhöhter Geschwindigkeit fort. Im Bereich der Baustelle am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen fuhr der Kleintransporter schließlich sogar in das abgesperrte Baufeld. Dort kollidierte der Kleintransporter mit einem Sandhaufen, überschlug sich und stürzte anschließend mehrere Meter tief in eine Baustellengrube.

Der 63-jährige Beifahrer wurde in dem Fahrzeugwrack eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Er erlitt bei dem Unfall lebensgefährliche Verletzungen und musste bereits vor Ort von Rettungskräften reanimiert werden. Auch der 34-jährige Unfallverursacher kam zur Versorgung seiner Verletzungen in ein Krankenhaus. An dem Kleintransporter entstand bei dem Unfall Totalschaden.

Gestohlene Kennzeichen

Beamte der Verkehrspolizei Feucht übernahmen die Unfallaufnahme. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wird bei den Unfallermittlungen auch ein Gutachter eingesetzt. Dieser nahm seine Arbeit bereits an der Unfallstelle auf. Für die Dauer der Unfallaufnahme musste die A 3 in Richtung Nürnberg für den Verkehr gesperrt werden. Es kam zu einem kilometerlangen Rückstau.

Im Rahmen der ersten Ermittlungen konnten die Beamten der Verkehrspolizei Feucht bislang klären, dass die Kennzeichen, die an dem in Polen zugelassenen Kleintransporter angebracht waren, in Deutschland gestohlen worden sind. Ein weiteres Paar deutscher Kennzeichen wurde im Rahmen der Unfallaufnahme in dem verunglückten Transporter gefunden. Auch sie sind gestohlen worden.

Da der 34-jährige Beschuldigte drogentypische Ausfallerscheinungen zeigte, musste er sich im Rahmen der Unfallaufnahme einer Blutentnahme unterziehen. Im Fahrzeug selbst konnten Beamte eine geringe Menge einer synthetischen Droge finden und sicherstellen.

Neben den Diebstählen der Kennzeichen sowie dem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt die Verkehrspolizei Feucht gegen den 34-Jährigen unter anderem auch wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Unfallflucht und fahrlässiger Körperverletzung. pol