Eine große Einweihungsfeier konnte wegen der hohen Inzidenzwerte im Landkreis Kulmbach nicht stattfinden. Dennoch ließen es sich Landrat Klaus Peter Söllner und Bürgermeister Roland Wolfrum gestern nicht nehmen, gemeinsam mit dem scheidenden BRK-Geschäftsführer Jürgen Dippold, Einsatzkräften und Notärzten den neuen Rettungsdienststandort in Stadtsteinach offiziell in Betrieb zu nehmen. Bänder wurden gespannt und kurze Eröffnungsreden gehalten.

Die neue Rettungswache ist direkt gegenüber der Feuerwehr, mitten im Stadtsteinacher Industriegebiet gelegen. Es handelt sich um einen 1,7 Millionen Euro teuren Zweckbau. Realisiert hat das Bauwerk das Unternehmen Residenz-Immobilien mit der Baufirma Vogel. Eigentümer ist die VR-Bank, die das Gebäude ans BRK vermietet.

"Das Gebäude wurde in Rekordzeit fertiggestellt. Damit ist der BRK-Standort Stadtsteinach auf Dauer gesichert", freute sich Landrat Söllner, zugleich Vorsitzender des Kreisverbands des Bayerischen Roten Kreuzes.

PV-Anlage auf dem Dach

Das Gebäude ist energieautark. Es ist mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet und bietet mit insgesamt 450 Quadratmetern reichlich Platz für die diversen Fahrzeuge sowie die 13 hauptamtlichen und fünf ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Das BRK Stadtsteinach kommt jedes Jahr auf etwa 5000 Einsätze Nicht nur in Stadtsteinach selbst leisten die Einsatzkräfte Beachtliches, sondern auch im gesamten nördlichen Oberland, betonte Landrat Klaus Peter Söllner und verwies darauf, dass das BRK Stadtsteinach jedes Jahr rund 150 000 Kilometer auf Achse sei. Jeder Kilometer erfolge im Dienst der Menschlichkeit.

In früheren Zeiten wurde das Notruftelefon einfach mit in die privaten Wohnzimmer genommen. Doch das Rettungswesen entwickelte sich weiter. Die Aufgaben wurden immer umfangreicher. Und das Gebäude am bisherigen Standort neben der Sparkasse platzte längst aus allen Nähten. "Wir haben die Fahrzeuggaragen stetig erweitert - zuletzt 2006/2007", sagte der Landrat. Doch die Wachräume genügten einfach nicht mehr den neuesten Vorgaben.

Dies ist jetzt anders. In der neuen Wache gibt es Gemeinschafts- und Ruheräume, eine Küche sowie eine Umkleide und einen Aufenthaltsraum. "Die jetzige Lösung konnte durch ein aufwändiges Gutachterverfahren erreicht werden", sagt Söllner. Besonders gut ist die Anbindung an die Feuerwehr direkt gegenüber.

Die Einsatzfahrzeuge des BRK können künftig über die neue Bundesstraße sehr gut ausrücken. "Die Fertigstellung des neuen Gebäudes ist ein wichtiger Schritt für unsere Infrastruktur", freute sich Bürgermeister Roland Wolfrum. Er überreichte ein Stadtwappen.

Die große Einweihungsfeier machte die Pandemie zwar zunichte, doch sie soll im Sommer nachgeholt werden. Für das Gebäude am alten Standort haben sich die Verantwortlichen auch schon eine Nutzung überlegt. Dort könnte eine Pflegeakademie einziehen.

"Das neue Gebäude ist ein großer Schritt für Stadtsteinach", fasste BRK-Rettungsdienstleiter Michael Martin zusammen und freue sich über den neuen Standort in seiner Heimatstadt.