Schon etwas für Aufmerksamkeit sorgte die Baumfällaktion auf dem Friedhof von Strössendorf. Allerdings stellte es sich im Nachhinein heraus, dass diese durchaus erforderlich war.

Von zwei mächtigen rotblättrigen Spitzahornbäumen waren die Zugänge zum Friedhof in Strössendorf flankiert. Sie haben sicherlich unzähligen Stürmen auf dem Gottesacker getrotzt und ganze Generationen von Menschen kommen und gehen sehen. Im Laufe der Zeit hatten sie daher auch mächtig an Umfang zugenommen, andererseits gab es an ihren Standorten nur wenige Entfaltungsmöglichkeiten für das Wurzelwerk, so dass hin und wieder die Baumkronen zurechtgestutzt werden mussten, wenn Äste keine Nahrung mehr erhalten konnten. Dass die Wurzeln sich immer mehr Platz verschafften, trat an den Treppenstufen und der entlang der Markgrafenstraßen verlaufenden Friedhofsmauer immer deutlicher zutage. Regelrecht auseinander gedrückt wurden dabei die fest verfugten Steine.

Meinungen gingen auseinander

Die Verantwortlichen der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Strössendorf-Altenkunstadt nahmen sich deshalb dieses Anliegens an. Viele empfanden diese altehrwürdigen Bäume erhaltenswert, während ein anderer Teil der Gläubigen sich für die Beseitigung dieser großen Bäume aussprach - gegebenenfalls könnten danach ja wieder einige neue Friedhofsbäume gepflanzt werden, dann allerdings nicht mehr so nahe an der Treppe und der Friedhofsmauer, so die Befürworter der Fällaktion. Letztendlich fand sich eine Mehrheit für das Fällen der beiden rotblättrigen Spitzahornbäume, was allerdings, aufgrund des exponierten Standortes, schon den Einsatz von Fachleuten erforderte: Zunächst kletterte Tino Motschmann aus Gärtenroth mit Steigeisen und den entsprechenden Sicherheitsgurten den Stamm empor und begann, von oben die Zweige nach und nach abzusägen und angehängt an ein Seil zu Boden zu bringen.

Schweres Gerät vonnöten

Für die gröberen Arbeiten, beispielsweise das Entfernen der mächtigen Äste und der Baumstämme selbst, war dann schon schweres Bergungsgerät erforderlich, das Walter Groß aus Neuses am Main zum Einsatzort brachte.

Er packte die Äste und schweren Stammteile mit dem Greifarm und hob sie sicher in einen bereitstehenden Wagen. Am Ende zeigten sich die Anwesenden erleichtert darüber, dass dies alles so schnell vonstatten gegangen war.

Brandkrustenpilz im Stamm

Natürlich richteten sich danach auch viele Blicke auf die Wurzelstöcke. Dabei zeigte sich, dass einer dieser Bäume im Inneren seines Stamms regelrecht ausgefault war. Den zweiten Spitzahorn zierten zwar in seiner Holzstruktur fast künstlerisch anmutende Formen, allerdings konnte dabei keinerlei Freude aufkommen, denn verdeutlichte dies nur, dass er vom sogenannten Brandkrustenpilz am Stammfuß befallen war.

Dieser holzzerstörende Pilz lässt einen Baum, wenn dieser entsprechend geschwächt ist, ohne Vorwarnung irgendwann umstürzen. Insofern stellte es sich im Nachhinein als richtig heraus, dass diese mächtigen Bäume, die so viele Menschen haben kommen und gehen sehen, gefällt wurden.