Bernhard Panzer

So sah es in früheren Zeiten auch in den Städten öfters aus: Stattliche Wohnhäuser standen neben ebenso großen Nebengebäuden, also Stallungen oder Scheunen. Auch der Stadtkern war damals landwirtschaftlich geprägt, und viele dieser Gebäude haben sich trotz des urbanen Wandels der Innenstädte bis heute erhalten.

Auch in Herzogenaurach ist das so. Beispielsweise zwischen der Hauptstraße und der Straße an der Schütt liegen vereinzelt noch große Grundstücke; vorne steht das Wohnhaus, dahinter eine Scheune. Das Anwesen Korder (Hotel Krone) ist ein Vorzeigebeispiel für diese Bauweise, die so genannte Durchfahrtsscheune ist für jeden Herzogenauracher, der sich für seine Innenstadt interessiert, ein Begriff. Oder er war es zumindest, denn die Scheune ist inzwischen weg. Im Juni wurde sie abgebrochen, nachdem eine Begehung mit den Experten des Denkmalschutzes die Erlaubnis gab.

Der Ensembleschutz war demnach auch ein größeres Kriterium für Tobias Lange vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. "Wie wichtig ist das Gebäude für die historische städtebauliche Struktur?", lautete eine Frage. Denn nicht nur die Anordnung von früher - vorne das Wohnhaus, hinten die

Scheune - sei auf dem Krone-Grundstück zwischen Hauptstraße und Schütt gut abgebildet. Auch in der Flucht fänden sich noch weitere Scheunen, merkte Lange damals an.

Die Erlaubnis zum Abbruch gab es von der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Erlangen dennoch. Denn die Scheune aus dem 19. Jahrhundert war definitiv kein Denkmal, es gab im Lauf der Jahre Bausünden, die Originalsubstanz sei zu gering, wurde damals festgehalten.

Zurzeit ist das Grundstück frei. Die Durchfahrtsscheune, die viele Jahrzehnte hinweg das Bild dort prägte, vermisst heute wohl niemand mehr.