Wenn die Sonne scheint, steigt bei der Familie Hans Kaltenhäuser die Laune. Denn die Familie erzeugt nicht nur eigenen Solarstrom für das Wohnhaus, sondern auch für das benachbarte zweigeschossige Elternhaus. Die Falkendorfer Familie setzt auf Solarstrom.

Und der ist sogar verfügbar, wenn dicke Wolken am Himmel hängen, zwei Speicher im Keller machen es möglich. Die 54 auf dem Dach montierten Module mit einer Gesamtleistung von 15,12 kWpeak liefern die notwendige elektrische Energie, sorgen für Warmwasser und seit kurzem wird auch mit Sonne getankt. Der Strom wandert vom Dach als Gleitstrom in den Keller und wird schließlich in die nutzbare, netzkonforme Wechselspannung umgewandelt.

Wenn also die Sonne lacht, geht es der Haushaltskasse der Familie ähnlich - schließlich spart sie so ordentlich Geld. Seit September ist die Familie nicht mehr auf einen Stromanbieter angewiesen und lässt die Sonne den Strom erzeugen.

Zwei Stromspeicher (13 kWh und 6,5 kWh) im Keller machen es möglich, dass Kühlschrank, Fernseher, Wärmepumpe oder Radio unverändert ihren Dienst verrichten können. In der Nacht überbrückt die Speicherkapazität den fehlenden Sonnenschein und selbst nach einem trüben oder regnerischen Tag zeigen die Stromspeicher noch rund 30 Prozent an.

Rund 80 000 private Speicher für Strom aus Photovoltaik-Anlagen sind nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft in Deutschland in Betrieb und jährlich kommen etwa 30 000 dazu. Aktuell ist das Verhältnis der Heimspeicher zu bereits errichteten Photovoltaik-Anlagen (1,6 Millionen) also noch klein. Der Bundesverband Solarwirtschaft rechnet jedoch mit einem rasant wachsenden Markt. Schon heute wird jede zweite neue Photovoltaik-Anlage mit einem Stromspeicher verkauft.

Unbegrenzt verfügbar

Denn Sonnenenergie ist unbegrenzt verfügbar. Sie hilft, die Umwelt zu schonen, indem Treibhausgase vermieden, fossile Brennstoffe geschont werden. Diese Art der Energiegewinnung erzeugt keinen Müll oder Rückstände. Und die hauseigene Solaranlage macht außerdem unabhängig von steigenden Stromkosten. Mit der Photovoltaik-Anlage ist die Familie autark: Es wird sauberer Eigenstrom erzeugt und in die Hausanlage eingespeist. Überschüssige Energie ist darüber hinaus bares Geld wert und wird an den Stromanbieter verkauft. Für Hauseigentümer lohnt sich eine Photovoltaikanlage besonders, wenn sie den Solarstrom selbst verbrauchen und dadurch weniger oder überhaupt keinen Strom vom Energieversorger kaufen müssen.

"Mit jedem Cent, den man mehr für den Strom zahlen muss, wird selbst die kleinste PV-Anlage interessant. Und das, obwohl die Einspeisevergütung im letzten halben Jahr noch einmal drastisch gesenkt wurde. Die Rentabilität von PV-Anlagen ist immer noch hoch", erläutert Hans Kaltenhäuser. Zudem seien die Preise für Solar-Module in den vergangenen Jahren erheblich gesunken.

Echte Alternative

Inzwischen ist auch das Elektroauto der Familie eine echte Alternative zum Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Das wird natürlich noch attraktiver, wenn der Strom dafür aus der eigenen Steckdose kommt.

Für die Elektromobilisten lohnt sich die eigenen PV-Anlage auch aber auch aus anderen Gründen: Nicht immer sind freie Ladesäulen verfügbar, zudem ist der Strom dort manchmal recht teuer: Bei bis zu zwei Euro liegt die gekaufte Kilowattstunde.

Die Fahrtkosten von Elektroautos sind bereits mit Netzstrom günstig. Je nach Größe verbrauchen die Stromer auf 100 Kilometern durchschnittlich 20 Kilowattstunden - bei einem Renault Zoe sind es beispielsweise rund 16 Kilowattstunden, bei dem Tesla Model S 70 rund 21 Kilowattstunden. Bei einem normalen Haushaltsstrompreis von netto 25 Cent pro Kilowattstunde verursacht der Renault auf 100 Kilometer daher Fahrtkosten von vier Euro, der Tesla Fahrtkosten von 5,30 Euro. Zum Vergleich: Ein mit Benzin betriebenes Auto verursacht durchschnittlich Kosten von elf Euro.

Nutzt man eigenen Solarstrom mit Erzeugungskosten von zwölf Cent pro Kilowattstunde, sieht die Sache noch besser aus. Dann sinken die Kosten der gewählten Beispielautos auf rund 1,90 Euro beziehungsweise 2,50 Euro auf 100 Kilometer. Gegenüber Strom aus der Steckdose ergibt sich eine Ersparnis um 50 Prozent.

"Die Bananen haben mit der Anlage nichts zu tun, aber mit der Sonne", sagt Hans Kaltenhäuser und zeigt schmunzelnd auf die Bananenstaude, die zum ersten Mal Früchte trägt. Der vor Jahren von den Kanaren mitgebrachte Setzling hat sich prächtig entwickelt, und die Sonne in der Ecke zwischen Wohnhaus und Nebengebäude sorgte jetzt für Bananen.