Neben der Autobahn nahe dem Stadtteil Rögen will Landwirt Rainer Jacob eine sogenannte Agrovoltaik-Anlage errichten. Der Senat für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Bauwesen änderte am Mittwoch für dieses Vorhaben den Flächennutzungsplan einstimmig und schuf damit Planungsrecht.

Bislang ist das Grundstück als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Mit "Agrovoltaik" ist gemeint, dass auf der Fläche Landwirtschaft betrieben, Strom erzeugt und durch den Landwirt selbst genutzt wird.

Rainer Jacob will mit der Anlage seinen Betrieb ökologisch und zukunftssicher ausrichten und auf der etwa 1,5 Hektar großen und ertragsschwachen Fläche mit Photovoltaik Strom erzeugen. Rund ein Dreiviertelmegawatt Strom soll die Anlage jedes Jahr liefern. Den größten Teil der elektrischen Energie wird Jacob in seinem Betrieb selbst verbrauchen.

Schwarznasenschafe sollen die Fläche unter und zwischen den Modulen dauerhaft beweiden. Deshalb werden die Solarmodule auf höheren Stützen als sonst üblich montiert. So könnten die Landmaschinen ebenfalls unter den Paneelen hin- und her fahren. Auch sind die einzelnen Module größer. In einem zweiten Schritt ist geplant, mit der erzeugten elektrischen Energie Wasserstoff zu produzieren, um damit wiederum den landwirtschaftlichen Fuhrpark betreiben zu können. Es gibt inzwischen Traktoren mit Wasserstoffantrieb.

"Beitrag zur Energiewende"

In der Beschlussvorlage hieß es unter anderem, die Stadtverwaltung stehe dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber, leiste es doch einen Beitrag zur Energiewende und überzeuge durch das ganzheitliche Konzept. Das Landschaftsbild werde durch Photovoltaik-Paneelen nicht beeinträchtigt. Bis auf die Seite zur Autobahn werde die Anlage mit Sträuchern und einer mehrreihigen Hecke umgeben.

Die Bauarbeiten sollen Ende 2021 beginnen und etwa zwölf Monate dauern. Die Erzeugung von Wasserstoff könnte in etwa fünf Jahren starten. cw