Alina, Elton und Michael kommen in Memmelsdorf richtig cool rüber

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Na also, da tut sich doch was. Aufmerksam, konstruktiv und in angenehmer Atmosphäre fand das erste offizielle Memmelsdorfer Jugendgespräch im Sitzungssaal des Rathauses statt. Die im Rahmen des Bundes...

Na also, da tut sich doch was. Aufmerksam, konstruktiv und in angenehmer Atmosphäre fand das erste offizielle Memmelsdorfer Jugendgespräch im Sitzungssaal des Rathauses statt. Die im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" zuletzt von Landrat Johann Kalb (CSU) höchstpersönlich angestoßene Charmingoffensive der bundesdeutschen Demokratie auf kommunaler Ebene fand nun zum ersten Mal auch in der Fläche des Landkreises statt.

Bürgermeister Gerd Schneider (parteilos) konnte für die Jugend von Memmelsdorf stellvertretend Alina Saibel, Elton Czelay und Michael Dück begrüßen. Die drei, die in den beiden neunten Klassen der Memmelsdorfer Mittelschule Klassensprecher sind, zeigten sich nach ersten vorsichtig-leisen Anläufen recht schnell professionell in ihrem Standing und souverän und sicher in ihrer Argumentation.

Senioren stimmen zu

Die Anregung, mehr wind- und wetterfeste Unterstände oder Pavillons an Bushaltestellen oder zentralen Orten in Memmelsdorf und seinen Ortsteilen zu schaffen, nach Möglichkeit bitte mit W-LAN, wie Michael Dück selbstbewusst hinzufügte, wurde von den ebenfalls zur Veranstaltung in der Familiengemeinde Memmelsdorf eingeladenen Senioren mitgetragen und von den anwesenden Gemeinderäten begrüßt.

Schneider freute sich nicht nur über den regen Zuspruch der jungen Leute und der Senioren in seiner Gemeinde zum ersten Memmelsdorfer Jugendgespräch, er wurde auch noch von seinem Ordnungsamtschef Ralf Pfister unterstützt und von den Räten Alfons Distler (VWG), Hugo Druck (SPD), Hans-Werner Müller (CSU) und Raimund Wörner (ALM9).

Die Vertreter der Rathaus-Parteien und der Verwaltung signalisierten den Jugendlichen, dass es nicht um einen Blabla-Dialog gehen solle, sondern die Verwaltungsspitze und die gewählten Kommunalpolitiker ernsthaft wissen wollten, wo der Jugend der Schuh drückt und was man im Einzelfall tun kann.

Eine Absage mussten die Jugendlichen freilich kassieren, als es um ihren Wunsch nach mehr und besseren Busverbindungen in die Stadt ging. Da, so Bürgermeister Schneider, könne man bis zum Jahresfahrplan für 2024/2025 nichts ändern, denn erst dann würden neue Bedürfnisse und Wünsche der Kommunen im Verkehrsverbund wieder berücksichtigt. Bis dahin sei alles festgeschrieben.

Räte zeigen sich offen

Aber auch solches verkrafteten die Jugendlichen, denn die Räte und die Verwaltungsvertreter, sie vertrösteten nicht oder suchten gar Ausflüchte. Nein, sie zeigten sich offen und von so mancher Anregung sogar begeistert. Und wo sie nicht gleich Abhilfe oder Unterstützung schaffen könnten, da erklärten sie gut nachvollziehbar, welche Probleme rechtlicher, politischer oder technischer Art erst aus dem Weg geräumt werden müssten, damit eine Maßnahme umgesetzt werden kann.

Eine Fahrradweg-Teilstrecke am Ortsrand von Memmelsdorf, so wünschten sich die Jugendlichen, solle möglichst bald beleuchtet werden, denn das schaffe mehr Verkehrssicherheit für die Nutzer und mehr gefühlte Sicherheit mit dazu. "Wir nehmen das in der Verwaltung sofort in Angriff", parierte Bürgermeister Schneider. Die Jugendlichen lud er gleich noch ins Bauamt der Gemeinde ein, damit sie anhand des vorhandenen Planmaterials für die Gemeinde Nägel mit Köpfen machen könnten. Mehr Party wünschten sich die Jugendlichen außerdem für ihre Altersgruppe und bei der Kerwa in Lichteneiche das eine oder andere Fahrgeschäft. Flohmärkte für Kinder und Jugendliche sollten öfter stattfinden und in der Mittelschule sollten die Toiletten instandgesetzt und mehr Sitzmöbel für die Pausenhalle angeschafft werden. Alles, so waren sich die anwesenden Ratsmitglieder einig, gute Anregungen. Und da Benedikt Martin vom Verein für offene Jugendarbeit auch noch signalisieren konnte, dass die Jugendlichen sehr gerne auch selbst mithelfen werden, die eine oder andere Maßnahme zu realisieren, gab es am Schluss der zweistündigen Gesprächsrunde bei den Gemeinderäten, bei Ordnungsamtschef Ralf Pfister und bei Bürgermeister Gerd Schneider beinahe schon vorweihnachtlich leuchtende Augen.