70 Jahre Sozialverband VdK Deutschland und VdK Bayern bedeuten zugleich 70 Jahre deutsche und bayerische Sozialgeschichte. Als die Kriegsbeschädigten 1945 nach Hause kamen, standen sie vor dem Nichts. Es gab keine Versorgung.
Sie mussten ihre Familien über Wasser halten und klaglos mit ihren körperlichen und seelischen Problemen fertig werden. Die Kriegerwitwen hatten ihre Kinder groß zu ziehen. Niemand war da, der helfen wollte. Sie mussten selbst dafür sorgen, wie sie zurechtkamen, denn auch für sie gab es keine Versorgung.


120 Gäste

"So entstand der VdK" - so stieg der Kreisvorsitzende Klaus Nenninger am Samstag in seinen Rückblick auf die 70 Jahre der Kulmbacher Kreisorganisation im Achat Plaza Hotel Kulmbach vor 120 Gästen ein.
Am 4. Dezember 1946 wurde der VdK Bayern gegründet und am 25. Februar 1947 der VdK-Kreisverband Kulmbach. Gründervater war Hans Lehnert, der bis 1979 auch gleichzeitig Kreisgeschäftsführer war. Es war die erste Kreisorganisation im Regierungsbezirk Oberfranken.
Erster Kreisvorsitzender war Walter Koch. Im folgten 1952 Max Flohr, später Horst Zimmermann und Theodor Uwira, der bis 1980 tätig war. Der letzte Zeitzeuge dieser Generation war Karl Hahn, der den Kreisverband 15 Jahre leitete. Mit Gerold Hunkler erfolgte zugleich der Generationswechsel. Karl Hahn und Gerold Hunkler wurden ob ihrer großen Verdienste zu Ehrenkreisvorsitzenden ernannt. Seit 2011 führt Klaus Nenniger die VdK-Kreisorganisation. Insgesamt zählt der erweiterte Kreisvorstand 15 Mitglieder.


Fleißig und umtriebig

Sparsamer war der VdK Kulmbach mit seinen Kreisgeschäftsführern. Auf Hans Lehnert folgte 1979 Hans Röhle. Und ab 1999 hat Alexander Wunderlich diese Position fleißig, umtriebig und sehr erfolgreich inne. Zwei Jahre nach der Gründung hatte die Kreisorganisation bereits 39 Ortsverbände mit insgesamt 4000 Mitgliedern. Ein Jahr später stieg sie auf 5000 und erreichte 1953 den Stand von 5561 Personen. 2474 Kriegsbeschädigte, 2145 Kriegerwitwen, -waisen und Kriegereltern, der Rest Behinderte, Rentner und Unfallopfer.
1979 öffnete sich der Kreisverband auch für Rentner, Kranke und ältere Menschen und so entstand der Sozialverband VdK. "Heute sind es 8400 Mitglieder in 29 Ortsverbänden, was für eine Erfolgsgeschichte", betonte Klaus Nenninger stolz. 11,57 Prozent der Kreisbevölkerung sind Mitglied im VdK, der damit auf dem 2. Platz in Bayern steht.
In der oberfränkischen Bezirksorganisation sind es aktuell 84 000 und im VdK Bayern 664 000 Personen.


Seit Jahrzehnten engagiert

Sechs Mitglieder sind bereits seit den Anfängen 1947 dabei und alle schon über 90 Jahre alt. Einer von ihnen ist Alfred Burger aus Grafengehaig, der am Samstag dafür in prominentem Kreis geehrte wurde. Fünf weitere sind über 100 Jahre, so wie Thomas Münch aus Alladorf.
Der Kreisvorsitzende zählte einige Namen auf, die mit der Entwicklung des Kreisverbandes Stadtsteinach über die sieben Jahrzehnte verbunden sind: Alois Hugo, Paul Mühlsteff, Adam Müller, Gustav Bauernfeind, Heinz Geiger, Raimund Then, Gerhard Schott, Maria Birke, Gretel Schneider, Christel Stenglein, Lina Kneitz und Anneliese Felbinger. kpw