Die acht Schulgebäude, für die die Stadt Kulmbach Sachaufwandsträger ist, haben allesamt ihre eigene Geschichte - und doch eines gemeinsam: Gleich, ob es sich um einen Bau unter Denkmalschutz oder ein Gebäude aus den 1960er Jahren handelt, mit der Zeit sind Defizite entstanden, die es zu beseitigen gilt.

Die Verwaltungsräte Ralf Baumann (SPD) und Peter Bastobbe (CSU) haben daher ein Schulsanierungsprogramm angeregt, das der Stadtrat bereits verabschiedet hat. "Bei unserem Antrittsbesuchen stellten wir fest, dass an fast jeder Bausubstanz etwas getan werden müsste", so Peter Bastobbe.

Zu den moderneren Bauten unter den städtischen Schulen gehört der Neubau der Hans-Edelmann-Schule aus dem Jahr 1985/86, aber ansonsten nur noch die Mensa der Max-Hundt-Schule. "Für uns war daher klar, dass wir gemeinsam, also parteiübergreifend, tätig werden müssen", ergänzte Ralf Baumann.

Erste Bestandsaufnahme

Zunächst soll es eine Bestandsaufnahme geben. Das Architektur- und Sachverständigenbüro Christian Fichtl aus Kulmbach wurde damit beauftragt, Steckbriefe zu erstellen. "Wir werden alle acht Schulen begehen und eine Bewertungsmatrix erstellen, die auch für Nichttechniker leicht nachvollziehbar ist", erklärte Christian Fichtl.

Ziel dieser ersten Begehungen sei es, zunächst zwei Schulen mit dem höchsten Sanierungsaufwand auszuwählen, die man in der zweiten Jahreshälfte dann näher betrachten wolle. Dabei spielen Barrierefreiheit, Brandschutz oder Ausstattung der Räumlichkeiten ebenso eine Rolle wie eine energetische Sanierung oder die interne digitale Ausstattung. "Wir haben zum Beispiel viele alte Schulen mit hohen Räumen, da muss l etwas an der Akustik getan werden", sagte Fichtl. "Auf Basis einer umfassenden gutachterlichen Bestandsaufnahme, die mit verlässlichen Zahlen hinterlegt ist, können wir die notwendigen Sanierungen angehen", sagte OB Ingo Lehmann (SPD). Die erforderlichen Finanzmittel sollen in den künftigen Haushaltsplanungen berücksichtigt werden. "Mit Hilfe staatlicher Fördermittel sollen dann abschnittsweise die Arbeiten an den Schulen umgesetzt werden." Leider, so bedauerte der OB, gebe es fast keine Förderprogramme für die Schulsanierung, hier sehe er die Regierung in der Pflicht. Für die erste Bestandsaufnahme inklusive der Begutachtung der zwei ersten ausgewählten Schulen stellte der Stadtrat 140 000 Euro für das Haushaltsjahr 2021 zur Verfügung.

Rektorin freut sich

Sandra Stenglein, Rektorin an der Pestalozzi-Schule, begrüßte das geplante Sanierungsprogramm. Ihre Schule ist die erste, die der Christian Fichtl begutachten wird. "Ich denke, ich spreche für alle Schulleiter, wenn ich sage, dass wir uns über diesen Vorstoß freuen."

Die Pestalozzischule sei 1900 gebaut worden. "Ein ganz dringendes Problem sind die Fenster unserer Schule", erklärte Stenglein. Die seien zum Glück in den Sommerferien überholt worden, sodass man sie wieder öffnen und schließen könne, aber eine energetische Sanierung stehe diesbezüglich noch aus.