Die Herstellung der Überleitung des Abwassers von Warmersdorf und Buchfeld in die Kläranlage nach Wachenroth ist der größte Brocken im diesjährigen Haushalt der Marktgemeinde Wachenroth.
Bei der Haushaltsberatung bezifferte Geschäftsleiter Markus Schramm die Kosten auf 750 000 bis 800 000 Euro. Die Maßnahme soll in diesem Jahr durchgeführt werden. Im März werde die Ausschreibung stattfinden, im April sei die Vergabe der Arbeiten geplant. Um das Abwasser nach Wachenroth zu leiten, müssen knapp 3000 Meter Druckleitung eingepflügt werden. Durch den Anschluss der beiden Ortsteile werden etwa 370 Einwohnerwerte mehr in der zentralen Kläranlage ankommen. Nach dem Anschluss von Warmersdorf und Buchfeld soll die Kläranlage in Buchfeld aufgelassen werden.


Kredit von 400 000 Euro

Wie Bürgermeister Friedrich Gleitmann (CSU) gegenüber dem FT erklärte, hofft er bei den bevorstehenden Ausschreibungen auf günstige Konditionen. Markus Schramm ist als Gemeindekämmerer daran gelegen, wie die Maßnahme im Abwasserbereich refinanziert werden kann. Darüber müssen sich die Gemeinderäte allerdings noch Gedanken machen. Bei Umlegung auf die Abwassergebühren würde dies den aktuellen Abwassertarif von 2,20 Euro um 45 bis 50 Cent pro Kubikmeter erhöhen, schätzt Schramm. Es sei aber auch eine Regelung über Beiträge möglich.
Mit den Finanzen glaubt der Kämmerer in diesem Haushalt "ganz gut zurecht zu kommen". Vorausgesetzt, die Gewerbesteuer entwickle sich wie erhofft und es gebe auch sonst keine unliebsamen Überraschungen. "Wir versuchen ohne Neuaufnahme (von Darlehen) auszukommen", ließ er die Räte hören. Dennoch will er auf Nummer sicher gehen und eine Kreditermächtigung von 400 000 Euro genehmigen lassen. Diese Genehmigung gelte für zwei Jahre und eine solche Reserve könne in den nächsten Jahren nicht schaden, meinte er.
Detailliert ging Schramm in der Sitzung die Haushaltsansätze durch. Das meiste davon Verbrauchsmaterial und keine größeren Ausgaben. Ausnahme ein Schneepflug, "den schieben wir schon zwei Jahre vor uns her", erinnerte sich Schramm.
Einen Haushaltsansatz wird es für die Untersuchung des Dachs der Ebrachtalhalle geben. Damit will man auf die Risse in den Leimbindern reagieren. Die Dorferneuerung in Wachenroth wird den diesjährigen Etat noch nicht belasten. Sie soll erst 2017 beginnen, wie Bürgermeister Gleitsmann auf telefonische Nachfrage mitteilte.


Schlamm in der Kläranlage

Im nächsten Jahr wird nach den Worten des Kämmerers die Schlammbehandlung in der Kläranlage ein Thema im Ratsgremium sein. In der fast zehn Jahre alten Anlage sei zwar "noch ein wenig Luft" für den Schlamm, aber man müsse sich rechtzeitig Gedanken machen. Für Schramm gibt es verschiedene Möglichkeiten: Eine Trocknungsanlage ebenso wie Pellets aus Schlamm. "Jedenfalls etwas mit Weitsicht", führte er vor Augen.
Sinn machen auch die im Haushalt angesetzten höheren Ausgaben für Fällmittel in der Kläranlage: "Dadurch wird der Schlamm besser und die Abwasserwerte können eingehalten werden." Die Abwasserabgabe werde um einiges geringer.
Für die Sanierung von Abwasserkanälen sind im Etat 50 000 Euro angesetzt. Es sei aber nicht sicher, ob in diesem Jahr etwas saniert werde, so der Kämmerer. Der Haushalt soll in der nächsten Sitzung verabschiedet werden.