Im Alter von 90 Jahren ist der Seniorchef der Weismainer Püls-Bräu, Hans Püls, jetzt verstorben. Mit ihm verliert die oberfränkische Wirtschaft eine ihrer prägenden Persönlichkeiten, während die Stadt Weismain von ihrem Ehrenbürger Abschiede nehmen muss.

Hans Püls wurde am 20. Januar 1930 als Sohn der Eheleute Maria und Josef Püls geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und dem Ende der 4. Klasse wechselte nach Bamberg in das Kaiser-Heinrich-Gymnasium und in das Aufsees' sche Internat. Dabei musste er auch den Zweiten Weltkrieg hautnah miterleben und verlor dabei so manchen guten Freund bei einem der Bombenangriffe.

Früh gefordert

Mit Beendigung seiner Schulzeit begann Hans Püls zunächst eine Lehre in der Kulmbacher Sandler-Bräu und erreichte den Abschluss als Brauer und Mälzer. Von 1950 an entschloss er sich zu einem Studium in Weihenstephan und konnte das Diplom als Braumeister mit Bravour erreichen. Nachdem er 1955 seine Tätigkeit im elterlichen Betrieb begonnen hatte, bedeutete es für den gerade einmal 25-Jährigen eine große Herausforderung, den Betrieb, der zur damaligen Zeit nicht nur aus der Brauerei und einer Mälzerei, sondern auch einer beachtlichen Landwirtschaft bestand, mit der Unterstützung seiner Mutter zu führen - sein Vater verstarb bereits im ersten Jahr. Die Nachkriegszeit erforderte von der Brauerfamilie Püls viele Anstrengungen, Zumal es die Spuren der vorangegangenen Jahre noch zu beseitigen galt.

Erfreulicherweise wurde aber die wirtschaftliche Tätigkeit belohnt, denn Hans Püls gelang es im Laufe der Jahre, die Weismainer Püls-Bräu zu einer der führenden Privatbrauereien in Oberfranken auszubauen. 1960 heirateten er und seine Verlobte Rosemarie, geb. Niggl, mit der er über 60 gemeinsame glückliche Jahre verbrachte. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, 1961 Sohn Hans-Josef und 1962 Tochter Brigitte. Die Kinder und später die beiden Enkelkinder waren der ganze Stolz von Hans Püls, der dabei nicht nur ein fürsorglicher Vater und Großvater war, sondern sich in gleicher Weise auch seiner Brauerfamilie zuwandte.

Viele Auszeichnungen

Dass sein Tun erfolgreich war, beweisen die unzähligen Goldmedaillen, der Preis der Besten und der Bundesehrenpreis, die Hans Püls für seine Brauereiprodukte erhielt. Im öffentlichen Leben erwies er sich als ein Gönner und Förderer des kirchlichen Lebens, der Vereine und vieler gemeinnütziger, sozialer und kultureller Einrichtungen. Schon zu Lebzeiten fand deshalb sein Schaffen mit höchsten Auszeichnungen die entsprechende Würdigung. So unter anderem mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande und der Ernennung zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt.

Im Alter von 90 Jahren ist Diplombraumeister Hans Püls jetzt friedlich entschlafen, seinem Wunsch entsprechend, fand die Trauerfeier nur im engsten Familienkreis statt. Anstelle von nachträglichen Blumen und Kränzen bittet die Familie dem Anliegen des Verstorbenen entsprechend um Spenden an das Bayerische Rote Kreuz, Lichtenfels, für die Aktion "Helfen macht Spaß - Hans Püls". Die IBAN lautet: DE 26 7835 0000 0000 0388 85.