Ein ambitioniertes Arbeitspensum hatte der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Montagabend zu bewältigen. Die Beratungen und Beschlussfassungen für insgesamt zwölf Tagesordnungspunkte nahmen knapp zwei Stunden in Anspruch. Darunter waren auch Themen, die dem Gremium die Entscheidung nicht einfach machten.

So lag ein Bauantrag für eine Geländeabtragung und Gelände-Auffüllung auf einem bisher landwirtschaftlich genutzten Grundstück vor, das dem Gewerbegebiet "Hegnabrunn-Süd" zugeordnet werden soll. Dafür beschloss der Gemeinderat die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes mit integriertem Grünordnungsplan "Gewerbegebiet Hegnabrunn-Süd II" für eine knapp neun Hektar große Fläche sowie die Änderung des Flächennutzungsplanes im Parallelverfahren.

Räte haben noch Aufklärungsbedarf

Diese Beschlussfassung erfolgte noch einstimmig, doch beim Bauantrag sah der Gemeinderat quer durch alle Fraktionen noch gehörigen Aufklärungsbedarf. Bei der Bauleitplanung mit der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes ging es dem Gemeinderat um eine Grundsatzentscheidung. Gemeinderat Gernot Kintzel (CSU) brachte diese auf den Punkt: "Wollen wir eine weitere Entwicklung der dort niedergelassenen Firmengruppe, ja oder nein?"

Sein Fraktionskollege Ralf Pistor räumte ein, dass er nicht glücklich darüber sei, wenn die gewerbliche Entwicklung an dieser Stelle weiter ausgedehnt werde: "Das Unternehmen hat sich dort aber vor mehr als 20 Jahren angesiedelt und hat Erfolg. Ich tue mich deshalb schwer, dass sich das Unternehmen dort nicht weiterentwickeln kann." Pistor signalisierte deshalb Zustimmung für die vorliegende Bauleitplanung, regte aber zugleich an, entlang der Staatsstraße in Richtung Schlömen einen Erdwall mit ökologisch wertvollen Gehölzen und Pflanzen anlegen zu lassen. Er sprach von einem Naturschutz-Projekt im Industriegelände: "Das könnte dann eine saubere Geschichte werden."

Größeres Kopfzerbrechen bereitete dem Gemeinderat dagegen die beantragte Geländeabgrabung und Gelände-Auffüllung auf einem Grundstück in dem künftigen Gewerbegebiet "Hegnabrunn-Süd lI" mit einem Volumen von rund 6000 Kubikmetern. Die Gemeinderäte waren sich am Ende aber alle einig: Die aufgeworfenen Problemstellungen sollen mit dem Antragsteller und dessen Planer geklärt und dem Gemeinderat in einer 3-D-Version bei einer weiteren Sitzung vorgestellt werden.

Neubau einer Werkhalle

Keine Einwände hatte das Gremium gegen den Neubau einer Werkhalle an der Wirsberger Straße mit den Grundrissabmessungen von 20 auf 30 Meter. Es ist eine Stahlhalle, die als Lager und Werkstatt dient, und die Dachform wird ähnlich wie bei den bereits bestehenden Gebäuden als Satteldach ausgeführt.

Auf Zustimmung stießen auch die Bauleitplanungen der Nachbargemeinden Untersteinach ("Solarpark Am Hummenbühl") und Himmelkron ("Maintalstraße II").

Als Satzung wurde die qualifizierte Änderung des Bebauungsplanes "Laubenstraße I" für die Schaffung einer weiteren Bauparzelle beschlossen.

Beschlossene Sache ist für den Gemeinderat auch die Kostenbeteiligung der Gemeinde Neuenmarkt am Ersatz von Elternbeiträgen für die Kindertageseinrichtung Neuenmarkt mit Kinderhort für die Zeit der Schließung der Kita. Bürgermeister Alexander Wunderlich (CSU) bezifferte den kommunalen Beitragsersatz mit 2565 Euro. Während der Freistaat Bayern hier 70 Prozent der Kosten trägt, übernimmt die Gemeinde Neuenmarkt die restlichen 30 Prozent. Dieser Beschluss gilt auch für die Zukunft, sollte es coronabedingt zu weiteren Schließungen kommen.

60 Hortplätze und 93 Kindergartenplätze

Wie Bürgermeister Wunderlich weiter ausführte, wird die künftige Kinderbetreuung in der Kita Neuenmarkt bauliche Veränderungen notwendig machen, denn der Bedarf an Kindergarten- und Kinderhortplätzen wird ab September 2021 steigen. So werden für den Hort weitere acht bis zehn Plätze benötigt und für den Kindergarten liegen neben drei ausgelasteten Gruppen mit jeweils 27 Kindern weitere zwölf Zusagen vor. Der Gemeinderat beschloss daher den Bedarf von 60 Hortplätzen und 93 Kindergartenplätzen für das Schuljahr 2021/22.

In der Anerkennung des Mehrbedarfs für die Kita Neuenmarkt sieht Bürgermeister Wunderlich zugleich einen Handlungsbedarf, um die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen: "Wir können froh sein, dass in unserer Kindertagesstätte eine hervorragende Arbeit geleistet wird, und wir wollen die Kinder ungern in die Nachbargemeinden verweisen."

So könnte eine vorübergehende Notlösung in Form von Containern geschaffen werden. Der jährliche Mietvertragspreis beläuft sich für einen Container auf maximal 86 000 Euro.

Gernot Kintzel stellte fest, dass die Kita mit dem Hort eine Zugkraft habe. Das wertete er als Anerkennung nicht nur für die Kirchengemeinde als Träger der Einrichtung, sondern auch für die Gemeinde Neuenmarkt: "Wir wollen uns weiterentwickeln, und Neuenmarkt bietet Chancen. Es geht kein Weg daran vorbei, dass wir für unsere jungen Mitbürger was leisten müssen. Die jungen Familien brauchen Sicherheit."

Zunächst sollen noch Kostenangebote für Miete und für Kauf eines Containers eingeholt werden, und für September 2021 wurde eine nochmalige Bedarfsermittlung angeregt. Daneben soll ein Architekt eingeschaltet werden, der die Möglichkeit einer baulichen Erweiterung ausloten soll.