Es war ein großer, feierlicher Moment, als die Prüflinge aus der Region Oberfranken West, das umfasst die Landkreise Bamberg, Coburg, Forchheim, Kronach und Lichtenfels, ihre Ernennung zu Landwirten entgegennehmen konnten. Hans Vetter als Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg begrüßte dazu im Sportheim von Weingarts die 55 erfolgreichen Kandidaten.
Aus dem Landkreis Forchheim sind dies: Andreas Förtsch (Leutenbach), Vanessa Gebhard (Kirchehrenbach), Andreas Göthert (Kunreuth), Sandra Grau (Pretzfeld), Markus Haslbeck (Eggolsheim), Andreas Krauß (Hausen), Elke Kutzberger (Gräfenberg), Dominic Lüdicke (Igensdorf), Michael Marsching (Effeltrich) und Maximilian Sponsel (Kirchehrenbach).
Unter den zahlreichen Ehrengästen hieß er unter anderen als Festredner Klemens Brosig, Bereichsleiter Schulen Oberfranken, darunter fallen auch die Grund- und Mittelschulen sowie das berufliche Bildungswesen und die landwirtschaftlichen Berufsschulen, Landrat Hermann Ulm und MdL Michael Hofmann (beide CSU) willkommen.


Beste Köpfe für Landwirtschaft

Die Freisprechungsfeiern, so Vetter, seien der Schlusspunkt von Lehrzeit und Abschlussprüfung. Es ist eine Gelegenheit, den Berufsnachwuchs der Landwirte der Öffentlichkeit zu präsentieren und eine Wettbewerbsveranstaltung um die besten Köpfe für den Beruf Landwirt zu organisieren. "Ohne gelernten Berufsnachwuchs keine künftige Landwirtschaft", so Vetter. 24 Azubis durchliefen die Ausbildung in der klassischen Form, 31 hatten bereits einen Beruf erlernt und wählten die Fortbildung über BILA (Ausbildungsprogramm Landwirtschaft). Ein Azubi kam aus Württemberg, einer aus Brandenburg. Das deutsche Modell der dualen Ausbildung hat inzwischen Modellcharakter in ganz Europa und spricht für seine Qualität. Die drei tragenden Säulen sind dabei der Meisterbetrieb für die Praxis, die Berufsschule für die Theorie und das Berufsbildungsamt als staatliche Stelle, mitten drin befindet sich der Auszubildende. Der Gruß von Vetter ging an die Verantwortlichen der Berufsschule Coburg, vom AELF Bamberg, wo die Bila-Kurse stattfinden, und an die Vertreter der Ämter der übrigen Landkreise.


Bodenständigkeit

Sein Dankeschön galt den Betriebsleitern der fünf Prüfungsbetriebe und der Prüfungskommission mit Vorsitzendem Heilingloh. Klemens Brosig gratulierte in seiner Festrede den Absolventen. Er dankte den Lehrern und Ausbildern. "Landwirtschaft, das bedeute Bodenständigkeit im wahrsten Sinne des Wortes", betonte Brosig. Vordergründige Technisierung verändere Produkt, Anbaumethoden und Vermarktung. Dazu komme die Globalisierung und die Auflösung landwirtschaftlicher Betriebe. Handlungsfähigkeit müsse immer neu erworben, das Berufsbild überarbeitet werden. Die hohe gesellschaftliche Verantwortung bestehe in der Gestaltung nachhaltiger Kulturlandschaft mit einer Jahrhunderte alten Prägung.
Mutig und umtriebig bleiben, aufgeschlossen und konservativ, das legte der Redner den Landwirten nahe. Gleichzeitig riet er ihnen, die Chancen zur Weiterbildung wahrzunehmen. "Und vergessen Sie nicht die anderen Verkehrsteilnehmer auf ihren 350 bis 560 PS-starken Schleppern", gab Brosig den neuen Landwirten zum Abschluss mit auf den Weg.
Ausbildungsberater Klaus Reininger vom AELF Coburg gab nochmals einen kurzen Abriss zur Abschlussprüfung. Die Vorbereitung begann mit einer Ausschusssitzung am 19. Mai in Medlitz. Es folgten Vorbereitung der Prüfungsteilnehmer sowohl in Theorie, in der Berufsschule, als auch in der Praxis. Die praktische Prüfung, jeweils drei Stunden in Pflanzen- und Tierproduktion fand vom 27. Juni bis 1. Juli statt. Die schriftliche Prüfung am 4. Juli beinhaltete drei mal 1,5 Stunden in Tier- und Pflanzenproduktion, Wirtschafts- und Sozialkunde. Die Durchschnittsnote betrug 3,14, wobei der praktische Teil generell besser ausgefallen ist. Bester Schüler war Stefan Schnapp aus Hochstadt/Main mit einem Notenschnitt von 1,24. Als Auszubildende berichteten Hans Köhler (Rehau) und Andre Steiner (Meeder) sowie Benedikt Drescher (Burgebrach) und Maximilian Sponsel (Kirchehrenbach) eloquent aus ihren Erfahrungen, dankten allen Ausbildern und Lehrern und bewiesen auch feinsinnigen Humor.


Vielseitiger Beruf

"Der Umgang mit Technik, Natur und Menschen macht den vielseitigen Beruf aus", meinte Hermann Ulm, Landrat von Forchheim. "Es muss endlich ankommen, wie gut diese Ausbildung ist", betonte Gerhard Ehrlich, Stellvertretender Bezirkspräsident des BBV Oberfranken. "Bleibt nicht stehen, bildet euch weiter", empfahl Konrad Rosenzweig, Bezirksvorsitzender des Verbandes für landwirtschaftliche Fortbildung in Oberfranken, den jungen Landwirten (VLF). "Engagiert euch im BBV, auch wenn es nicht billig ist, in Gesellschaft und Kommunalpolitik, seid Botschafter der Landwirtschaft", so Rosenzweig weiter.


Forchheimer Teilnehmer

Aus dem Landkreis Forchheim waren zehn Prüflinge angetreten. Lediglich Dominik Lüdicke aus Igensdorf hatte die klassische Ausbildung durchlaufen. Die anderen neun Bewerber erreichten ihre Urkunde über den zweiten Weg, das BiLa (Ausbildungsprogramm Landwirtschaft). Die Urkunden überreichten Hans Vetter, Landrat Hermann Ulm, und Bildungsberater Klaus Reininger.