Die Beendigung einer etwa drei Monate dauernden Beziehung im Februar zwischen einem 22-jährigen Gerüstbauer aus dem Landkreis und einer 22-Jährigen landete vor dem Amtsgericht Haßfurt. Körperverletzung, gemeinschädliche Sachbeschädigung und Beleidigung warf die Vertreterin der Anklagebehörde dem 22-Jährigen vor. Die "Quittung" vor dem Amtsgericht: 80 Tagessätze zu je 28 Euro (2240 Euro).


Unglückselige Heimlichkeiten

In einer Nacht im Februar war es zwischen dem Angeklagten und seiner Exfreundin bei der Geburtstagsfeier zu Auseinandersetzungen gekommen. Im Verlauf der Nacht warf der Angeklagte seiner Freundin vor, sie hätte einen anderen. Dies schloss er daraus, wie die Geschädigte als Zeugin sagte, weil sie auf ihrem Handy mit jemandem geschrieben habe; ihrem Freund, mit dem sie da gerade seit etwa zwei Monaten zusammen war, wollte sie nicht sagen, wer das ist. Offenbar kochte die Eifersucht in dem jungen Mann, der habe sich, sagte sie bei der Gerichtsverhandlung in Haßfurt aus, als sie in ihrem Zimmer im Bett lag, auf sie gelegt und sein Gesicht so stark gegen ihres gepresst, dass sie starke Schmerzen und Angst verspürte. Mithilfe ihrer 19-jährigen Schwester und ihrer Mutter konnten die Frauen den Angeklagten aus dem Haus komplimentieren. Der aber gab keine Ruhe, rüttelte am Rollo, versuchte, diesen hochzuschieben. Ein Angebot zuvor, ihn nach Hause zu fahren, hatte der Angeklagte ausgeschlagen. Die Schwester der Geschädigten bestätigte: "Er hat meine Schwester recht grob angefasst." Schließlich wurde die Polizei in Haßfurt gerufen, die den Angeklagten mitnahm. "Er war uneinsichtig", berichteten eine Beamtin; ein Kollege von ihr erklärte, dass es zunächst darauf angekommen sei, die Ruhe wieder herzustellen.
Allerdings hat sich der Angeklagte, später aus dem Gewahrsam der Polizei entlassen, noch in der gleichen Nacht von einem Bekannten wieder zum Wohnort seiner Freundin fahren lassen.
Dort brüllte er vor dem Haus herum und beleidigte das Mädchen. Seinen Frust hatte er außerdem im Ort auch an einem Briefkasten und einem Getränkeautomaten in der Nähe ausgelassen und dort Beschädigungen verursacht.
Und wieder schickte die Polizei Haßfurt eine Streife, diesmal unterstützt durch eine Besatzung der Polizeiinspektion in Ebern. "Die Kollegen aus Ebern hatten den Angeklagten bereits gestellt, als wir ankamen", sagte ein Haßfurter Beamter. Beim ersten Einsatz kurz nach Mitternacht hatte der Alkoholtest beim Angeklagten etwa ein Promille ergeben, später war es dann um die zwei Promille, sagte der Polizeibeamte aus. Den teils aggressiven jungen Mann nahmen die Haßfurter Polizisten dann zur Ausnüchterung mit in die Inspektion.
Richterin Ilona Conver zählte auf, was der Angeklagte alles beschädigt hatte: einen Postkasten, Schaden etwa 110 Euro. Teurer war mit etwa 1700 Euro der Schaden am Getränkeautomaten. Sowohl der Eigentümer dieses Automaten als auch die Post, stellten Strafantrag wegen Sachbeschädigung; hinzu kam die "Ex" wegen Beleidigung. Da der Angeklagte den Schaden des Automaten bezahlte, nahm die Firma ihren Strafantrag zurück. Den Schaden am Briefkasten habe ihr Sohn auch beglichen, bestätigte seine Mutter vor Gericht als Zeugin. "Wir haben alle zusammengelegt, aber er muss das Geld wieder zurückzahlen", sagte die Mutter.
Im Bundeszentralregister ist der 22-Jährige bereits fünf Mal verzeichnet: zwei Körperverletzungsdelikte, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheit im Verkehr und Verstoß nach dem Betäubungsmittelgesetz sind da aufgelistet. Rechtsreferendarin Müller von der Staatsanwaltschaft Bamberg beantragte für den Burschen eine Freiheitsstrafe von drei Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung und eine Geldauflage von 800 Euro.
Das Gericht urteilte milde; es verhängte 80 Tagessätze zu je 28 Euro (2240 Euro). Richterin Ilona Conver zeigte sich überzeugt, dass dies dem jungen Mann eine Warnung ist und sprach die Hoffnung aus, dass er sich künftig straffrei verhalten werde. "Der Alkohol hat bei Ihnen als trinkungewohntem Menschen sicher mit zu Ihrem Ausrasten beigetragen", meinte die Vorsitzende. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.