Für Jürgen Bodenschlägel, den Obermeister der Schreiner-Innung, war die Freisprechung der Sommerprüflinge im Schreinerhandwerk eine Premiere. Von den 21 Junggesellen waren 20 bei den Prüfungen in Theorie und Praxis erfolgreich.

Coronabedingt fand die Freisprechung im Haus des Handwerks statt, wo die Schreiner unter sich waren. Während sich andere Innungen entschlossen hatten, die Gesellenbriefe mit der Post zu versenden, war es der Kulmbacher wichtig, den Schreinernachwuchs in einer würdigen Form zu ehren.

Spannendes Ausbildungsjahr

Der Freisprechung wohnten Kreisgeschäftsführer Reinhard Bauer, die beiden stellvertretenden Obermeister Andreas Angermann und Thomas Rosenberger sowie die Vertreter des Innungs- und Prüfungs-Ausschusses bei.

Jürgen Bodenschlägel blickte auf ein spannendes Ausbildungsjahr zurück. "Heute gilt es in erster Linie Danke zu sagen, dass ihr dieses Wagnis der Schreinerausbildung auf euch genommen habt und gut durchgekommen seid. Ihr habt mit dem erfolgreichen Abschluss einen Meilenstein in eurem Berufsleben gesetzt, aber jetzt geht es erst richtig los", betonte der Obermeister. Nach altem deutschem Handwerksbrauch sprach Bodenschlägel die Auszubildenden feierlich frei und wünschte ihnen für die Zukunft viel Erfolg auf dem beruflichen und privaten Lebensweg.

Die vier besten Junggesellen waren: Julia Eichhorn, Himmelkron, Ausbildung bei Bodenschlägel, Rugendorf, Praxis: 1,8, Theorie: 1,9; Benjamin Morales, Lichtenfels, Bodenschlägel, Rugendorf, 2,1/2,0; René Popp, Kulmbach, Hermann Horner, Kasendorf, 2,2/2,6; 4. Johannes Morck, Kulmbach, Meigo GmbH, Mainleus, 2,6/2,6.

Den Dank der Prüflingen sprachen Julia Eichhorn und Johannes Morck gemeinsam aus: "Jeder heute hier anwesende Holzwurm kann stolz auf sich sein. Eure lange individuelle Reise führte euch nicht immer durch schönes. gerade wachsendes Weichholz, sondern auch durch verwachsenes, astiges, harziges und rissiges Hartholz. Wichtig ist nur eines: Alle Würmer haben es auf ihre eigene Weise geschafft."

Die beiden Sprecher dankten auch den Lehrern, Meistern, Mitschülern, Arbeitgebern und vor allem den Gesellen, die sich bei jeder Frage die Zeit nahmen und behilflich waren. Werner Reißaus