LKR Bamberg

20 Gründe, in den Landkreis zu ziehen

Erst war die Landflucht, als Menschen in der Stadt Arbeit suchten. Es folgte die Stadtflucht in die Neubau- gebiete auf dem Land. Zuletzt war wieder ein Trend zur Stadt zu verzeichnen, die nun voll und teuer ist. Und nun?
Foto: andiz275 /adobestock.com
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Gibt es tatsächlich 20 Gründe, die für ein Leben im Landkreis sprechen? Ja! Natürlich gelten nicht alle für jeden. Denn Vorstellungen, Wünsche und Ansprüche sind verschieden - so vielfältig, wie das Leben im Landkreis. Ob stadtnah im Speckgürtel oder ganz weit draußen - jotwehdeh, wie der Berliner sagen würde - auf dem Jura oder im Steigerwald, ob im neu gebauten Eigenheim oder im Altbau mitten im Dorf: Es findet sich für jeden Geschmack ein Plätzchen. Nur kann die Suche inzwischen schon mal etwas länger dauern. Denn im Landkreis Bamberg wächst die Bevölkerung immer noch. Und der Platz für die Menschen wird nicht unbedingt mehr. Hier dennoch eine Liste von Gründen, die für das Landleben sprechen: 1. Kosten: Billig ist das Wohnen im Bamberger Umland schon lange nicht mehr, und Bauplätze sind ein rares Gut. Aber preisgünstiger ist es jenseits der Stadtgrenzen meist immer noch, egal ob im Eigenheim oder zur Miete. Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Gesucht wurde ein Zweifamilienhaus, gefunden wurden zwei vergleichbare Objekte, was Wohnfläche, Grundstücksgröße und Renovierungsbedarf anging. Das eine in Bamberg am Stadtrand, das andere etwa einen Kilometer jenseits der Stadtgrenze im Landkreis. Der Preisunterschied: 150 000 Euro. Ist zwar schon 15 Jahre her, aber die preisliche Relation dürfte die gleiche geblieben sein. 2. ÖPNV: Der lückenhafte Nahverkehr gilt als größtes Manko im Landkreis. Klar, dass nicht jede Stunde ein Bus in jedes Dorf fährt. Orte mit Bahn- oder Stadtbusanbindung haben es besser. Als Beispiel wieder der Vergleich von vorhin: Vom Stadtrand-Haus dauert eine Busfahrt zum Arbeitsplatz zwischen 40 und 60 Minuten. Vom stadtnahen Haus ist man in der gleichen Zeit am Ziel. 3.Automobilität: Wer auf dem Land lebt, braucht nicht unbedingt ein Auto, aber es ist von Vorteil. Noch einmal zum Vergleich Stadtrand kontra stadtnah: Zum Arbeitsplatz geht es mit dem Auto über die Einfallstraße schneller als quer durch die Stadt. Und generell gilt, ob stadtnah oder stadtfern: Staus sind auf dem Land eher selten, freie Parkplätze dafür umso häufiger. 4.Natur: Auf dem Land ist man der Natur einfach näher. Und der Landkreis Bamberg bietet eine große Vielfalt. Jedes naturnahe schöne Fleckchen aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Darum nur so viel: Vier fränkische Tourismusregionen kommen hier zusammen: Fränkische Schweiz, Steigerwald, Haßberge und Obermain-Jura. Leben, wo andere Urlaub machen, klingt nicht nur verlockend, es ist auch so. Und dem großen Rummel ist man hier fern. 5.Arbeit: Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Das klingt nicht unbedingt so erstrebenswert, wenn man es als Arbeiten, wenn andere Urlaub machen, interpretiert. Aber es besagt, wer im Landkreis lebt, kann hier auch meist Arbeit finden. Es gibt viele Firmen, die in der guten Infrastruktur gedeihen. Und für Pendler besteht immer öfter die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Ein Homeoffice im Grünen ist da nicht zu verachten. 6.Gastronomie: Ein Wirtshaussterben ist auch im Landkreis zu beobachten. Doch es gibt immer noch eine große Vielfalt an Landgasthäusern, Dorfwirtschaften, Brauereigasthöfen, Biergärten und vor allem Bierkellern. Einige davon sind sogar Attraktionen für Städter. Die wollen einfach mal raus aufs Land, die gute und günstige Küche genießen. Da ist es doch viel einfacher, gleich auf dem Land zu leben, am besten dort, wo es noch ein richtiges Wirtshaus gibt. 7.Bier: Bier gehört zwar auch zur Gastronomie. Aber im Kreis Bamberg muss man ihm einfach einen eigenen Auftritt gönnen. Mehr als 50 Brauereien sind hier aktiv. Die Sortenvielfalt ist ungezählt - und wächst ständig, da viele Brauer auch mal neue Rezepturen testen. In Großstädten ging es vor ein paar Jahren mit Craft Beer los. Und mancher heimbrauende Hipster war überzeugt, das Bier gerade neu erfunden zu haben. Hier heißt das "handwerkliches Brauen" und ist eine jahrhundertealte, ungebrochene, lebendige Tradition. Schön, da mittendrin zu leben. 8.Dorfleben: Apropos leben. Das lässt sich auf dem Land, wenn man nicht gerade süchtig nach der Hektik der Stadt ist, meist angenehmer gestalten. Wer will, ist schnell mittendrin im Dorfleben. Und wer sich engagiert, sei es im Verein oder im Gemeindeleben, wird mit offenen Armen in die Dorfgemeinschaft aufgenommen. 9.Ruhe: Wer aufs Land zieht, um einfach seine Ruhe zu haben, der wird in der Regel auch in Ruhe gelassen. 10.Stille: Wer nicht nur Ruhe, sondern Stille haben will, muss schon ein Weilchen suchen. Denn Straßenlärm, heimwerkende und rasenmähende Nachbarn gibt es auch hier, dazu können noch krähende Hähne oder bellende Hunde kommen. Es soll sie aber geben, die ganz stillen Orte. Aber wo? Pssst. Das wird hier nicht verraten. 11.Infrastruktur: In den größeren Orten und Gemeinden ist meist so ziemlich alles vorhanden, was man für das tägliche Leben braucht. Es gibt Einkaufsmärkte und andere Geschäfte, Handwerker und Ärzte. Kindergärten und Schulen sind der Stolz der Gemeinden - und oft besser in Schuss als in der Stadt. Wohlgemerkt: Das gilt nicht für jedes Dorf. Aber man findet solche Orte leicht im Landkreis. 12.Kultur: Blasmusik und Schützenverein, so stellen sich viele Städter das kulturelle Angebot auf dem Land vor. Gehört natürlich dazu. Wer Augen und Ohren offenhält, kann im Landkreis aber so einiges mehr entdecken. Zum Beispiel Künstler, die ausstellen - oder gleich ganze Skulpturenwege schaffen, Theatergruppen mit Anspruch, Kabarettveranstaltungen, Konzerte, Lesungen, Museen ... . 13.Vereinssport: Mehr als 200 Sportvereine gibt es im Landkreis Bamberg. Sollte im eigenen Dorf nicht das Passende dabei sein, wird man sicher in einem der Nachbarorte fündig. 14.Individualsport: Wer nicht so sehr auf gemeinschaftliche Leibesübungen steht oder sich zusätzlich noch sportlich betätigen will, dem bietet der Landkreis ein weites Feld an Möglichkeiten. Für Radfahrer, Läufer und Wanderer ist die Landschaft ein perfektes Terrain. Von Flachetappen in den Flusstälern, über sanft gewellte Feld- und Waldwege bis zum Gipfelsturm in der Fränkischen ist alles dabei. Auch Schwimmer, Reiter, Kanufahrer und andere finden leicht ihr Revier. 15.Selbstversorgung: Gärten auf dem Land sind meist doch noch größer, als Reihenhaushandtücher in der Stadt. Es ist also Platz da, um Obst und Gemüse selbst anzubauen und zu ernten. Frisch vom Garten in die Küche - regionaler, nachhaltiger und ökologischer geht's nicht. 16.Nachbarn: Hier kennt man seine Nachbarn noch persönlich. Und Nachbarschaftshilfe ist häufiger als -streit. Wenn mal ein Werkzeug nicht zur Hand ist, kann man im Nebenhaus fragen. Gut ausgestattete Heimwerker sind im Landkreis weit verbreitet. 17.Verwaltung: Da können sie in der Stadt noch so schöne Bürgerrathäuser bauen, im Dorf sind die Wege ins Rathaus und Möglichkeiten der Beteiligung doch meist kürzer, direkter und persönlicher. Den Bürgermeister kann man auch auf der Straße ansprechen, oder sich an den Nachbarn wenden, der im Gemeinderat sitzt. Oder man kandidiert gleich selbst fürs Kommunalparlament. 18.Stadt: Wenn man die Stadt trotzdem mal braucht, dann ist sie da - und gut zu erreichen. 19.Familie: Auf dem Land, so heißt es, sei das Familienleben noch oft intakt. Mehrere Generationen leben unter einem Dach oder doch in unmittelbarer Nähe. Das gilt nicht nur für Einheimische. Auch Zugezogene haben hier mehr Möglichkeiten, solche Wohn- und Lebensmodelle zu realisieren. 20. Kinder: Die meisten der vorgenannten Gründe gelten auch für Kinder. Zwar ist Spielen auf der Durchgangsstraße auf dem Dorf nicht ungefährlicher als in der Stadt. Aber drumherum finden sich - Stichwort: Natur - eben viel mehr Freiräume für den Nachwuchs. Das ist hier vielleicht der letzte, aber mit Sicherheit nicht der schlechteste Grund, in den Landkreis zu ziehen.

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