Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Rothenkirchen standen am Samstag im Gasthaus "Waldfrieden" in Förtschendorf die Glückwünsche zum 110-jährigen Jubiläum des Ortsvereins. Zu der kleinen Jubiläumsfeier konnte Ortsvorsitzender Michael Pütterich besonders den SPD-Kreisvorsitzenden Ralf Pohl herzlich willkommen heißen. Pütterich freute sich außerdem über den Besuch der neu gewählten Marktgemeinderäte Peter Barnikol- Veit aus Welitsch und Hasan Dag aus Pressig, der auch zum Behindertenbeauftragten des Marktes Pressig bestellt wurde. Hasan Dag trat damit die Nachfolge von Michael Pütterich an, der selbst wegen seiner Sehschwäche als Mensch mit Behinderung gilt.

Vor zehn Jahren hatte der Ortsverein sein 100-jähriges Jubiläum im Schützenhaus Rothenkirchen würdig feiern können, erinnerte Pütterich. Damals freute man sich, als Festredner den Landesvorsitzenden Florian Pronold gewonnen zu haben. Diesmal feierte man bescheidener, weil eine große Feier durch die grassierende Corona- Pandemie gar nicht durchführbar gewesen wäre. Seit der Gründung, im Jahr 1910, hat der SPD-Ortsverein Rothenkirchen alle Rückschläge und politischen Wandlungen und Stimmungen, vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus bis hin zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland, überstanden. Zwei Wiedergründungen im Jahre 1919 und im Jahre 1948 zeugen von der bewegten Geschichte der Sozialdemokraten in Rothenkirchen und auch von der Beharrlichkeit und Treue zu ihrer Überzeugung im Kampf für soziale Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität. Schon 1919 trugen sich vier Frauen in die Mitgliedsliste ein, zu denen sich 26 Männer gesellten. Oberlehrer Emil Knorr hatte den Vorsitz bis 14. April 1933 inne. In der weiteren Zeit lassen sich noch 14 protokollarisch registrierte Vorsitzende nachvollziehen. Seit Ende der 1970er Jahre fungierten Herbert Pöschl, Roland Münch, Kurt Braun, Manfred Scherbel und Wolfgang Romig als Ortsvorsitzende.

Michael Pütterich ist seit 2009 der Vorsitzende des heute 26 Mitglieder zählenden Ortsvereins. Er entstammt einer Familie mit sozialdemokratischen Wurzeln, denn Großonkel Josef Pütterich stand schon 1919 in der Mitgliederliste und der Großvater Hans Pütterich war Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre Gemeinderat in der damals selbstständigen Marktgemeinde Rothenkirchen. Diese Tradition ist auch für Michael Pütterich Verpflichtung und zugleich eine Herausforderung. Besonders die Treue der Mitglieder mache ihm Freude. Er hätte zum Jubeltag zwei verdiente und langjährige Mitglieder, Tina Baumstark (25 Jahre Mitglied) und ihren Vater Wolfgang Romig (50 Jahre Mitglied), ehren können, doch beide waren verhindert an der Versammlung teilzunehmen.

Neben der seit über 30 Jahren fungierenden starken Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF), die von Roswitha Engel geleitet wird, der AG für Arbeitnehmerfragen unter Leitung von Gerhard Wagner sowie der AG Migration und Vielfalt mit Hildegard Nietzel an der Spitze, habe er starke und engagierte Partner an seiner Seite, freute sich Pütterich.

Das Ergebnis der Kommunalwahlen für die SPD nannte er gut. Das Programm habe Wirkung gezeigt, wurden doch manche Punkte, wie eine wöchentliche Dienstbesprechung des Bürgermeisters und Gespräche mit den Jagdgenossenschaften aus Vorschlägen der SPD, von anderen Parteien zur Durchführung aufgegriffen. Obwohl diesmal vier statt bisher drei Wählervereinigungen mit Wahllisten angetreten waren, konnte die SPD ihre drei Mandate im Marktgemeinderat verteidigen.

Die Marktgemeinderäte Peter Barnikol-Veit und Hasan Dag berichteten von guter Zusammenarbeit im Gremium, sie versuchten auch fraktionsübergreifend Lösungen für Probleme zu finden und positive Entscheidungen für die Bürger zu treffen. Der Informationsfluss funktionierten gut.

SPD-Kreisvorsitzender Ralf Pohl gratulierte zum Jubiläum und lobte die Aktivitäten im Ortsverein Rothenkirchen. Im Kreisverband bereite man die Nominierungsversammlung für die Bundestagswahl vor, nach jetzigem Stand wird der KV Kronach keinen Bundestagskandidaten stellen.

Für die Bundeswahlkreiskonferenz wurden Roland Münch und Peter Barnikol-Veit als Delegierte sowie Michael Pütterich und Regina Hutschenreuther als Ersatzdelegierte in geheimer Wahl gewählt. eh