Coronavirus im Seniorenheim in Langenzenn: Innerhalb Frankens gilt Fürth noch immer als Corona-Hotspot. In keinem anderen Landkreis gibt es so viele Corona-Tote wie hier. Am Montag (4. Mai 2020) dann der erste Hoffnungsschimmer: Laut Oberbürgermeister Thomas Jung habe das staatliche Gesundheitsamt erstmals mehr Genesene als Infizierte gemeldet. Die Stadt verzeichne mittlerweile einen stetigen Abwärtstrend. 

Gleiches lässt sich auch im AWO-Seniorenheim in Langenzenn erkennen: Hier war die Zahl der Verstorbenen über Ostern zunächst gestiegen – 13 Corona-Tote gab es nach Karsamstag. Mittlerweile sei die Zahl sogar auf 24 bis 25 Verstorbene angestiegen, bestätigt Geschäftsführer Robert Schneider Mitte der Woche gegenüber inFranken.de. Und das innerhalb eines knappen Monats. Im Vergleich: Normalerweise sterben laut Schneider 30 bis 50 Bewohner im Jahr – Corona ließ diese Zahl deutlich in die Höhe schnellen. Doch wie in Fürth gibt es auch im Langenzenner Seniorenheim positive Nachrichten: „Mittlerweile sind es nur noch zwei Bewohner, die mit Corona infiziert sind“, verkündet Schneider. 

Corona-Tote hatten allesamt Vorerkrankungen 

Insgesamt waren mehr als die Hälfte der knapp 100 Senioren, die im AWO Seniorenheim Langenzenn leben, an Corona erkrankt. Von den Verstorbenen hatten alle Vorerkrankungen – „das haben in unserem Seniorenheim eigentlich alle Bewohner“, erklärt Schneider – also auch die Genesenen, welche die Zahl der Toten immerhin übertreffen. 

Auch die Angestellten des Pflegeheims traf Corona hart: 45 bis 50 von ihnen hatten nach Angaben des Geschäftsführers eine Infektion. „Die Situation konnten wir dank Leiharbeiter überbrücken.“ So sei es möglich gewesen, dass infizierte Angestellte ohne Symptome nicht weiterarbeiten mussten und unter Quarantäne gestellt werden konnten. Und trotzdem seien beide, Angestellte sowie Bewohner „außergewöhnlich belastet“ gewesen, betont Schneider. 

Corona-Regeln in Pflegeheimen schwer durchsetzbar? 

Trotz sinkender Ansteckungen müsse sich das Personal selbstverständlich auch weiterhin an die geltenden Schutzmaßnahmen halten. Regelmäßige Tests, Tragen von Schutzmasken oder ständiges Händedesinfizieren sind in Zeiten von Corona in Alten- und Pflegeheimen ein Muss. Auch die Bewohner des AWO Seniorenheims Langenzenn seien dazu angehalten, Masken zu tragen, erklärt Schneider. Doch alle Bewohner würden sich natürlich nicht daran halten.