Scharfe Kritik an Corona-Lockerungen: Unternehmerin Kerstin Brkasic-Bauer ist wütend über die Lockerungsmaßnahmen. Ihr fehle die "Fairness" und Verhältnismäßigkeit, aber auch finanzielle Einbußen müsse sie hinnehmen. Ihrem Ärger macht sie öffentlich Luft. 

Ihr platze heute "gepflegt der Kragen". Grund dafür sei die Absage der Veranstaltung "Frühjahrslust". Das trifft sowohl beim Veranstalter als auch bei Brkasic-Bauer auf Unverständnis: "Leider sind sowohl das Ordnungsamt der Stadt Zirndorf, als auch die Vermieter des Wolfgangshofes unseren Argumenten nicht gefolgt, und wir haben am 27. Mai die erneute Ablehnung bekommen, während am 30. Mai die Freizeitparks wieder öffnen dürfen. Wir verstehen das nicht", schreibt der Veranstalter auf Facebook.

Die "Frühjahrslust" Zirndorf ist ein Markt für Garten und Kleintiere. Rund 180 Aussteller präsentieren hier ihre Produkte und Dienstleistungen. Das Angebot umfasst dabei Wohnen im Grünen, Kräuter, Pflanzen, Blumen, Gartenutensilien, Möbel, Steinmetzarbeiten, Drechslerarbeiten, Töpferkunst, Grillvorführungen, Streichelzoo, Hühner, Enten, Schafe, Ziegen und vieles mehr. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit interessanten Workshops und informativen Vorträgen ergänzt das Angebot der Frühjahrslust Zirndorf.

Unterschied zwischen FunPark und Kunsthandwerkermarkt? Unverständnis bei Händlerin

Auch die Unternehmerin äußert in den sozialen Medien scharfe Kritik: "Wer erklärt mir nun den Unterschied zwischen einem Nachmittag im Funpark und einem Nachmittag auf einem Markt mit Kunsthandwerk und Bio-Ware?" Danach holt sie zu einem Rundumschlag gegen die aus ihrer Sicht unverhältnismäßigen Lockerungsmaßnahmen: "Wir können es nicht mehr nachvollziehen, wie an vielen Stellen mit zweierlei Maß gemessen wird". Sie verstehe den Unterschied zwischen Grünen Markt und jedem anderen Markt nicht und schaut dabei auf die fehlenden  Einlasskontrollen und Beschränkungen. 

Bereits seit zehn Jahren tourt die Händlerin von "Blond! Made in Nürnberg" durch ganz Deutschland, um auf Märkten auszustellen. "Es ist bei Weitem nicht jeder Kunsthandwerkermarkt oder jeder Gartenmarkt ein Oktoberfest", betont Brkasic-Bauer. Bisher habe sie über 60 Prozent ihres Umsatzes über Märkte und Messen gemacht. Jetzt kämpften viele Markthändler um ihre Existenz. 

Ähnliches berichtet auch der Veranstalter der "Frühjahrslust", Hubert Rottner Defet: "Die Aussteller ohne Laden sind besonders hart betroffen". Auch er sieht die Absage sehr kritisch. "Mich ärgert es schon bisschen, dass Playmobil FunPark, Gartenmärkte und Baumärkte öffnen dürfen, wir aber nicht", so Rottner Defet. "Mir fehlt da die Gleichbehandlung. Wir alle fühlen uns ein bisschen ungerecht behandelt". 

"Ich trage keinen Aluhut": Brkasic-Bauer nicht grundsätzlich gegen Maßnahmen

Zusätzlich betont die Händlerin, dass sie nicht prinzipiell gegen die Corona-Maßnahmen sei: "Ich war nie gegen die Maßnahmen und trage keinen Aluhut. In diesem Fall geht es um noch viel mehr - nämlich FAIRNESS. Und die fehlt hier", so Brkasic-Bauer. 

Das Ordnungsamt Zirndorf, welches an der Entscheidung mit beteiligt war, sieht das etwas anders: "Es scheitert daran, dass Veranstaltungen generell nicht erlaubt sind", erklärt Thomas Rieß vom Ordnungsamt Zirndorf. Das sei zwar sehr schade, aber aufgrund der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung juristisch nicht anders möglich. Zudem sei das geplante Veranstaltungsgelände kein "eigentliches Veranstaltungsgelände". "Das ist ein Gutshof auf flachem Land, da müssten erst mobile Toiletten und so weiter hingeschafft werden. Das ist in der Corona-Zeit einfach nicht möglich", so Rieß. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, das Landratsamt habe sich lange mit der Sachlage beschäftigt. Letztendlich entscheide aber die bayerische Regelung. 

Wie sehr die Corona-Regelungen Menschen bei der Arbeit einschränken können, zeigt ein Fall aus Fürth. Der Mitarbeiterin eines Gartencenters wurde schwarz vor Augen, weil sie ihre Maske trug.