Die Regionalinitiative “Gutes aus dem Fürther Land” hat mit Landrat Matthias Dießl dem Weidebetrieb der Familie Tiefel in Kirchfembach (Langenzenn) einen Besuch abgestattet. Die Gruppe informierte sich dabei über die Naturland zertifizierte Freilandhaltung von Schweinen, Rindern und Damwild. Auch der örtliche Bürgermeister Jürgen Habel war der Einladung gefolgt. Das teilt das Landratsamt Fürth mit.

Der Naturland-Verband für ökologischen Landbau e. V. wurde 1982 mit Sitz in Gräfelfing bei München gegründet. Er fördert den ökologischen Landbau in Deutschland und weltweit. In Deutschland sind es mehr als 4.000 Erzeuger, die nach den Naturland-Richtlinien Öko-Lebensmittel herstellen. Die Naturland-Richtlinien sind strenger als die EU-Bio-Verordnung.

Wie Michael Tiefel berichtete, hält die Familie seit 40 Jahren Damhirsche und Mufflons, seit 25 Jahren Weiderinder und seit 17 Jahren Weideschweine. Im Jahr 2001 haben die Tiefels ihren rund 95 Hektar großen Hof auf die Vorschriften des Naturland-Verbandes umgestellt. Seitdem wird "Fleisch in Bio-Qualität" angeboten. Auch das Futter baut die Familie selbst an. Die Tiere wachsen artgerecht auf. Familie Tiefel setzt auf eine extensive Tierhaltung. Das bedeutet, dass dabei auf eine großflächige Landnutzung mit geringem Viehbesatz gesetzt wird. Auf Maisanbau und auf Soja wird komplett verzichtet.

Landrat Matthias Dießl erkundigte sich, wie viele Tiere derzeit auf dem Weidebetrieb Zuhause sind. Laut Michael Tiefel sind dies aktuell 16 Mutterkühe plus Deckbulle, Kälber und Masttiere. Dazu kommen 24 Weideschweine sowie rund 60 Stück Damwild und Mufflons.

“Die Weidehaltung von Tieren erfährt immer mehr eine Renaissance. Ich freue mich sehr, dass dies auch im Landkreis Fürth der Fall ist”, sagte Matthias Dießl. Bürgermeister Jürgen Habel meint dazu “Der Verbraucher kann sich bei diesen
Betrieben sicher sein, dass das Tierwohl im Mittelpunkt steht. Außerdem garantiert diese Form der Landwirtschaft regionale Produkte von höchster Qualität“.

Die Rinder und Schweine von Familie Tiefel werden in Fürth-Burgfarrnbach geschlachtet - dadurch kommt es zu kurzen Wegen. Die Damhirsche und Mufflons werden von der Familie selbst erlegt und im eigenen Schlachthaus ausgenommen.
“Die weitere Verarbeitung und Zerlegung findet im eigenen Zerlegeraum statt. Das Fleisch wird in den eigenen Kühlräumen nachgereift”, so Michael Tiefel, der den Betrieb vor sieben Jahren von seinem Vater Leonhard übernommen hat und auf ökologischen Landbau setzt.

Matthias Dießl erkundigte sich nach den Abnehmern des Weidefleisches. Familie Tiefel vermarktet ihre Produkte komplett selbst. Der Fleischverkauf findet ab Hof nach Vorbestellung statt. “Wir haben auch verschiedene Salami und Wurstdosen aus eigener Produktion”, betonte Michael Tiefel, der gelernter Metzger und ausgebildeter Landwirt ist. Die Kunden kommen nach seinen Worten hauptsächlich aus dem Landkreis Fürth aber auch aus Nürnberg, Fürth und Neustadt an der Aisch. Das Fleisch von Rindern und Schweinen wird hauptsächlich in fünf oder zehn Kilogramm Mischpaketen verkauft. Das Hirschfleisch wird bereits ab einer Menge von einem Kilogramm verkauft.

Die Nachfrage nach regionalen Produkten habe in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen, sagte Tiefel. Für Landrat Matthias Dießl der Beweis, dass auch die Aufklärungskampagnen und Broschüren des Landkreises aber auch die
öffentlichkeitswirksamen Besuche von “Gutes aus dem Fürther Land” ihre Wirkung  zeigen. “Wir merken auch ganz klar ein Umdenken bei den Verbrauchern. Regionale Produkte stehen hoch im Kurs”, sagte der Landrat. Matthias Dießl und Jürgen Habel bedankten sich für den Einblick in die Weidehaltung und wünschen der Familie weiterhin viel Erfolg.