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Tagestouristen

Ausflüge in den Schnee: Polizei meldet großen Andrang in Unterfranken - 700 Fahrzeuge abgewiesen

Am Wochenende zog es wieder zahlreiche Tagestouristen in die winterlichen Gebiete Bayerns. Vor allem in Unterfranken wurde es irgendwann zu viel: Die Polizei musste Zufahrtsstraßen bereits am Morgen sperren und Spaziergänger nach Hause schicken. Insgesamt 700 Fahrzeuge wurden abgewiesen.
 
Tagesausflüge in den Schnee: Polizei muss Straßen in Unterfranken sperren
Ein Polizeifahrzeug steht hinter einer Absperrung in der Zufahrt. Am Wochenende kam es wieder zu großem Andrang an winterlichen Ausflugszielen in Bayern - vor allem in Unterfranken. Foto: Andreas Arnold/dpa

Auch an diesem Wochenende hatte die Polizei beliebte Ausflugsziele in Bayern im Visier. Vor allem die Polizei in Unterfranken war vorgewarnt - und hatte im Vorfeld Hinweise an Tagestouristen gegeben. Und dennoch kam es zu einem großen Andrang an den Ausflugszielen. In Unterfranken musste die Polizei Spaziergänger nach Hause schicken, weil der Andrang zu groß war. 

Wegen des erhöhten Besucheraufkommens mussten die Einsatzkräfte Zufahrtsstraßen kontrollieren und absperren. Tagestouristen reisten zum Teil überregional an. Am Sonntagmittag meldet die Polizei, dass es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kam. Wie das Polizeipräsidium Unterfranken am Sonntag (17. Januar 2021) berichtet, konzentrierte sich der Ausflugsverkehr am Wochenende vor allem auf die Rhön und die Hochlagen des Spessarts, wie beispielsweise um den "Engländer" im Kreis Aschaffenburg oder die "Bayerische Schanz" im Kreis Main-Spessart. 

Tagestouristen in Unterfranken: Zufahrtsstraßen bereits am Morgen gesperrt

Mit Unterstützung der Alzenauer Polizei und der Operativen Ergänzungsdienste wurden die Zufahrtswege zum "Engländer" am Samstagmorgen bereits gegen 10 Uhr wegen Überlastung gesperrt. Die Tagestouristen waren dort teilweise überregional angereist. Gegen 15.30 Uhr konnten die Sperren am Samstag wieder aufgehoben werden. Auch am Sonntag (17. Januar 2021) musste die Polizei bereits um 10 Uhr die Zufahrten zum "Engländer" sperren. Eine Anfahrt sei nicht mehr möglich, heißt es in einem Nachtrag von der Polizei. Gegen Mittag spricht die Polizei von erheblichen Verkehrsbehinderungen und Parkverstößen. Im Laufe des Sonntags mussten in der Folge an den Sperren insgesamt knapp 700 Fahrzeuge abgewiesen werden, berichtet die Polizei am Abend. Im gesamten Landkreis Aschaffenburg kam es zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen und insbesondere zu Parkverstößen auf Wald und Forstwegen.

Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz stellte die Polizei trotz des hohen Besucheraufkommens jedoch nicht fest. Ein Ausflugslokal im Bereich der Polizeiinspektion Alzenau verkaufte allerdings alkoholische Getränke an Ausflügler, was derzeit nicht gestattet ist. Daraufhin wurde der Verkauf eingestellt.

Auch die Bayerische Rhön und die Bayrische Schanze waren durch die überwiegend lokalen Tagestouristen gut besucht. Die Polizei sprach am Abend jedoch von einem "normalen" Besucheraufkommen. "Hier kam es erfreulicherweise zu keinerlei Verkehrsstörungen und auch die bestehenden Corona-Regelungen wurden eingehalten", zieht die Polizei eine positive Bilanz.

Snowboardunfall - 15-Jähriger mit Rettungshubschrauber in Klinik geflogen

Im Bereich der Polizeiinspektion Bad Brückenau kam es jedoch zu einem folgenschweren Snowboardunfall. Ein 15- jähriger Snowboarder fuhr über eine selbst errichtete Sprungschanze auf der Schlittenabfahrt zwischen dem Würzburger Haus und dem Berghaus Rhön. Dabei kam der Jugendliche in Rückenlage, verlor die Kontrolle und stürzte. Der Snowboarder viel beim Sturz auf beide Arme, hatte starke Schmerzen, war jedoch ansprechbar. 

Nach der Erstversorgung und Bergung zusammen mit der Bergwacht Oberbach und den Rettungssanitätern wurde er zur weiteren Behandlung in ein naheliegendes Krankenhaus geflogen. Der junge Snowboarder erlitt laut Erstdiagnose der behandelnden Notärztin eine Fraktur am rechten Ellenbogengelenk und am linken Handgelenk.

Die örtlichen Polizeidienststellen werden auch am Sonntag verstärkt präsent sein. Ein Hauptaugenmerk liegt neben der Einhaltung von Verkehrsregeln und Infektionsschutzbestimmungen auch auf der Wahrung des Naturschutzes. In diesem Zusammenhang bittet die Polizei nochmals darum, am Sonntag wohnortnahe Ziele zu wählen und auf überregionale Ausflüge zu verzichten.

Auch die Polizei in Niederbayern musste nach eigenen Angaben Dutzende Menschen nach Hause schicken, die sich nachts nicht an die derzeit geltenden Ausgangsbeschränkungen gehalten hatten. Tagsüber hielten sich die Spaziergänger und Tagestouristen allerdings größtenteils an die Regelungen, so ein Sprecher der Polizei Niederbayern. mit dpa