Das Magazin Stern hat die besten Kliniken Deutschlands ermittelt. Unter den bundesweiten Empfehlungen finden sich sechs Krankenhäuser aus Franken.
Die Klinikrangliste in Deutschland hat einen neuen Spitzenreiter: Erstmals seit 14 Jahren ist nicht mehr die Berliner Charité auf Platz eins – stattdessen führt nun der Verbund der Universitätskliniken Heidelberg und Mannheim das Ranking an. In Deutschland gibt es etwa 1841 Krankenhäuser. Diese Zahl gibt dasStatistische Bundesamt aus. Die Zahlen sind aus dem Jahr 2024. Das MagazinStern hat in einer Analyse unlängst die besten Kliniken und Fachabteilungen von Krankenhäusern in Deutschland ermittelt.
Grundlage der Bewertung ist die jährlich erscheinende Klinikliste, die unter anderem auch vom Magazin Stern veröffentlicht wird und in Zusammenarbeit mit dem Münchner Institut Munich Inquire Media (MINQ) entstand. Die Klinikliste 2026/2027 bildet die besten Krankenhäuser Deutschlands in einer Rangfolge ab und basiert auf "umfangreichen Recherchen". Laut Angaben der Zeitschrift wurden die ausgezeichneten Kliniken "im Rahmen eines aufwendigen, mehrstufigen Auswahlverfahrens ermittelt". Die Klinik-Erhebung desSternin ihrer derzeitigen Form wurde erstmals 2022 veröffentlicht. Auch bei den besten Krankenhäusern der Welt sind Kliniken aus Franken dabei.
Sechs Kliniken aus Franken in den Top 100 besten Kliniken
Trotz des Wechsels an der Spitze im Stern-Ranking bleibt Franken im bundesweiten Vergleich stark vertreten: Sechs Kliniken aus der Region zählen weiterhin zu den 100 besten Krankenhäusern Deutschlands. Besonders gut schneiden dabei das Universitätsklinikum Erlangen (Platz 13) und das Universitätsklinikum Würzburg (Platz 16) ab.
Universitätsklinikum Erlangen (Platz 13)
Universitätsklinikum Würzburg (Platz 16)
Klinikum Nürnberg (Platz 25)
Sozialstiftung Klinikum Bamberg (Platz 61)
Klinikum Fürth (Platz 88)
Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt (Platz 91)
Universitätsklinikum Erlangen
Mit seinen Hochschulambulanzen übernimmt das Universitätsklinikum Erlangen auch Aufgaben eines Stadtkrankenhauses. Die Klinik wurde 1815 gegründet. 1847 führte Johann Ferdinand Heyfelder hier erstmals eine Operation unter Äthernarkose durch. Bekannt wurde das Klinikum bundesweit 1982 durch die Geburt des ersten Retortenbabys in Deutschland sowie später durch das "Erlanger Baby" - einFötuseinerhirntotenSchwangeren, die 1992mehrere Wochen intensivmedizinisch weiterbehandelt wurde, um ihrem ungeborenen Kind das Überleben zu ermöglichen.
Universitätsklinikum Würzburg
Das Universitätsklinikum Würzburg ist die Klinik der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität und gehört zur höchsten Versorgungsstufe. Zum Klinikum zählen zahlreiche Fachkliniken, Polikliniken und Institute sowie mehrere Berufsfachschulen im Gesundheitsbereich. Insgesamt arbeiten dort rund 7800 Menschen. Die Einrichtung blickt auf eine über 400-jährige Geschichte zurück und gehört damit zu den ältesten Universitätskliniken Deutschlands. Ihre Wurzeln reichen bis ins Jahr 1581 zurück, als in Würzburg erstmals die Verbindung von medizinischer Ausbildung und Patientenversorgung umgesetzt wurde.
Klinikum Nürnberg
Das Klinikum Nürnberg ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung und zählt zu den größten kommunalen Kliniken in Deutschland. An zwei Standorten werden jährlich rund 335.000 Patientinnen und Patienten versorgt. Neben der medizinischen Versorgung bildet das Klinikum Pflegefachkräfte aus und betreibt ein eigenes Fort- und Weiterbildungszentrum. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1845 zurück, als in Nürnberg das erste städtische Krankenhaus eröffnet wurde.
Klinikum Bamberg
Die Sozialstiftung Klinikum Bamberg entstand 2004 durch den Zusammenschluss mehrerer städtischer Stiftungen im Gesundheits- und Sozialwesen. Dazu zählen unter anderem das Klinikum Bamberg, die Nervenklinik sowie Einrichtungen der Altenpflege. Heute betreibt die Stiftung zahlreiche Häuser und verfügt über mehr als 1.300 Betten und Behandlungsplätze. Ihre Wurzeln reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück: Bereits 1789 wurde in Bamberg ein modernes Allgemeines Krankenhaus eröffnet. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen weitere Einrichtungen hinzu, darunter ein Bürgerspital sowie eine frühe psychiatrische Klinik.
Klinikum Fürth
Das Klinikum Fürth ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung und Notfallversorgung. Jährlich werden dort etwa 31.700 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. Träger ist ein eigenständiges Kommunalunternehmen der Stadt Fürth. Insgesamt stehen mehr als 700 Betten zur Verfügung, ergänzt durch Plätze in der geriatrischen Rehabilitation. Zudem ist das Klinikum Lehrkrankenhaus der Universität Erlangen-Nürnberg. Die heutige Einrichtung geht auf das Jahr 1931 zurück, als das neue städtische Krankenhaus eröffnet wurde und ein älteres Haus in der Innenstadt ablöste.
Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt
Die Rhön-Klinikum AG mit Sitz in Bad Neustadt an der Saale ist ein privater, börsennotierter Betreiber von Krankenhäusern und Medizinischen Versorgungszentren. Das Unternehmen entwickelte sich aus einer 1970 gegründeten Gesellschaft, die zunächst ein großes Kur- und Therapiezentrum betrieb. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten stand der Betrieb kurz vor dem Aus, bevor der Betriebswirt Eugen Münch 1974 die Leitung übernahm. In den folgenden Jahren baute er das Unternehmen schrittweise aus, unter anderem mit der Gründung spezialisierter Kliniken, etwa für Psychosomatik, Herz- und Gefäßmedizin sowie Neurologie.
Diese Top-Kliniken Deutschlands liegen vor der Universitätsklinik Erlangen (Platz 13)
Der Wechsel an der Spitze des Rankings markiert eine Neuerung in der deutschen Krankenhauslandschaft: Erst im Zuge der Krankenhausreform im Jahr 2024 wurden die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um eine engere Zusammenarbeit großer Klinikstandorte zu ermöglichen. Der Zusammenschluss des Uniklinikverbund Heidelberg‑Mannheim war jedoch nicht unumstritten. Neben finanziellen Herausforderungen – insbesondere auf Seiten Mannheims – gab es zunächst auch wettbewerbsrechtliche Bedenken vonseiten des Kartellamts.
In der Ende Juni veröffentlichten neuen Klinikliste finden sich 2200 Empfehlungen in 39 Fachbereichen - das Feld reicht dabei von Augen- bis Krebskliniken. An der Spitze des Rankings steht der Uniklinikverbund Heidelberg‑Mannheim. Auf Platz zwei folgt die Charité in Berlin, dahinter reihen sich das Universitätsklinikum Schleswig‑Holstein in Lübeck (Platz 3), das Universitätsklinikum Freiburg (Platz 4) sowie das Universitätsklinikum Tübingen (Platz 5) ein. Nicht auf dieser Liste, aber nun mit einer digitalen Schnittstelle modern ausgestattet, ist das Klinikum Haßberge.
Uniklinikverbund Heidelberg‑Mannheim
Charité in Berlin
Universitätsklinikum Schleswig‑Holstein in Lübeck
Universitätsklinikum Freiburg
Universitätsklinikum Tübingen
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München