"Heißester Tag seit Beginn der Aufzeichnungen": Nach Gluthitze schwere Gewitter möglich

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In Franken legt die Hitze am Wochenende um ein paar Grad zu. Der bisherige gemessene fränkische Hitzerekord wird sehr wahrscheinlich fallen. Und: Es ist Abkühlung in Sicht.

Gluthitze breitet sich über Bayern aus - und in Unterfranken wird es vermutlich am schlimmsten. Heute (26. Juni 2026) könnte es am Untermain laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) um die 41 Grad Celsius heiß werden. Am Samstag ist sogar ein Grad mehr drin - im Schatten gemessen.

"Der Samstag wird wahrscheinlich der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen", schreibt der fränkische Wetterexperte Stefan Ochs auf seinem Portal wetterochs.de. In Kitzingen könnte das Thermometer sogar auf bis zu 42 Grad klettern. Die unterfränkische Stadt war auch schon bisher mit 40,3 Grad regionaler Hitze-Rekordhalter. 

Kein Sport im Freien, körperliche Anstrengungen vermeiden

Bei der Hitze ist Vorsicht geboten, um Gesundheitsgefahren zu vermeiden: Möglichst kein Sport in der prallen Sonne, körperliche Anstrengung insgesamt reduzieren, die Wohnung verschatten, viel Alkoholfreies trinken, leichte Mahlzeiten, luftige Kleidung.

Das Rote Kreuz ruft die Bevölkerung auch dazu auf, während der Hitzephase und einige Tage danach Menschen aus Risikogruppen im Blick zu behalten. Dazu gehören Senioren, Kinder, Schwangere, Arbeiter, Obdachlose und Migranten.

Ist das Wochenende der Hitze-Superlative mit Hoch "Hartmut" überstanden, geht es sommerlich weiter im Freistaat. "Wir haben zum Teil noch viele Gebiete, die die 25 Grad überschreiten", sagte ein DWD-Sprecher in München. "Da sprechen wir von einem Sommertag. Einige Gebiete, die bleiben da knapp drunter, aber kalt sieht anders aus."

Saharastaub verhindert, dass die Hitze noch schlimmer wird

Waldbesucher sollten besonders vorsichtig sein, kein Feuer machen, nicht rauchen oder grillen. Mit der Trockenheit ist die Waldbrandgefahr vielerorts hoch. Autos und Motorräder sollten deshalb nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden.

Auf Bayerns Straßen können derweil aufwölbende Betonplatten zur Gefahr werden, wenn es zu sogenannten Blow-ups kommt, bei denen sich der Fahrbahnbelag gefährlich aufwölbt. Die Hitze setzt vielerorts den Fahrbahnen zu. Bei Coburg wurde bereits eine Staatsstraße wegen Hitzeschäden gesperrt.

Verantwortlich für die derzeitige Hitze ist laut DWD zunehmend heiße bis extrem heiße Luft, die aus Südwesteuropa nach Deutschland strömt. "Bei solchen Lagen kommt auch Saharastaub zu uns, der das Sonnenlicht etwas dimmt", erklärte ein DWD-Meteorologe. "Es ist immer eine leichte Trübung vorhanden, man wird es kaum sehen." Das könne einen Allzeitrekord verhindern. "Das ist ein bisschen das Zünglein an der Waage."

In Berlin bis zu 43 Grad möglich

Am 5. Juli 2015 registrierte die DWD-Messstation in Kitzingen 40,3 Grad – damals bundesweiter Rekord seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881, und auch heute noch Temperaturrekord in Bayern.

Dieser Rekord könnte der Vorhersage zufolge am Wochenende sprichwörtlich pulvierisiert werden. Die bisher in diesem Jahr höchste gemessene Temperatur im Freistaat waren 38,5 Grad - ebenfalls in Kitzingen, registriert am 19. Juni. Der insgesamt höchste Wert bundesweit seit Beginn der Aufzeichnungen wurde am 25. Juli 2019 mit 41,2 Grad in Tönisvorst und Duisburg-Baerl (beide Nordrhein-Westfalen) gemessen. 

Experten rechnen damit, dass Berlin diese Spitzenposition nach dem Wochenende einnehmen wird. Laut Wetterexperte Ochs ist die Hauptstadt mit bis zu 43 Grad buchstäblich der heißeste Kandidat für einen neuen deutschen Hitzerekord.

Das Klima wandelt sich: Immer mehr Tage mit 30 Grad und mehr in Deutschland

Viele sehr alte Messwerte sind nicht zuverlässig, da unklar ist, wann und wo sie aufgezeichnet wurden. Seit 1881 liegen relativ gute Stationswerte für eine Berechnung zugrunde. 

Seit Tagen schwitzt Deutschland mit Temperaturen bis an die 40 Grad. Heftige Hitze wie in diesen Tagen ist im Zuge der Klimakrise hierzulande häufiger geworden - und dürfte noch weiter zunehmen. Zahlen des DWD belegen, dass die durchschnittliche Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland zugenommen hat.

Trotz starker Schwankungen zwischen den Jahren sei der Trend insgesamt deutlich steigend, betont das Umweltbundesamt. Hitzewellen sind weltweit aufgrund des Klimawandels intensiver und auch wahrscheinlicher geworden.

Nach dem Wochenende etwas Abkühlung in Sicht

Laut Stefan Ochs ist es dann nach teilweise schweren nächtlichen Gewittern am Montag (29. Juni 2026) wechselnd bis stark bewölkt mit Regenschauern bei deutlich niedrigeren Temperaturen. Je nach Wettermodell soll es dann nur noch 23 bis 28 Grad warm sein - mit ähnlichem Wetter in den Folgetagen.

In der zweiten Hälfte der nächsten Woche überwiege wahrscheinlich der Einfluss eines starken, von den Azoren in Richtung England wandernden Hochs. An seinem Rand streifen uns Tiefausläufer.

Voraussichtlich ist es dann wechselnd bewölkt mit zeitweiligen Aufheiterungen und es fällt kaum Regen. Die Temperaturen bewegen sich in einer Spanne von 23 bis 28 Grad.

Vorschaubild: © Malin Wunderlich/dpa