Verantwortlich für die derzeitige Hitze ist laut DWD zunehmend heiße bis extrem heiße Luft, die aus Südwesteuropa nach Deutschland strömt. "Bei solchen Lagen kommt auch Saharastaub zu uns, der das Sonnenlicht etwas dimmt", erklärte ein DWD-Meteorologe. "Es ist immer eine leichte Trübung vorhanden, man wird es kaum sehen." Das könne einen Allzeitrekord verhindern. "Das ist ein bisschen das Zünglein an der Waage."
In Berlin bis zu 43 Grad möglich
Am 5. Juli 2015 registrierte die DWD-Messstation in Kitzingen 40,3 Grad – damals bundesweiter Rekord seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881, und auch heute noch Temperaturrekord in Bayern.
Dieser Rekord könnte der Vorhersage zufolge am Wochenende sprichwörtlich pulvierisiert werden. Die bisher in diesem Jahr höchste gemessene Temperatur im Freistaat waren 38,5 Grad - ebenfalls in Kitzingen, registriert am 19. Juni. Der insgesamt höchste Wert bundesweit seit Beginn der Aufzeichnungen wurde am 25. Juli 2019 mit 41,2 Grad in Tönisvorst und Duisburg-Baerl (beide Nordrhein-Westfalen) gemessen.
Experten rechnen damit, dass Berlin diese Spitzenposition nach dem Wochenende einnehmen wird. Laut Wetterexperte Ochs ist die Hauptstadt mit bis zu 43 Grad buchstäblich der heißeste Kandidat für einen neuen deutschen Hitzerekord.
Das Klima wandelt sich: Immer mehr Tage mit 30 Grad und mehr in Deutschland
Viele sehr alte Messwerte sind nicht zuverlässig, da unklar ist, wann und wo sie aufgezeichnet wurden. Seit 1881 liegen relativ gute Stationswerte für eine Berechnung zugrunde.
Seit Tagen schwitzt Deutschland mit Temperaturen bis an die 40 Grad. Heftige Hitze wie in diesen Tagen ist im Zuge der Klimakrise hierzulande häufiger geworden - und dürfte noch weiter zunehmen. Zahlen des DWD belegen, dass die durchschnittliche Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland zugenommen hat.
Trotz starker Schwankungen zwischen den Jahren sei der Trend insgesamt deutlich steigend, betont das Umweltbundesamt. Hitzewellen sind weltweit aufgrund des Klimawandels intensiver und auch wahrscheinlicher geworden.
Nach dem Wochenende etwas Abkühlung in Sicht
Laut Stefan Ochs ist es dann nach teilweise schweren nächtlichen Gewittern am Montag (29. Juni 2026) wechselnd bis stark bewölkt mit Regenschauern bei deutlich niedrigeren Temperaturen. Je nach Wettermodell soll es dann nur noch 23 bis 28 Grad warm sein - mit ähnlichem Wetter in den Folgetagen.
In der zweiten Hälfte der nächsten Woche überwiege wahrscheinlich der Einfluss eines starken, von den Azoren in Richtung England wandernden Hochs. An seinem Rand streifen uns Tiefausläufer.
Voraussichtlich ist es dann wechselnd bewölkt mit zeitweiligen Aufheiterungen und es fällt kaum Regen. Die Temperaturen bewegen sich in einer Spanne von 23 bis 28 Grad.
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