Die Bevölkerung Bayerns wächst und wächst. Das gilt aber nicht für alle Regionen im Freistaat. In manchen Teilen wird die Zahl der Menschen künftig sogar abnehmen. Stand 2020 wohnten in Bayern insgesamt 13,14 Millionen Menschen. In den nächsten 20 Jahren werden dazu voraussichtlich noch weitere 518.000 Bürgerinnen und Bürger hinzukommen. Die Gesamteinwohnerzahl Bayerns wird somit bis zum Jahr 2040 um 3,9 Prozent auf 13,66 Millionen Einwohner*innen steigen. Das zeigen zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik.

In den einzelnen Regionen Frankens wird sich der Bevölkerungsstand voraussichtlich unterschiedlich verändern. Das sieht man auch in der Grafik unten. In den rot gefärbten Regionen wird der Bevölkerungsstand bis 2040 eher abnehmen, in den grünen Regionen nimmt die Zahl der Bewohner*innen eher zu. In der oberfränkischen kreisfreien Stadt Bamberg und ebenso den Landkreisen Coburg, Bamberg und Forchheim rechnet das Landesamt für Statistik mit einer relativ konstanten Bevölkerungsentwicklung. Stärkere Bevölkerungsrückgänge gibt es bis 2040  in den grenznahen Landkreisen. Kronach steht hier auf Platz 1 mit einem starken Rückgang von -10,6 Prozent. In Mittelfranken wird sich die Bevölkerung insgesamt stabil weiterentwickeln. In der Stadt Fürth und den Landkreisen Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim und Erlangen-Höchstadt kann man ein deutliches Wachstum erkennen.  Auch in Unterfranken wird es insgesamt eine recht konstante Entwicklung geben. Diese stabile Entwicklung wird vor allem von den Kreisen Kitzingen und Würzburg sowie der Stadt Aschaffenburg getragen. In den nördlichen Kreisen wie Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen sind stärkere Verluste zu erwarten. 

Die Entwicklung der Bevölkerungszahl hängt stark mit sogenannten natürlichen Bevölkerungsbewegungen und Wanderungen zusammen. Die natürliche Bevölkerungsbewegung ist hierbei die Differenz zwischen der Zahl der Lebendgeburten und der Zahl der Sterbefälle in einem Zeitraum. Der Wert kann positiv und negativ sein. Eine positive natürliche Bevölkerungsbewegung bedeutet einen natürlichen Zuwachs der Bevölkerung. Dazu kommt es, wenn die Zahl der Lebendgeburten höher ist als die Zahl der Sterbefälle. Ist der Wert negativ, bedeutet das: Die Bevölkerungszahl nimmt ab. Wanderungen beschreiben die Veränderung der Bevölkerungszahl durch Zu- und Abwanderungen über die Grenzen des Gebietes. Die Differenz der Zu- und Abwanderungen führt entsprechend zu einem Wanderungsgewinn oder -verlust. In Bayern wird bis 2040 in allen Kreisen und Städten mit einem Wanderungsgewinn gerechnet. Wie sich der Bevölkerungsstand in den fränkischen Regierungsbezirken genau entwickelt, kann man im Diagramm analysieren.

Die natürlichen Bevölkerungsbewegungen sind in allen Regierungsbezirken Frankens negativ. Es werden also bis 2040 mehr Menschen sterben als geboren. Parallel dazu verhält sich auch das Durchschnittsalter der Bevölkerung. Die Zahl der ab 65-Jährigen wird in Bayern bis 2040 um 771.000 Menschen steigen. Das bedeutet einen Zuwachs von ganzen 28 Prozent innerhalb von 20 Jahren. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Personen, die 20 bis 65 Jahre alt sind, um 410.000.

Im Jahr 2040 kommen dann auf 46 Personen im Ruhestandsalter 100 Personen im erwerbsfähigen Alter. Das ist der sogenannte Altenquotient. 2020 lag dieser Wert noch bei 34 zu 100 Personen. Das Durchschnittsalter der Bürgerinnen und Bürger Bayerns wird in den  nächsten zwei Jahrzehnten von aktuell 44 Jahren auf 45,5 Jahre steigen. Am ältesten in Franken werden die Bewohner*innen Kronachs sein.  Sie stellen mit 50 Jahren sogar erneut den Spitzenwert für ganz Bayern auf. Der Altenquotient beträgt hier 66. Beim Blick auf die Karte kann man eines deutlich erkennen: Das Durchschnittsalter der Menschen ist in Städten deutlich niedriger als in den Landkreisen. Am jüngsten werden 2040 die Erlanger sein, mit einem Altersdurchschnitt von 42,7 Jahren. 

Ganz klar kann man erkennen: Der ländliche Raum ist besonders von der Alterung betroffen. Das liegt vermutlich an der Landflucht der jungen Menschen in die Stadt und der Stadtflucht der Älteren in ländlichere Regionen. Mit einer besseren Infrastruktur und guten Arbeitsplätzen könnte das Land in Zukunft auch für Jüngere wieder attraktiver werden. 

Vorschaubild: © Lisa Herbst/ inFranken.de