Franken führt beim Thema innere Sicherheit: Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt fränkische Städte an der Spitze.
Geht es um Lebensqualität, denken viele an malerische Landschaften, gute Infrastruktur oder kulturelle Vielfalt. Doch ein Faktor wird oft unterschätzt: innere Sicherheit. Genau hier spielt Franken seine Stärken aus – und zwar auf beeindruckende Weise. Denn wenn es um die Sicherheite geht, sticht Franken als Region in Deutschland besonders hervor: Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) belegen die fränkischen Großstädte Nürnberg, Fürth und Erlangen seit Jahren die Spitzenplätze im bundesweiten Städtevergleich und gelten damit als die sichersten Großstädte Deutschlands.
Zwischen mittelalterlichen Altstädten, lebhaften Universitätsstädten und idyllischen Kleinstädten bietet Franken nicht nur Lebensqualität und Kultur, sondern offenbar auch ein außergewöhnliches Maß an Sicherheit für seine Bewohnerinnen und Bewohner. Gleich vier fränkische Städte sind in einem aktuellen Instagram-Ranking in den Top 20 der fotogensten Orte Deutschlands vertreten. Allerdings gibt es auch Städte in Franken, die bei unseren Lesern aus verschiedenen Gründen sehr unbeliebt sind - hier findet ihr die Flop fünf.
Von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) heißt es dazu: "Erlangen und Fürth sind erneut Spitzenreiter unter den Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. München behauptet sich bei den 40 Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern wieder auf Platz eins, Nürnberg belegt den zweiten Platz, gefolgt von Augsburg auf dem dritten Platz." Bereits 2022 und 2023 konnten sich die fränkischen Städte in den Rankings die Top-Plätze sichern, wie inFranken.de schon damals berichtete. Die Rangliste basiert auf der Häufigkeitszahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner.
Bei der Kriminalitätsentwicklung vermeldeten zudem das Polizeipräsidium Unterfranken und Mittelfranken einen Rückgang der Straftaten. Während der Rückgang beim PP Unterfranken von 2023 auf 2024 lediglich bei minus 0,7 Prozent lag, konnte das PP Mittelfranken einen signifikanteren Rückgang von minus 8,4 Prozent verzeichnen. Das Polizeipräsidium Oberfranken meldete einen Zuwachs von plus 2,7 Prozent bei der Häufigkeit der Straftaten.
Im Detail verzeichneten die fränkischen Städte Bayreuth, Fürth, Aschaffenburg, Nürnberg und Erlangen alle eine sinkende Kriminalitätsentwicklung von 2023 auf 2024. Am deutlichsten fiel der Rückgang mit minus 18,4 Prozent in Erlangen aus. Anders in Würzburg und Bamberg: Dort stieg die Kriminalität. Während es in Würzburg lediglich plus 0,3 Prozent mehr Fälle verzeichnet wurden, waren es in Bamberg plus 11,5 Prozent.
Allerdings sagt die Häufigkeit von kriminellen Taten noch nichts über die Schwere der Taten aus. Aus der Gesamtstatistik für Bayern geht hervor, dass in absoluten Zahlen Delikte wie Diebstähle (155.908 Fälle, 27,5 Prozent), Roheitsdelikte (106.823 Fälle, 18,9 Prozent) und Vermögens- und Fälschungsdelikte (104.769 Fälle, 18,5 Prozent) am häufigsten vorkommen. "Straftaten gegen das Leben" würden mit 507 Delikten lediglich 0,1 Prozent aller kriminellen Vorfälle in Bayern ausmachen.
Weitere Details sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik von Bayern 2024 zu finden. Die nächste polizeiliche Kriminalstatistik erscheint voraussichtlich im Mai 2026, die sich dann rückblickend auf das Jahr 2025 beziehen wird.
@Bamberger1961: „geschlossene Supermärkte wegen Diebstählen, zunehmende Aggression im öffentlichen Raum, konkrete Gewaltereignisse wie in Würzburg– dann ist das keine ‚gefühlte Wahrheit‘, sondern eine zusätzliche Datenquelle.“
Nein, das ist Quatsch, denn diese Ereignisse gehen selbstverständlich ohnehin in die Kriminalstatistik ein, deren rückläufige Entwicklung der Artikel skizziert.
JGMeman
Zur Präzisierung: Ich meine natürlich zur Anzeige gebrachte Diebstähle oder Gewalttaten. Aber das dürfte ja (fast) jedem klar sein.
JGMeman
Was mich bei dem Artikel mit Blick auf die Verbrechen der letzten fünf Tage in Strullendorf und Pressig interessieren würde: Wie viele "Straftaten gegen das Leben" sind sogenannte „Femizide“?
Bamberger1961
Für Bamberg und Würzburg glaube ich die Zahlen: geschlossene Supermärkte wegen Diebstählen, mehr Probleme in den Innenstädten und schwere Gewalttaten wie der Angriff am Würzburger Hauptbahnhof. Wenn sich das urbane Milieu auf die Statistik zurückzieht und trotzdem ein sehr positives Bild zeichnet, wirkt das für viele Menschen nicht wie die Wirklichkeit.
JGMeman
„Wenn sich das urbane Milieu auf die Statistik zurückzieht und trotzdem ein sehr positives Bild zeichnet, wirkt das für viele Menschen nicht wie die Wirklichkeit.“
Wenn eine Statistik faktisch eine Situation abbildet, dann ist das also nicht die Wirklichkeit, weil es subjektiv nicht so wirkt? Realität leugnen, „gefühlte Wirklichkeiten“ schaffen. Das ist kulturpessimistischen Fiktion!
@Bamberger1961: „geschlossene Supermärkte wegen Diebstählen, zunehmende Aggression im öffentlichen Raum, konkrete Gewaltereignisse wie in Würzburg– dann ist das keine ‚gefühlte Wahrheit‘, sondern eine zusätzliche Datenquelle.“
Nein, das ist Quatsch, denn diese Ereignisse gehen selbstverständlich ohnehin in die Kriminalstatistik ein, deren rückläufige Entwicklung der Artikel skizziert.
Zur Präzisierung: Ich meine natürlich zur Anzeige gebrachte Diebstähle oder Gewalttaten. Aber das dürfte ja (fast) jedem klar sein.
Was mich bei dem Artikel mit Blick auf die Verbrechen der letzten fünf Tage in Strullendorf und Pressig interessieren würde: Wie viele "Straftaten gegen das Leben" sind sogenannte „Femizide“?
Für Bamberg und Würzburg glaube ich die Zahlen: geschlossene Supermärkte wegen Diebstählen, mehr Probleme in den Innenstädten und schwere Gewalttaten wie der Angriff am Würzburger Hauptbahnhof. Wenn sich das urbane Milieu auf die Statistik zurückzieht und trotzdem ein sehr positives Bild zeichnet, wirkt das für viele Menschen nicht wie die Wirklichkeit.
„Wenn sich das urbane Milieu auf die Statistik zurückzieht und trotzdem ein sehr positives Bild zeichnet, wirkt das für viele Menschen nicht wie die Wirklichkeit.“
Wenn eine Statistik faktisch eine Situation abbildet, dann ist das also nicht die Wirklichkeit, weil es subjektiv nicht so wirkt? Realität leugnen, „gefühlte Wirklichkeiten“ schaffen. Das ist kulturpessimistischen Fiktion!