Die Einnahmen der Gemeinde sind gut, konstatierte Claus Schwarzmann (BB). Zu dieser Einschätzung gelangte der Bürgermeister des Marktes Eggolsheim, als er den Marktgemeinderäten den Erläuterungsbericht zum Entwurf des Haushaltsplans 2015 präsentierte.

Allerdings muss Eggolsheim Schwarzmann zufolge auch einiges an Ausgaben und Investitionen stemmen, sodass die geplanten Ausgaben die zu erwartenden Einnahmen mit mehr als 1,7 Millionen Euro überschreiten werden. 400.000 Euro davon sollen aus den Rücklagen, der Rest mit Hilfe von Krediten finanziert werden.

Damit das Defizit nicht noch höher wird, müsse nach zehn Jahren wieder einmal die Grund- und Gewerbesteuer endlich angehoben werden, sagte Schwarzmann. Wäre das bereits vor fünf Jahren geschehen, hätte die Marktgemeinde in dieser Zeit zwei Millionen Euro mehr eingenommen. Was sich zunächst nach viel anhört, wirkt sich für den jeweils einzelnen Steuerzahler allerdings vergleichsweise gering aus.

So ist geplant, den Hebesatz für die Grundsteuer A von 350 v.H. auf 450 v. H. anzuheben: ebenso wie den Hebesatz für die Grundsteuer A. Das bedeutet für einen Eggolsheimer, der ein Haus auf einem Grundstück von 625 Quadratmeter besitzt, eine finanzielle Mehrbelastung von 53 Euro im Jahr.


Steuern sollen hoch

Damit die Gemeinde ihre laufenden Betriebs- und Unterhaltskosten selbst finanzieren kann, ist es laut Schwarzmann nötig, diese Steuern anzuheben. Immerhin seien auch die Ausgaben für Straßenbeleuchtung und für den Erhalt der Feldwege in den vergangenen zehn Jahren entsprechend gestiegen.

Für das Jahr 2014 ergibt sich ebenfalls ein Haushaltsdefizit von etwa 2,1 Millionen Euro. Es ergibt sich deswegen, weil die Gemeinde zwischen den Jahren 2011 und 2014 insgesamt 6,1 Millionen Euro jährlich investiert hat. In dieser Summe ist die Schule allerdings noch nicht eingerechnet. Insgesamt wird das gesamte Haushaltsvolumen der Marktgemeinde Eggolsheim im Haushaltsplanentwurf für 2015 mit über 16 Millionen Euro beziffert.

Darin sind sämtliche Ausgaben und alle Einnahmen - sowohl aus dem Verwaltungs- als auch aus dem Vermögenshaushalt - einfach addiert. Bis zum 17. März haben jetzt die Marktgemeinderäte Zeit, sich mit diesem Entwurf des Haushaltsplanes zu beschäftigen und eigene Vorschläge einzubringen.
In der Sitzung am 24. März soll der Haushaltsplan dann Punkt für Punkt beschlossen werden.


Sparkasse gibt klein bei

In der Sitzung des Marktgemeinderats diskutierten die Marktgemeinderäte des Weiteren, ob die Gemeinde künftig mit Geschwindigkeitsdisplays versuchen soll, Autofahrer zu einer angepassteren Geschwindigkeit zu bringen. Die Entscheidung darüber wurde einstimmig an den Bauausschuss verwiesen.

Schwarzmann trug anschließend den Sachstandsbericht zur Städtebauförderung in Eggolsheim vor. Er berichtete dabei, dass die Sparkasse auf Wunsch der Bürger von ihrem Vorhaben, an Stelle des Jugendclubs "Faulenzers" eine neue Filiale zu bauen, zurückgetreten ist.

Die beiden gemeindeeigenen Gebäude "Faulenzer" und "Hauptstraße 31" müssten somit von der Gemeinde erhalten und saniert werden. Dieses Vorhaben sehe die Regierung von Oberfranken in Bayreuth positiv. Sie hat laut Schwarzmann signalisiert, dass es dafür Fördermöglichkeiten durch die Städtebauförderung gebe. So würde Eggolsheim mit der Sanierung dieser beiden Gebäude im Ortskern nicht alleine dastehen. Gemeinderat Peter Eismann (CSU) erinnerte daran, dass es für das Haus in der Hauptstraße 31 bereits einen Beschluss gegeben hat, dieses abzureißen: "Das hat doch keinen Wert".

Es erinnere ihn außerdem eine sozialistisch eingefärbte Wirtschaftspolitik, wenn Gebäude mit öffentlichen Geldern saniert werden und dort später dann ein Privatunternehmen wie eine Bäckerei einzieht. Wer darin ein Geschäft eröffnen wolle, könne doch das Gebäude auch von der Gemeinde kaufen und auf eigene Kosten sanieren. Schwarzmann bestätigte, dass es diesen älteren Beschluss zwar gab, dieser jedoch nicht vollzogen wurde.
Entscheidend sei, dass das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) habe inzwischen Unterstützung signalisiert habe.