"Mieter gesucht", "Laden ab Oktober frei", "Gewerbefläche zu vermieten": Passanten, die durch die Forchheimer Innenstadt laufen, entdecken zwischen den Geschäften immer wieder leere Schaufenster. Selbst die Toplagen in der Fußgängerzone und in der Hornschuchallee sind davon nicht verschont.

Einige Leerstände, in denen im Moment noch gebaut wird, sollen bald wieder mit Leben gefüllt werden. So wie das Gebäude der ehemaligen Metzgerei Belzer, ein Filetstück in der Forchheimer Hauptstraße. "Wir sind kräftig am Sanieren", sagt Alexander Maier, Geschäftsführer der Forchheimer Firma Raum und Werte Verwaltungs GmbH.

Nun braucht es noch einen passenden Mieter. "Wir haben etliche Anfragen, aber noch keine Entscheidung gefällt", sagt Maier. Ganz oben auf der Liste stehe ein Filialist, also eine größere Kette, die die Ladenfläche von rund 800 Quadratmetern auch benötigt.

Auch wenn es ein "Geben und Nehmen mit der Stadt" sei: Letztlich kann die Raum und Werte GmbH als Bauträger selbst über den künftigen Mieter entscheiden, sagt Maier. Er betont aber, wie wichtig ihnen die gute Zusammenarbeit mit der Stadt ist. "Wir sehen einen 18. Optiker nicht als gewinnbringend", sagt der Geschäftsführer.

Wohnungen im "hochpreisigen Segment"

Aus den Verkaufsflächen der Metzgerei soll ein ganzes Belzer-Areal werden. Dazu wird auch das ehemalige Textilien-Dötzer-Haus in der Burgerhofstraße saniert. Auf dem Belzer-Areal entstehen neben Gewerbeflächen an der Straßenfront in der Hauptstraße auch Wohnungen "im hochpreisigen Segment", sagt Maier. Ab Januar sollen die ersten Wohnungen vermietet werden, im März oder April soll dann Leben in die Gewerbefläche einziehen.

Ebenso am Sanieren ist der Bauträger Raum und Werte momentan in dem ehemaligen Lottoladen in der Hornschuchallee. Ab Dezember sollen hier die ersten Mieter in die insgesamt fünf Wohnungen einziehen, sagt Maier. Für die Gewerbeeinheit gebe es Bewerber, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. "Es wird ein Gewerbetreibender aus Forchheim", betont Maier.

Doch nicht in allen Leerständen in der Stadt geht es voran. So steht das ehemalige Früchtehaus Karabag in der Hornschuchallee seit Monaten leer. Eilig damit, einen Nachmieter zu finden, hat es der Eigentümer des Hauses aber nicht, sagt ein Mitglied der Familie Karabag auf FT-Nachfrage. Rund 1800 Euro Kaltmiete möchte Karabag für die 150 Quadratmeter Ladenfläche. Für weniger könne er die hochwertige Immobilie nicht vermieten. "Wenn ein Mieter kommt, freue ich mich", sagt Karabag. Er habe bereits Anfragen bekommen, meist sei es dann aber an der Miete oder den Parkmöglichkeiten gescheitert.

Die Stadt kann vermitteln

Bei der Stadtverwaltung ist Citymanagerin Elena Büttner mit dem Leerstandsmanagement der Stadt vertraut. Ihre Aufgabe ist es, Eigentümer und Mietinteressenten zusammenzubringen. Das betont auch Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD): "Unsere Aufgabe ist es, zu vermitteln." Doch dabei sind der Stadt manchmal auch die Hände gebunden. "Der Erfolg ist überschaubar", sagt Kirschstein.

Schließlich fordere der Eigentümer eine gewisse Miete, der Mietinteressent hat eine finanzielle Obergrenze. "Das gilt es in Einklang zu bringen." Erschwert werde dieser Umstand dadurch, dass es in Forchheim keinen Mietspiegel gibt, die Spielräume der Eigentümer sind also groß.