Das Konzept für den Stadtstrand auf der Bastion kommt ins Schwimmen. Zwar wird der "Kaiserstrand" am 1. Mai eröffnen. Das habe die Stadt dem Betreiber zugesagt, betonte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) im Stadtrat am Donnerstag. Doch vorerst wird der Strand nur für 200 Gäste - und nicht wie geplant für 400 - zugänglich sein. Um die Sicherheit der Gäste an einem voll belegten Strand zu garantieren, sei eine zusätzliche Treppe nötig. Solange die nicht installiert sei, könne der Betrieb nur mit halbierter Besucherzahl laufen.


Werner: Wer zahlt?

Diese Wendung im Sicherheitskonzept sorgte für einen Hagel von Protesten. Thomas Werner (CSU) sagte, die Entscheidung des Bauamtes, nun doch eine 6000 Euro teuere Treppe aufzustellen, verstoße gegen den Beschluss des Stadtrates. Der habe dem Stadtstrand nur unter der Bedingung zugestimmt, dass der Stadt Forchheim keine Kosten entstehen. "Wer zahlt die Treppe? Von welcher Haushaltsstelle wird das abgebucht?"
Thomas Werner berief sich auf Wirtschaftsförderer Viktor Naumann, der zugesichert habe, dass der Stadt keine Kosten entstehen würden. "Ich bin sehr enttäuscht", sagte der CSU-Rat und echauffierte sich auch darüber, dass die Metall-Treppe das Wahrzeichen Bastion verändere. Und das Stadtbauamt halte es offenbar nicht mal für notwendig, mit den Räten darüber zu reden.

"Wir haben bis zum letzten Moment mit uns gehadert", rechtfertigte Bauamtschef René Franz die plötzliche Entscheidung. Aber aus sicherheitstechnischen Gründen sei es nun mal so, dass die bestehende Treppe nicht ausreiche.

Genauere Hinweise über die Neueinschätzung der Sicherheitslage wollte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein nicht geben. Es gehe nicht an, öffentlich mit dem Finger auf einen Schuldigen zu zeigen. Er könne die 6000 Euro aber auch nicht dem Veranstalter aufhalsen, wenn es beim Thema "Entfluchtung" eine neue Einschätzung gebe.


Hümmer attackiert Franz

An der Gemütslage von Manfred Mauser änderte das nichts: "Schwer enttäuscht" sei er, sagte der FBF-Rat, dass der Stadt nun Kosten für den Strand entstehen sollen und "dass man einfach über die Sache weggeht".

Auch Manfred Hümmer (FW) machte seiner Enttäuschung Luft und attackierte Bauamtschef René Franz: "Ihre Ausführung hat mich überhaupt nicht überzeugt." Mehr als ein Jahr lang habe sich das Projekt verzögert. Solange sei Zeit gewesen, über das Konzept nachzudenken: "Und jetzt fällt die Entscheidung angeblich im letzten Moment, das nehme ich Ihnen nicht ab." Im übrigen passe der Zwischenfall zum Thema "fehlende Transparenz". Er fühle sich "veräppelt" und habe einen "dicken Hals", wetterte Hümmer: "Soll das jetzt Usus werden, sich über die Beschlüsse des Stadtrates hinwegzusetzen?"

Nicht geklärt wurde in der Ratssitzung am Donnerstag, ob die Installation der Treppe tatsächlich gegen einen Stadtratsbeschluss verstößt. Denn im Januar letzten Jahres hatten die Forchheimer Stadträte nur festgeschrieben, dass die Stadt Forchheim mit dem Strand-Projekt "kein wirtschaftliches Risiko" eingehen dürfe. Dass der Stadt keinerlei Kosten entstehen dürften, davon ist in dem Beschluss vom Januar 2016 explizit nicht die Rede.
Josua Flierl (CSU), ein ausgewiesener Stadtstrand-Befürworter, fürchtete, die Debatte um die Treppe und die Kosten könnten dem Image des Projektes schaden. Daher appellierte er an seine Ratskollegen: "Seien wir fair, geben wir dem Kaiserstrand eine Chance. Der Stadtstrand birgt die Möglichkeit, Menschen von außerhalb nach Forchheim zu holen. Wir sollten das Projekt nicht schlecht reden und torpedieren, ehe es begonnen hat. "

Ob es denn noch eine Entscheidung des Bauausschusses über die Treppe gebe, fragte Thomas Werner? Selbstverständlich müssten die Räte der Treppe noch zustimmen, sagte Uwe Kirschstein. "Und wenn der Bauausschuss Nein sagt", fragte Werner? Dann müsse der Strandbetrieb auf 200 Gäste beschränkt bleiben, bedauerte der Oberbürgermeister.

In einem Gespräche im Anschluss an die Ratssitzung sagte Uwe Kirschstein aber auch noch dies: Sollten die Stadträte die Treppe ablehnen, könnten natürlich Klagen des Veranstalters auf die Stadt zukommen. Denn mit der veranstaltenden Firma Dinger + Boubaker aus Erlangen sei ja eine Abmachung über die Zahl der möglichen Strand-Gäste getroffen worden.