Die Jahresrechnung 2017, die in den nächsten Tagen versandt wird, basiert auf einem Kubikmeterpreis für Trinkwasser von 2,20 Euro. Die Grundgebühr bleibt dieses Jahr noch stabil.
Doch ab 1. Januar 2018 gilt die neue Kalkulation: Die Grundgebühren steigen deutlich: für Normalverbraucher (97 Prozent aller Wasserbezieher) von 30 Euro auf 120 Euro; für Großverbraucher bis zehn Kubikmeter pro Stunde auf 160 Euro und für noch höheren Verbrauch auf 320 Euro. Der Wasserpreis wird auf 2,41 Euro pro Kubikmeter erhöht.

So positiv es zu sehen ist, dass der Wasserverbrauch die vergangenen fünf Jahre gesunken ist, schlägt sich dieser Fakt ebenfalls in der Gebührenberechnung nieder. "Aber die Kosten bleiben", stieg Bürgermeister Helmut Taut (FWW) in die Ratsdiskussion ein. "Jedes Jahr haben wir in die Wasserversorgung investiert, und da reden wir nicht von 100.000 Euro", beschrieb er die Ausgangslage.

Schon im vorberatenden Haupt- und Finanzausschuss war man sich einig, dass der Weg nicht über Beiträge soll. Da man aber alle Wasserbezieher fair belasten wollte, ließ man die Kostendeckung über erhöhte Grundgebühren berechnen.

Würde man die Grundgebühr belassen, ergäbe es einen Kubikmeterpreis von 3,01 Euro. Damit läge Wiesenttal fast doppelt so hoch wie der bayerische Durchschnitt. Mit der erhöhten Grundgebühr von 120 Euro zieht Wiesenttal mit der Aufseßgruppe gleich; hier allerdings liegt der Kubikmeterpreis bei 1,05 Euro.


Teure Baumaßnahmen

Konrad Rosenzweig (CSU) erinnerte an Baumaßnahmen, die deutlich teuerer wurden als geplant. Noch sorgfältiger als bisher müsse man deshalb Varianten und Einsparmöglichkeiten prüfen, nachdem die Maßnahmen um Albertshof und Engelhardsberg noch nicht abgeschlossen seien und weitere Aufgaben in der südlichen Gemeindehälfte warten. Weiter führte er ins Feld, dass wegen der Wasserhärte viele Entkalker eingebaut haben und zum Teil auch Druckerhöhungen benötigten. Besonders für kleine Landwirte wirke sich die Grundpreiserhöhung stark aus, warb er für eine geringere Anhebung.

Für psychologisch ungeschickt hielt Gerhard Kraus (BGS) die Vervierfachung. Dem widersprach Karl-Peter Schwegel (BFMW): "Es muss auch für den alles vorgehalten werden, der nur 30 Kubikmeter im Jahr verbraucht." Auch Hans Heißenstein (WU) sah die gesamte Anlage. In den bisher zu niedrig angesetzten Fixkosten steckt für ihn eine Subventionierung der Kleinverbraucher.


Muss gechlort werden?

Muss Wiesenttal sein Wasser nun chlorieren? Diese Frage beschäftigte auch den Gemeinderat, aber Geschäftsleiterin Kerstin Hohe konnte Entwarnung geben. Es war eine einmalige Aktion nötig, weil bei den Wasserproben im Hochbehälter "Hohes Kreuz" oberhalb von Muggendorf coliforme Keime festgestellt worden waren, so dass nach der Trinkwasserverordnung gehandelt werden musste. Nur nach Muggendorf wurde deshalb chloriertes Wasser geleitet, nicht nach Albertshof und Engelhardsberg. Eine konkrete Ursache ist nicht bekannt.

Für Rosenzweig ist das ein typisches Winterproblem, wenn der Wasserverbrauch niedrig ist und deshalb viele Leitungen kaum genutzt werden. Eine besondere Gefahr sieht er in nicht mehr genutzten Wasserauslässen in ehemaligen Ställen und sonstigen toten Leitungen innerhalb von Anwesen.

Aus der nicht-öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses teilte Bürgermeister Taut mit, dass eine Entscheidung, ob es nach der Wahl 2020 einen hauptamtlichen Bürgermeister geben solle, am 13. März fallen werde. In dieser Sitzung werden für den Haushalt 2018 der Stellenplan und die Personalsituation in der Verwaltung beleuchtet.