Seit geraumer Zeit beschäftigt sich der Gemeinderat von Wiesenthau mit dem baulichen Problem an der Grundschule. Verräterische Risse machen große Sorgen. Außen auf den ersten Blick nicht so klar zu erkennen, sind im Gebäude selbst dagegen deutlich Gebäudeschäden festzustellen. Kleine und größere Risse zeigen, dass das Gebäude instabil ist.

Bürgermeister Bernd Drummer (Junge Bürger/CSU)) begrüßte in der jüngsten Sitzung Axel Bergforth von der Firma Uretex, der den komplizierten Schrumpfschaden näher erläuterte. Demnach spielen mehrere Ursachen hinein.


Sehr viel Ton im Untergrund

Der Boden sei im Untergrund sehr tonhaltig und nehme Wasser nur sehr langsam auf. Dazu kommen laut dem Fachmann geballte Niederschläge infolge des Klimawandels. Das Wasser fließt durch die Kanalisierung schnell ab.


Die Versiegelung der Flächen und Übergrünung der angrenzenden Flächen sind ein weiteres Problem. Dadurch suchen sich die Bäume die Restfeuchte der versiegelten und überbauten Flächen. Als Konsequenz entstehen Hohlräume. Erst nach etwa zehn bis zwölf Jahren erreicht der Tonboden seine endgültige Form und ist dann massiv fest.
Durch den Hohlraum im Untergrund reißt das Nebengebäude förmlich ab - beziehungsweise hängt in der Luft. Bergforth machte darauf aufmerksam, dass eine dauerhafte Lösung nur dann gewährleistet werden kann, wenn Bäume in unmittelbarer Nähe des Bauwerks konsequent entfernt werden. Ansonsten sei das Wurzelwerk weiter aktiv - mit schädlichen Folgen. Ein möglicher Anrainer, der dies verweigert, könnte im Schadensfall sogar in Regress genommen werden.

Für die Stabilisierungsarbeiten benötige die Firma drei Tage. In Löcher, die mit einem Durchmesser von 16 Milimeter bis zu einem Meter unter das Fundament gebohrt werden, presst man mit einer Injektionspistole mit acht bar Druck Polyurethanschaum in den Untergrund, der nach 15 Sekunden bereits 90 Prozent seiner Festigkeit erreicht. Durch die Ausdehnung wird das Gebäude in seine Ursprungslage gehoben. Uretex übernimmt eine Gewährleistung von fünf Jahren. Zu behandeln wärem unabhängig davon noch die Risse sowie die Schadensbehebung im Innern.


Zwei Varianten im Gespräc

Jeder Gemeinderat war um seine persönliche Stellungnahme gebeten. Zunächst einmal die weitere Entwicklung am Gebäude abwarten, um dann endgültige Schlüsse zu ziehen - das war eine der diskutierten Varianten. Keine weiteren Folgeschäden abwarten und die schon vorhandenen Schäden schnell beheben - dafür plädierte eine weitere Gruppe. Diese setzte sich in der Abstimmung am Ende mit 10:2 Stimmen durch. Die Sanierung soll schon in den Sommerferien in Angriff genommen werden. Die Auftragsvergabe an Uretex mit 62 000 Euro wurde beschlossen.

Große Einigkeit herrschte zum Thema "Beitritt zur Bildung einer Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE)". Bürgermeister Drummer ging nochmals ein auf die Ziele dieser Zusammenarbeit über Gemeinden- und Landkreisgrenzen hinweg. Die Stärkung von Wirtschaft und Infrastruktur, die regionale touristische Entwicklung oder die Förderung von Land- und Forstwirtschaft sind nur einige der Ziele.

Anfang Juni hatten sich alle teilnehmenden Gemeinden mit den Zielen in einem zweitägigen Seminar in Kloster Langheim beschäftigt. Einstimmig beschlossen jetzt die Gemeindevertreter von Wiesenthau, der ILE "Fränkische Schweiz Aktiv" beizutreten. Diese besteht voraussichtlich aus den zwölf Gemeinden Stadt Ebermannstadt, Gößweinstein, Kirchehrenbach, Kunreuth, Leutenbach, Pinzberg, Markt Pretzfeld, Unterleinleiter, Stadt Waischenfeld, Weilersbach, Wiesenthau und Markt Wiesenttal. Ein Entwicklungskonzept wird zwischen 70 000 und 80 000 Euro kosten. Allerdings werden die Kosten mit 75 Prozent gefördert.

Die Kostenverteilung berechnet sich anhand der Einwohnerzahl am 31. Dezember 2015. Für Wiesenthau bedeutet dies einen Beitrag zwischen 1000 und 1500 Euro. Die Zusammenarbeit beginnt im Rahmen einer kommunalen Arbeitsgemeinschaft.