Rotes Club-Trikot, freches Lächeln und um (fast) keine Antwort verlegen - so lernte am Montagabend ein Millionen-Publikum den Forchheimer Christoph von Seggern kennen. Und die Zuschauer bei der RTL-Rateshow "Wer wird Millionär" erlebten mit, wie der Pfarrer mal eben 125 000 Euro abräumte.

Christoph von Seggern, der Pfarrer bei "Mission EineWelt" ist, hat seine Frau Ute im vergangenen Sommer nach Forchheim begleitet. Die gebürtige Bambergerin besetzt hier die zweite Pfarrstelle in der evangelischen Pfarrei St. Johannis Forchheim.


Bekenntnis zum Club

Bei der TV-Ausstrahlung wurde schnell deutlich, dass sich der Neu-Forchheimer mit seiner lockeren, humorvollen Art die Sympathien von Moderator Günther Jauch gesichert hat - bekanntlich ein nicht unwichtiger Baustein, wenn ein Kandidat eine höhere Geldsumme gewinnen möchte und nicht frühzeitig entscheidende Joker verlieren will. Sein Bekenntnis zum 1. FC Nürnberg ("Einmal für Jesus und dann noch für den FCN") mag dazu beigetragen haben.


Risikofreudiger Pfarrer

Von Seggern entschied sich zu Beginn für die Risikovariante, also für einen vierten zusätzlichen Joker aus dem Publikum und verzichtete damit auf die Sicherheitsstufe bei 16 000 Euro. Die ersten Fragen absolvierte er ohne Probleme, erst als Jauch von ihm wissen wollte, welcher von vier Gegenständen im Garten zu finden sei, geriet er ins Stocken. Doch das Publikum half ihm zuverlässig aus der Patsche und sprach sich mit 87 Prozent für die richtige Antwort "lebendiger Zaun" aus - weitere Antwortmöglichkeiten wären unter anderem "vitales Gitter" und "untote Mauer" gewesen.

Wenig später benötigte der Pfarrer, der im RTL-Studio von einem Sohn begleitet wurde, erneut den Beistand der Zuschauer. Die Frage drehte sich darum, welche eigentlich für Kinder gedachte Sache Johanna Basford auch für Erwachsene salonfähig gemacht habe. Eine junge Frau im Publikum wusste zwar nicht genau, wer Johanna Basford ist, war sich jedoch sicher, dass hier nicht Kaugummi gemeint war, sondern ein Malbuch - schließlich habe sie das auch kürzlich zur Entspannung für sich entdeckt. Von Seggern glaubte ihr und rückte eine Gewinnstufe weiter.


Mit dem Wohnmobil durch Russland

Zwischendurch tauschte sich der Forchheimer mit dem Moderator in einer lockeren Plauderei aus. Als der Gewinn bereits angestiegen war, wollte Jauch etwa wissen, wie dieser nun verwendet werden soll. "Ich träume von einer Reise nach Russland im Wohnmobil", erzählte der Pfarrer. Allerdings räumte er auch ein, dass er seine Frau davon nur schwer überzeugen könne. Diese könne sich ein solches Unterfangen nur vorstellen, wenn er vom Schützenverein Waffen organisiere, erzählte er augenzwinkernd.

Bei der 125000-Euro-Frage musste der Pfarrer schließlich seinen letzten Joker aufbrauchen und seinen Vater Hans anrufen - ein Stück TV-Geschichte. Der 101-Jährige war der älteste Telefonjoker, den es jemals bei "Wer wird Millionär?" gegeben hat. Die Frage lautete: Welcher Automobilbauer überflog 1910 als erster Mensch in einem Flugzeug den Ärmelkanal nonstop hin und zurück? Als Antworten standen A Gottlieb Daimler, B Carl Benz, C Charles Rolls und D Henry Royce zur Verfügung. Von Seggern Senior brauchte keine Sekunde, um zu überlegen, und legte sich ohne jeden Zweifel auf C fest - Jauch war sprachlos. Weil der Sohn seinem Vater ohne Nachfrage vertraute, erreichte der Club-Fan die dritthöchste Gewinnstufe.

Danach strich er jedoch die Segel, als es um eine Frage aus der Tierwelt ging. Zum Glück verzichtete er auf eine Antwort, denn er war schon auf einer falschen Fährte. Hier ging es darum, wen man im Tierlexikon findet? A Laufschlangen, B Kriechvögel, C Flugkühe oder D Kletterfische. Richtig wäre D gewesen, doch das erfuhr von Seggern erst, nachdem er ausgestiegen und definitiv um 125 000 Euro reicher war. Mit seinem Auftritt verdiente er sich das Lob von Moderator Günther Jauch: "Das war sehr lustig und sehr unterhaltsam mit Ihnen." Seinem Vater, den 101-Jährigen, solle er unbedingt schöne Grüße bestellen.