hrend überall Fasching gefeiert wurde, waren gerade an den närrischen Tagen in Igensdorf die Straßen wie leergefegt. Bis an der Kirchweih zehn Frauen beschlossen, die Igensdorfer Markthexen zu gründen. So wurde am 11. November 2001 zum ersten Mal das Rathaus gestürmt und der damalige Bürgermeister Erwin Zeiß aus einer Sitzung mit der Musikschule gerissen. "Er hat sich gefreut", erinnert sich Johanna Ruder, eine der lustigen Weiber.
Mit dieser ersten närrischen Aktion, bei der den Verantwortlichen in Gedichtform die Leviten gelesen wurden, hatten die Igensdorfer nicht nur wie andere Orte ihre lustigen Hausfrauen, auch die lange Faschingstradition kehrte in die Marktgemeinde zurück. Das Motto des Weiberfaschings variiert jährlich.
Mal sind sie die "7 Zwerge", ein Jahr drauf stellen sie mit den uralten Trachten ihrer Großmütter richtige Hexen dar, ein anderes Mal wirbeln sie mit Staublappen und Schrubber durch die Straßen, passend zu ihrem Motto "Haushalt", womit sie zugleich das Haushaltssäckel der Gemeinde parodieren. "IgMaHe" (Igensdorfer Markt Hexen) lautet ihr Kommando.
Die Markthexen tanzen im Kindergarten, singen in der Schule, und tragen Stimmung und Faschingslaune in die Geschäfte. Niemand ist vor den Igensdorfer Weibern sicher, zu deren Grundausstattung neben Bonbons und Sekt auch eine Sammelbüchse gehört. "Diese Spenden geben wir an die Kinderkrebshilfe, der Palliativstation oder an bedürftige Privatpersonen", erläutert Johanna Ruder.