Im Gedenken an den 190. Geburtstag und dem 130. Todestag von Joseph Victor von Scheffel bietet der Fränkische-Schweiz-Verein (FSV) interessierten Wanderern und Literaten drei Tagestouren auf den Spuren von Victor von Scheffel an. Die Wanderungen werden nach Angaben des FSV zu Originalschauplätzen führen, die Scheffel bei seiner Reise 1859 besuchte und in Gedichten beschrieb. Insgesamt 26 Scheffel-Tafeln mit den Strophen aus der "Bambergischen Domknaben Sängerfahrt" hat der FSV ihm zu Ehren aufgestellt.

Tour Nr. 1
beginnt am Freitag, 2. September, um 9 Uhr in Forchheim-Reuth (Wiesentbrücke). Die Strecke verläuft wie folgt: Forchheim-Reuth-Kirchehrenbach-Walberla-Leutenbach-Hundshaupten-Schweinthal-Wichsenstein-Morschreuth-Moggast-Windischgaillenreuth-Burggaillenreuth -Esperhöhle-Leutzdorf und Gößweinstein. Die Gesamtlänge der Strecke beträgt etwa 28,2 Kilometer.


Tour Nr. 2 beginnt am Sonntag, 4. September, um 10 Uhr in Gößweinstein an der Basilika. Die Strecke verläuft wie folgt: Gößweinstein-Behringersmühle-Schweigelberg- Weiße Marter-Eichenbirkig -Burg Rabeneck-Schönhof-Burg Rabenstein-Klaussteinkapelle- Neumühle-Zauppenberg- Kleinlesau-Tüchersfeld und Gößweinstein. Die Gesamtlänge der Tour beträgt etwa 23,7 Kilometer.

Tour Nr. 3 beginnt am Samstag, 17. September, um 9 Uhr in Ebermannstadt am Landratsamt. Die Strecke verläuft wie foltg: Ebermannstadt-Rothenbühl-Burgruine Neideck- Streitberg-Burg Streitburg- Rosenmüllerhöhle-Muggendorf- Oswaldhöhle-Adlerstein-Engelhardsberg-Moritz-Sachsenmühle-Stempfermühle und Gößweinstein. Die Gesamtlänge der Tour beträgt ungefähr 23,6 Kilometer.


Romantische Epoche

Im August 1859 als 33-Jähriger bereiste der Karlsruher Jurist und Schriftsteller Joseph Victor von Scheffel das erste Mal die Fränkische Schweiz, wie vor ihm schon Ludwig Richter und Ernst Moritz Arndt, der schon im 18. Jahrhundert die Region besang.

Angelockt durch Reisebeschreibungen namhafter Autoren, die ursprünglich die bekanntere unterirdische Höhlenwelt beschrieben und nun in der romantischen Epoche das Mittelalter und die daraus entstandenen Burgen auf den Talhängen verklärten. Von Bamberg über Forchheim kommend durchstreifte er per Pedes vor allem das Wiesenttal samt einiger Nebentäler. Die dabei gewonnenen Eindrücke hielt er in einem 20-strophigen Gedicht fest, welches unter der Überschrift "Exodus Cantorum - Der Bambergischen Domchorknaben Sängerfahrt" Eingang in die Weltliteratur fand; so wie auch der Text des "Frankenliedes".

Scheffels Eintrag ins Fremdenbuch des Gasthauses Distler in Gößweinstein Jahre später sorgte für Furore. Er lautet: "Victor v. Scheffel, Belletriste, Carlsruhe, Gößweinstein, 4. Septbr. 1883." Unter diesem Eintrag liest man weiter eine kritische Selbstbetrachtung: "Belletriste? siehste wie Du biste. Belle warste, triste biste, siehste, wie de biste, Belletriste?".
1926, anlässlich des 100. Todestages des mittlerweile berühmten deutschen Heimatdichters kam durch den damaligen FSV-Hauptvorsitzenden Hans Hertlein aus Streitberg die Anregung zur Aufstellung eines "Scheffel-Denkmales".


Kontakt Anmeldungen sind ab sofort möglich beim FSV-Vorsitzenden Reinhardt Glauber. Er ist erreichbar unter Tel. 09191/ 1700 oder per E-Mail an reinhardt@familie-glauber.de.