Die Forchheimer Brauereifamilie um Fritz Hebendanz wollte sich lange Zeit nicht in die Karten schauen lassen - nun ist es Gewissheit: Die Brauereigaststätte Hebendanz in der Sattlertorstraße hat wieder geöffnet.

Nach einem knappen Jahr Brache und durch die Corona-Krise bedingt ein Vierteljahr später als geplant öffnete die Gaststätte der Traditionsbrauerei wieder ihre hölzernen Pforten. Ab sofort können sich Einheimische und Touristen in den Häusern aller vier Brauereien wieder ein frisch gezapftes Bier einschenken lassen.

Nach dem unerwarteten Abgang des vorherigen Pächters im Sommer letzten Jahres übernahm nun Harald Grasser den Zapfhahn in der Sattlertorstraße 14. Insidern und Freunden ist der gebürtige Reuther als "Bonanza-Harald" bekannt. Grasser wartet mit einer grundlegenden Änderung auf. Schon an der Eingangspforte wird der potenzielle Besucher per Schild darauf hingewiesen und der 61-jährige dreifache Familienvater ergänzt ausdrücklich: ",Zurück zu den Wurzeln' ist die Botschaft an meine Gäste. Ab sofort darf wieder die eigene Vesper mit ins Gasthaus gebracht und verzehrt werden. Der ,Hebendanz' war traditionell immer ein Haus, in dem sich alle Schichten zum Feierabendschoppen trafen, vom Arbeiter bis zum Firmenboss." Zwar müsse niemand verhungern, denn neben einer Brotzeitplatte, Knoblauchwurst, Schinkenbrot und Wienerle hält Grasser für den unvorbereiteten Biergenießer auch noch Gulasch- oder Kartoffelsuppe parat, aber in erster Linie steht der Zapfhahn im Mittelpunkt.

In der Forchheimer Gastroszene hat Grasser bereits Anfang der neunziger Jahre Erfahrungen als Wirt der "Kuckucksklause" in Reuth, sowie als Chef vom "Citytreff", der einstigen Kantinengaststätte des ehemaligen "Centralkaufs", sammeln können. Seitdem hat er sich in unterschiedlichen Funktionen innerhalb diverser Bereiche der Branche in Stadt und Landkreis bewiesen.

Die neuen Öffnungszeiten in der seit 1579 im Familienbesitz befindlichen Traditionsbrauerei sind von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 22 Uhr. Der neue Schankchef hinter dem Tresen geht trotz der andauernden Einschränkungen für die Gastronomie motiviert an seine neue Aufgabe heran und freut sich auf regen Zuspruch: "Bei einer deftigen Brotzeit schmeckt doch das süffige Bier am besten. Und wie in alten Zeiten soll es heißen: ,Wer probt, der lobt'. Das ist meine Aufgabe."