Bei strahlendem Sonnenschein sang ein Straßenmusiker am Sonntag "Stand by me" - zu Deutsch "Steh zu mir" - am Marktplatz in Ebermannstadt. "Es wäre für uns bequem gewesen, wenn wir nichts gemacht hätten. Aber wir wollen alles tun, um unsere Geschäftsleute zu unterstützen", meinte Erste Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE). Sie erzählte, dass Kirchweihsonntag sei. Die Weihe der Marienkapelle wurde gefeiert: "Das ist die eigentliche Ebermannstadter Kirche." Heuer hatte der Gottesdienst allerdings in der größeren Sankt-Nikolaus-Kirche stattgefunden.

Danach machte sich die Bürgermeisterin auf den Weg durch die Stadt. Dort traf sie zum Beispiel Emily Koch aus Weißenohe mit ihren Eltern, die ihren neunten Geburtstag bei einem Eis feierte. Die Familie genoss den Tag mit den Einkaufsmöglichkeiten. Wolfgang Dresel und Karl Winkler überreichten im Bekleidungshaus "Textil Winkler" den Damen Rosen. "Heute ist für die ganze Familie Großkampftag. Wir haben uns ein gutes Konzept überlegt und es kommen viele Kunden, die sehr diszipliniert sind", meinte Wolfgang Dresel und erklärt, dass man mit dem richtigen Konzept auch in einer ländlichen Gegend erfolgreich sein kann.

Händler atmen auf

Christian Schlee, Vorsitzender der Werbegemeinschaft und Inhaber von "Geschwister Detzel - Stoffe und Kurzwaren" freut sich, dass der Markt und der verkaufsoffene Sonntag stattfinden konnten: "Es wird sich wegen Corona so schnell nichts ändern. Da brauchen wir neue Konzepte. Das heute ist eines, das wir testen können."

Am Oberen Markt war ein Bereich für die Markthändler abgegrenzt. Hier mussten die Besucher Mund-Nasenschutz tragen. Security-Mitarbeiter und Bianca Tworowsky vom Ordnungsamt kontrollierten den Ein- und Ausgangsbereich. Bis zum Nachmittag hatten sie 900 Besucher gezählt. "Wir sind zufrieden. Es sind viele Menschen, aber die verteilen sich auf der Fläche. Manchmal müssen wir daran erinnern, den Mundschutz dranzumachen, aber alle haben Verständnis", sagt Tworowsky. Nur manche Radfahrer seien irritiert gewesen, wenn sie ihr Rad schieben und Mund-Nasenschutz tragen mussten. Die Meinung der Händler war einstimmig: "Gut, dass es wieder einen Markt gibt."

Kunden wollen Händlern helfen

Ene Besucherin erhielt Applaus, weil sie laut sagte: "Der Markt ist auch gut für uns Kunden, denn wir wollen die Händler ja unterstützen." Daniela Förstel von "Babbsüss" zum Beispiel bot an ihrem Stand selbstgenähte Baby-Kleidung an: "Ich bin total froh, dass ich heute hier was verkaufen kann." Auch Jürgen Hack mit seinen Korbwaren erzählte, dass ihn seine Stammkunden angerufen und gefragt hatten, wann und wo er denn wieder an einem Markt anzutreffen sei. "Die Menschen wollen den persönlichen Kontakt. Internet ist gut, aber Nähe ist wichtiger", meint er. So war die Stimmung am Sonntag in Ebermannstadt gut - und Veranstalter, Kunden und Geschäftsleute sehr zufrieden.